Sascha Plischke
Windows 7: Auch die neueste Windows-Version schützt sich durch Aktivierungszwang (Foto: imago). (Quelle: imago)
Jeder Windows-Käufer kennt es: Wer seine legal erworbene Kopie des Betriebssystems nutzen möchte, muss die Installation über das Internet aktivieren. Doch was steckt hinter diesem Vorgang, welche Informationen werden übermittelt? Spioniert der Software-Riese gar seine Kunden aus? Wir bringen Licht ins Dunkel und verraten ihnen, was Microsoft wirklich von Ihnen weiß.
Die Windows-Aktivierung ist Microsofts groß angelegter Versuch, den zahlreichen Software-Piraten mit ihren Raubkopien von Windows 7, Windows Vista oder XP Paroli zu bieten. Der Konzern ist in der Defensive und muss ständig auf die immer neuen Knackmethoden der Hacker reagieren. Für die Redmonder ist Windows schließlich lebenswichtig, und jede neue Version verschlingt Abermillionen an Entwicklungskosten. Deshalb lanciert der Software-Riese nach jedem bekannt gewordenen Hack eine hektische Gegenmaßnahme – die Verlierer in diesem Katz-und-Maus-Spiel sind immer wieder ehrliche Kunden.
Bevor Windows XP auf den Markt kam, hatten es Raubkopierer besonders einfach. Damals verließ sich Microsoft vor allem auf bloße Kopierschutzmaßnahmen: Die Installations-CDs sollten sich nicht vervielfältigen lassen, der Schutz war für findige Hacker jedoch kein Problem und schnell überwunden. Um die illegale Kopie zu installieren war daher nur eine Seriennummer nötig – die ließ sich ganz einfach aus dem Internet beziehen und konnte für beliebig viele Installationen verwendet werden. Mit Windows XP verlagerte Microsoft deshalb den Kopierschutz von der CD auf die Festplatte. Jede Installation sollte fortan automatisch über das Internet an Microsoft gemeldet werden, das installierte Windows sollte danach nur noch auf dem so authentifizierten Rechner laufen. Eine unrechtmäßige Verbreitung in Tauschbörsen sollte damit unmöglich werden.
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Der Gegenschlag der Hacker ließ jedoch nicht lange auf sich warten. Den zahlreichen professionellen Piraten im Netz gelang es schnell, Windows einfach von der Aktivierung abzuhalten. So ließen sich auch weiterhin raubkopierte Versionen problemlos verwenden. Für Microsoft ein herber Schlag, sollte die neue Strategie doch endlich den Raubkopierern das Handwerk legen. Deshalb verlegte sich der Konzern mit Windows Vista auf eine weitere Verschärfung seiner Maßnahmen: Wird das System nicht innerhalb von 30 Tagen aktiviert, zeigt es kontinuierlich Warnhinweise. Auch Windows 7 schützt sich noch mit dieser Methode gegen Raubkopierer: Eine Warnmeldung verzögert nach Ablauf des Aktivierungszeitraums den Startvorgang des Rechners um 15 Sekunden, der Desktop wird mit einem Wasserzeichen belegt, dass den Anwender ständig an die noch fällige Aktivierung erinnert.
Aber auch nach der Aktivierung setzt Microsoft seine Kunden einer ständigen Überwachung aus. Unter dem Label Windows Genuine Advantage (WGA) überprüfen kleine Tools regelmäßig, ob das installierte Windows legal und ordnungsgemäß erworben worden ist. Gelingt diese Prüfung nicht, können wichtige Updates und Programme wie der Internet-Explorer nicht mehr heruntergeladen werden. Kunden müssen Kontakt mit der Hotline von Microsoft aufnehmen, um dann noch ihr System nutzen zu können. Mit diesem Doppelschlag aus Aktivierung und ständiger Überwachung der Legalität will Microsoft der steigenden Flut von Raubkopien endlich Herr werden – gängelt aber vornehmlich seine Kunden. Für die ist der Vorgang der Aktivierung nämlich völlig undurchsichtig. Die bangen Fragen lauten: Was verrät mein System Microsoft über mich, und wann kann eine Aktivierung ungültig werden?
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Die Idee hinter die Windows-Aktivierung: Das Verfahren soll eine Windows-Kopie bei der Installation eindeutig einem Computer zuordnen. Dazu liest das zugehörige Tool Hardware-Details sowie die Seriennummer und sendet die Daten an Microsoft-Server. Dort wird zunächst gecheckt, ob die Seriennummer bereits für eine Aktivierung verwendet wurde – nur wenn das nicht der Fall ist, akzeptieren die Server die Windows-Version als legal und geben grünes Licht für die Freischaltung. Dann wird die Seriennummer in einem eindeutigen Profil zusammen mit den Hardware-Daten bei Microsoft gespeichert. Dieses Profil wird schließlich in regelmäßigen Abständen mit dem Rechner des Kunden verglichen. Findet an der Hardware eine Veränderung statt, vergibt das System dafür Punkte. Übersteigen diese Punkte eine vorgegebene Grenze ist sich Windows nicht mehr sicher, ob es noch auf dem selben Rechner installiert ist und fordert eine erneute Freischaltung.
Die von der Aktivierung gespeicherten Daten beziehen sich dabei allein auf die Hardware des eingesetzten Computers. Hier liegt auch der Unterschied zu der altbekannten Registrierung: Das Aktivierungsprofil verbindet ein Hardwareprofil mit einer Windows-Seriennummer, während bei der Registrierung der Kunde unter seinem Namen meldet, dass er ein Microsoft-Produkt besitzt und dafür Informationen oder Support haben will. Die Aktivierung ist Zwang, die Registrierung hingegen ist freiwillig und wird mit verschiedenen Leckerbissen wie exklusiven Angeboten und personalisiertem Support versüßt. Die Registrierung ist auch nicht Teil der Anti-Piraterie-Maßnahmen von Microsoft – die daraus gewonnenen Daten dienen wie bei anderen Softwareherstellern vor allem der Marktforschung.
Dennoch könnten sich angesichts der Datensammelwut in Redmond gewisse Bedenken für den Datenschutz ergeben. Denn Microsoft, so die Sorge, liegen nach Aktivierung und Registrierung alle wichtigen Daten rund um die Computernutzung vor. Name und Kontakt des Kunden sowie das gekaufte Produkt erfährt der Konzern über die Registrierung, aus der Aktivierung lassen sich Daten über Hardwarekonfiguration und -upgrades gewinnen. Zusammengenommen ergäbe das für Microsoft einen ziemlich durchsichtigen Kunden. Allerdings kann jeder frei entscheiden, ob er sich registrieren möchte, und die Profildaten der Aktivierung sind anonym und lassen sich kaum mit einem Registrierungsprofil, das ja nicht die Seriennummer eines gekauften Produkts enthält, in Verbindung bringen. Alles in allem ist die Angst vor der Datenkrake Microsoft also nicht zu begründen.
Viel schwerer wiegt jedoch die Gängelung für die ehrlichen Kunden. Größere Hardware-Änderungen ziehen die zeitraubende Prozedur einer erneuten Aktivierung per Telefon nach sich. Auch wer trotz aller datenschutzrechtlichen Zusicherungen Microsoft seine Hardwaredaten nicht preisgeben will, wird durch die nervenden Warn-Hinweise von Windows 7 zur Aktivierung gezwungen. Besonders ärgerlich für ehrliche Kunden: Raubkopierer kommen ohne all diese Nachteile aus – die haben mittlerweile wieder Wege gefunden, Windows illegal und ohne den Zwang zur Aktivierung zu kopieren.
Sascha Plischke
me schrieb:
am 26. Juli 2011 um 15:26:43
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FAIL
Hm, hatte mit Windows 7 bei der Neu-installation einer originalen Version (habe ich legal mit dem PC zusammen erworben) dermaßen
probleme gehabt, dass ich mir eine aus dem netz gezogen habe welche komischerweise fehlerfrei läuft....(ist in diesem Fall erlaubt, da es als Back-up gilt, original-key ist ja vorhanden, bevor hier irgendjemand aufregt...)
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Deadman schrieb:
am 26. Juli 2011 um 14:42:57
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Gates
Naja ob jetzt Gates mit dran verdient lassen wir hingestellt. Steve Jobs den geht es schon auch nicht schlecht. Nur ich behaupte mal,
Gates macht mit sein Geld MEHR gutes als Jobs. Ich sage sigar, Gates spendet mehr Geld jährlich als Jobs in seinen ganzen Leben. Wenn jede Firma so einen Chef hätte, würde es auf der Welt vielen besser gehen gerade in Afrika oder mit noch unheilbaren Krankheiten!
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Ich Bins schrieb:
am 26. Juli 2011 um 14:39:49
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@ schreinerling
Als langjähriger Linuxer bin ich entsetzt! Seit wann hat Linux 3,36% Anteil? So langsam verkommt es wohl zum Massensystem! :-(
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