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Wütende Menge vertreibt Google-Kamerawagen

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Wütende Menge vertreibt Google-Kamerawagen

03.04.2009, 09:28 Uhr | Sascha Plischke

Der kleine Ort Broughton (Bild: Google Earth) Der kleine Ort Broughton (Bild: Google Earth)Eine böse Überraschung hat der Fahrer eines Kamerawagens des Internetgiganten erlebt, als er eine nordenglische Kleinstadt für die virtuelle Stadtrundfahrt Street View ablichten wollte. Bevor der Mann mit dem Wagen in den Weiler einfahren konnte, hatte ein Anwohner all seine Nachbarn zusammengerufen. Die aufgebrachte Menge blockierte die Straße und zwang den Fahrer schließlich zum Rückzug. Die Anwohner hatten Angst, dass die Fotos Einbrechern beim Ausspähen ihrer Häuser helfen könnten.

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Das Städtchen Broughton ist im Grunde ein beschaulicher Ort. In der Nähe der Gemeinde Milton-Keynes nördlich von Oxford gelegen, mitten in der englischen Provinz, dreht sich das Leben der Bewohner dort vor allem um Gartenpflege und Kuchenbackwettbewerbe. Als nun jedoch ein Kamerawagen des Internetgiganten Google das Dorf für Street View fotografieren wollte, weckte das den Widerstandsgeist der Dorfbewohner.

Anwohner alarmierte die Dorfbewohner

Angeführt wurden die Dörfler dabei von Paul Jacobs, dessen Haus in der Nähe des Ortseingangs liegt. "Ich war gerade im Obergeschoss meines Hauses, als ich den Kamerawagen die Straße hinunterfahren sah", sagte Jacobs später der britischen Tageszeitung Times. "Meine erste Reaktion war Wut: Wie kann sich nur jemand erlauben, einfach Bilder von meinem Haus ohne meine Zustimmung zu machen?" Also sei er sofort hinaus gerannt und habe den Fahrer zum Halten gezwungen. Während der verdutzte Google-Fahrer mitten auf der Straße hielt, lief Jacobs von Haus zu Haus und alarmierte seine Nachbarn.

Bewohner hatten Angst vor Einbrechern

Die versammelten sich auch prompt auf der Straße und blockierten so die Zufahrt zu ihrem Städtchen. Als dann noch jemand die Polizei rief, gab der Google-Fahrer entnervt auf und fuhr davon. "Das hier ist eine wohlhabende Gegend", begründete Jacobs den Aufstand. "Wir hatten hier bereits drei Einbrüche in den letzten sechs Wochen. Wenn unsere Häuser jetzt noch überall bei Google zu sehen wären, dann ist das eine Einladung für weitere Kriminelle."

Peinliche Bilder erregen Briten

Street View war vor fast zwei Wochen in Großbritannien gestartet. Seither hat es zahlreiche Beschwerden von Menschen gegeben, die sich auf den Fotos ohne Anonymisierung wieder erkannt hatten. Wirbel gab es ebenfalls um ein Foto von nackten, spielenden Kindern im Park und Aufnahmen von Privathäusern britischer Würdenträger. So fanden sich zum Start von Street View auch Bilder von Sex-Shop-Besuchern oder Betrunkenen, die in ihrem eigenen Erbrochenen auf der Straße liegen. Doch entgegen der Versprechung Googles, alle Gesichter auf den Aufnahmen unkenntlich zu machen, sind die Abgelichteten teilweise deutlich erkennbar.

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Sascha Plischke  

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