20.04.2012, 15:55 Uhr | t-online.de
Windows kräftig aufpolieren - das ist ab und an nötig. (Quelle: Hersteller)
Autobesitzer lassen ihr Fahrzeug mindestens einmal jährlich durchchecken. Doch auch der PC benötigt regelmäßige Checks. Dabei geht es weniger um Sicherheit, sondern um die Leistung des Computers. Denn im Laufe der Zeit sammelt sich unter Windows ein Datenmüllberg an. Die Folgen: Das System startet schleppend und Programme öffnen sich langsamer. Mitunter kommt es auch gehäuft zu Systemabstürzen. Wer seinen Computer von diesem Ballast befreien möchte, sollte den Autostart-Bereich entschlacken, die Datenträgerbereinigung starten, die Festplatte defragmentieren und aktuelle Treiber installieren.
Nutzer von Windows 7 oder Windows Vista haben den Anwendern von Windows XP eines voraus: In ihrem Betriebssystem steckt ein umfangreiches Programm zur Systemdiagnose. Diese spürt Systembremsen und einige weitere Fehler auf. So gibt die Ressourcen- und Leistungsüberwachung (Zuverlässigkeits- und Leistungsüberwachung unter Windows Vista) auch Hinweise zu nicht funktionierenden Treibern. Mit dem erstellten Systemintegritätsbericht lässt sich den ersten Windows-Bremsen auf die Schliche kommen, aber leider nicht allen. Für eine Generalüberholung ist aber mehr nötig.
Die größte Systembremse ist eine überfüllte Autostartliste. Zahlreiche Programme nisten sich bei der Installation im Autostart-Bereich von Windows ein und werden so bei jedem Windows-Start direkt geladen – eine zeitraubende Angelegenheit. Was bei einem Virenscanner noch sinnvoll ist, ist bei vielen anderen Tools fraglich. Solche Programme müssen meist nicht direkt nach dem Systemstart verfügbar sein und lassen sich aus dem Autostart entfernen. Dazu löschen Sie im Startmenü-Ordner Autostart jene Einträge, die Sie für überflüssig halten. Zudem können Sie Autostarter über msconfig entfernen. Dazu geben Sie msconfig ins Suchfeld von Windows 7 oder Vista ein und deaktivieren alle unerwünschten Einträge. Unter Windows XP geben Sie msconfig bei Ausführen ein. Jetzt checken: Laufen diese Autostart-Bremsen auf Ihrem PC?
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Nicht alles, was automatisch startet, ist im Autostart-Ordner zu finden oder lässt sich über msconfig entfernen. Bei den tiefer versteckten pozenziellen Bremsen hilft die Freeware Autoruns von Microsoft. Alle mit Windows startenden Prozesse und Starteinträge können mit Autoruns eingesehen und gestoppt werden. Oft besteht aber Zweifel darüber, welche dieser Prozesse sich bedenkenlos abschalten lassen und welche nicht. Dann empfiehlt sich Soluto. Das kostenlose Programm analysiert den Windows-Start sekundengenau und wertet dies mit den Erfahrungen anderer Nutzer aus. So lässt sich leicht erkennen, ob die Mehrheit der Anwender den Autostart eines bestimmten Programms für sinnvoll hält oder nicht. Natürlich sollte auch Soluto kein Dauergast im Windows-Autostart bleiben. Unsere Foto-Show zeigt, wie Sie Soluto nutzen.
Bei der Gelegenheit sollten nicht mehr benötigte Programme vollständig deinstalliert werden, um sicherzugehen, dass doch nicht noch Reste das System bremsen. Das geschieht am einfachsten über die Systemsteuerung und das Menü Programme (bei Windows 7) oder Software (bei XP). Da finden sich oft mehr Anwendungen als man erwartet hat. Manche Programme lassen sich so allerdings nicht restlos entfernen, hier hilfen spezielle Tools wie Revo Uninstaller. Alternativ beheben Sie etwaige Probleme einer Deinstallation, indem Sie die Systemwiederherstellung einsetzen und Ihren PC in einen früheren Zustand zurücksetzen. Auch wichtig: Aktualisieren Sie auch installierte Hilfssoftware wie Adobe Flash, Quicktime oder Java, die von anderen Programmen benötigt werden. Das Gratis-Tool Secunia Personal Software Inspector überprüft Ihr Windows nach aktualisierter Software. Auch hier sollten alte Programm vor der Neuinstallation sauber deinstalliert werden.
Uninstaller-Tools machen alten Treibern und Resten von nicht mehr benötigten Programmen den Garaus – so wird Windows wieder sauber. zum Video
Veraltete Treiber-Software gehört ersetzt. Neue Treiber steigern oftmals die Systemstabilität und bringen mehr Funktionalität mit. Bevor Sie Ihren PC jedoch mit frischen Treibern bestücken, vergewissern Sie sich, welche der eingebauten Komponenten überhaupt einen Wechsel benötigen. In erster Linie ist es der Treiber für die Grafikkarte, der regelmäßig ein Update verträgt. Dagegen wird etwa das serielle Bussystem USB seit Windows XP direkt vom System bedient. Drucker, Funktastaturen und -Mäuse, die über USB mit dem PC verbunden sind, werden wiederum vom jeweiligen Hersteller mit Treiber-Software versorgt. Windows bietet zwar eine Suchfunktion an, erst seit Windows 7 ist die Treibersuche oder das Aktualisieren von Treibern über Windows Update einigermaßen verlässlich. Treiber beziehen Sie am besten direkt über die Internetseiten der Hardware-Hersteller, denn im Internet lauern auch einige unseriöse Treiberseiten. Alternativ nutzen Sie komfortable Treiber-Sammlungen wie die Driver Reviver und DriverGenius (kostenpflichtig)
Welche Hardware-Komponenten genau im Gehäuse verbaut sind, verraten Ihnen kostenlose Programme wie Speccy oder System Information for Windows, die Ihnen die einzelnen Bauteile übersichtlich auflisten. Mainboard-Chipsätze der Hersteller Nvidia, Intel und VIA sind weit verbreitet und werden mit kompletten Treiber-Bündeln betrieben. Auch bei Grafikkarten beherrschen zwei Marken den Markt: AMD und Nvidia. Auf Nummer sicher gehen Sie, wenn Sie Soundkarten- und Grafiktreiber erst komplett deinstallieren, die nicht gelöschten Dateien mit der Freeware Driver Sweeper entfernen und erst danach den neuen Treiber installieren. Das ist zwar etwas aufwändiger, aber vermeidet Datenreste sowie Fehlfunktionen der Treiber. t-online.de Digital erklärt in einem Mini-Workshop, wie Sie Treiber unter Windows richtig installieren.
Windows-Registry säubern: CCleaner entfernt fehlerhafte EinträgeWindows sammelt auf der Festplatte Berge von Update-Backups an, für den Fall, dass ein Update nicht korrekt funktioniert. Zumindest ältere Backups können Sie bedenkenlos löschen und so massig Speicherplatz freigeben. Überflüssige Datenreste lassen sich auch einfach mit der Windows-Datenträgerbereinigung entfernen. Für die nächsten Aufräumarbeiten bedienen Sie sich der Hilfe von Gratis-Programme wie CCleaner. Die Software befreit die Windows-Installation von Altlasten und gibt Speicherplatz frei. CCleaner entfernt Arbeitsspuren, die sich auf dem Computer angesammelt haben.
Auch das Deaktivieren des ein oder anderen Dienst-Programms kann sich positiv auf die Leistung des PC auswirken. Dienste werden beim Systemstart automatisch mitgeladen und stellen anderen Anwendungen weitere Funktionen zur Verfügung. Manche der gestarteten Dienste sind überflüssig und lassen sich in der Systemsteuerung unter Verwaltung deaktivieren. Andere Windows-Dienste sollten immer laufen.
Sind alle Aufräumarbeiten abgeschlossen, spendieren Sie Ihrer Festplatte eine erholsame Defragmentierung. Bei diesem Vorgang werden die auf der Festplatte verstreuten Einzelteile eines Programms wieder zusammengefügt, das verkürzt die Ladezeiten und erhöht zudem die Lebensdauer der Festplatte. XP-Nutzer sollten dazu die Freeware Defraggler oder eine kommerzielle Software wie O&O Defrag einsetzen. Für Windows 7 ist ein separates Defragmentierungsprogramm kaum noch nötig, da das Microsoft-eigene Programm besser als seine Vorgänger arbeitet. Praktisch: Windows 7 defragmentiert die Festplatte automatisch.
Nun ist Windows generalüberholt und sollte deutlich schneller laufen als zuvor.
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