19.11.2009, 12:46 Uhr | Sascha Plischke
NSA-Hauptquartier in Fort Meade, Maryland (Foto: NSA.gov)
Der amerikanische Nachrichtendienst National Security Agency (NSA) hat an der Entwicklung von mitgewirkt. Das hat nun ein Beamter der Behörde vor einem Ausschuss des US-Kongresses zugegeben. Außerdem habe der Geheimdienst auch noch seine Finger in der Entwicklung von Apples Mac OS X, Red Hat Linux und Sun Solaris im Spiel. Dabei sei es jedoch stets nur um eine Verbesserung der Sicherheit dieser gegangen.
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"In Zusammenarbeit mit Microsoft und Teilen des Verteidigungsministerium hat die NSA seine einzigartigen Kenntnisse und Erfahrungen im Hinblick auf Bedrohungen und Sicherheitslücken genutzt, um die Sicherheit von Microsofts Betriebssystem zu verbessern." So beschrieb im Wortlaut der NSA-Direktor für Informationssicherheit Richard-Schaeffer die Zusammenarbeit des Nachrichtendienstes mit Microsoft. Der Satz war Bestandteil einer vorbereiteten Stellungnahme vor dem Unterkomitee des Kongresses für Terrorismus und Heimatschutz zum Thema Cyber-Sicherheit und Terrorismus-Abwehr.
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Diese Zusammenarbeit sei nötig, weil sich die Informationssysteme sensibler Bereiche amerikanischer Behörden wie etwa dem Verteidigungsministerium immer mehr auf ganz normale, kommerzielle Produkte stützen würden. Deshalb müssten Geheimdienste, Heimatschutz und andere Behörden mit den Entwicklern der verwendeten Betriebssysteme zusammenarbeiten. Dabei würden die Behörden dabei helfen, die Betriebssysteme sicherer zu machen. Auf der anderen Seite ließen sich so Sicherheitsrichtlinien erstellen, die dann die schnelle und sichere Einführung des neuen Betriebssystemen in sensiblen Bereichen erleichterten, so Schaeffer.
Mit Microsoft arbeitet der Nachrichtendienst bereits seit den Zeiten von auf diese Weise zusammen. Sowohl XP als auch wurden schon in ihrer Entwicklung von den Schlapphüten des NSA durchleuchtet. Zusätzlich möchte der Nachrichtendienst in Zukunft mit Apple, Red Hat und Sun zusammenarbeiten, um deren Betriebssysteme Mac OS, Linux und Solaris ebenfalls unter die Lupe zu nehmen.
Verschwörungstheoretiker vermuten hinter der Einmischung der NSA jedoch heimliche Absichten. So könnte der Nachrichtendienst eine so genannte Backdoor in die Betriebssysteme einbauen, über die die Geheimen einen Computer jederzeit und an allen Sicherheitsmaßnahmen vorbei ausspionieren könnten. Das hat die NSA bisher immer aufs Schärfste abgestritten. Zudem hätten die Software-Unternehmen sicher etwas gegen eine solche Hintertür einzuwenden. Sollte sie entdeckt werden, wäre der Image-Schaden für das betroffene Betriebssystem groß. Im Prinzip hat die NSA aber durchaus ein Interesse daran, leicht und möglichst exklusiv Zugriff auf fremde Computersysteme zu bekommen. Schließlich ist sie neben der Abwehr von Gefahren auch für das Abhören und Belauschen fremder Mächte zuständig – und Windows läuft auch auf den Computern anderer Nationen als der der USA.
Sascha Plischke
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