28.01.2008, 09:40 Uhr | Sascha Plischke
Videoschnitt online: Der vollwertige Clip-Editor von Kaltura bereichert bald auch die Wikipedia. (Bild: Kaltura)Umwälzungen bei Wikipedia: Das Internet-Lexikon plant, in Zukunft auch Videos in Artikeln anzuzeigen. Der Clou: Genau wie die Texte sollen auch die Videos von der Wiki-Gemeinde editiert, umgestellt und geschnitten werden – alles ohne aufwändige Software, sondern live im Browser. Damit will sich die Wikipedia fit machen für das Web der Zukunft.
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Florence Devouard, Präsidentin der hinter der Wikipedia stehenden Wikimedia-Stiftung, kündigte die Neuerungen am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos an. Ab Herbst 2008 soll die Integration der interaktiven Videos möglich sein, inklusive der Möglichkeit der Bearbeitung der Filmchen durch die Nutzer des Online-Lexikons. "Das heißt, dass man Zugang zu den Videos hat und sie interaktiv verändern kann", sagte Devouard. "Das könnte sehr schön werden."
Video-Clips setzen auf bewährte Technologie
Die Videos werden auf der Technologie des kostenlosen Online-Projekts Kaltura basieren. Dort können Nutzer schon seit einiger Zeit per Web-Applikation Videos erstellen, schneiden und zusammenstellen. Anwender schließen sich zu Gruppen zusammen und arbeiten dann gemeinsam an den Filmen. Jedes Mitglied der Gruppe darf dann das Video bearbeiten. Neu wird in Zukunft die Schnittstelle für die Einbindung von Kaltura-Videos in der Wikipedia sein. Dann können nicht mehr nur Mitglieder einer kleine Nutzergruppe die Videos verändern – sondern jeder Wikipedia-User.
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Die Wikipedia reagiert damit auf die großen Trends im World Wide Web. Spätestens seit dem Rekord-Kauf des Videoportals YouTube durch den Online-Giganten Google spielen Bewegtbilder eine große Rolle im Internetgeschäft. Mittlerweile tummeln sich Zahlreiche Video-Seiten im Netz, deren Clips in abertausenden Blogs und Nachrichtenportalen zu finden sind. Einzig der Web-2.0-Dinosaurier Wikipedia musste bisher ohne virtuelle Flimmerkiste auskommen – Kaltura wird das nun ändern.
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Neben den interaktiven Videos plant das Web-Lexikon noch zwei weitere Neuerungen. So soll in Zukunft durch Änderungen am Benutzersystem klarer werden, welche Version eines Wikipedia-Eintrags von der Web-Gemeinde für zuverlässig gehalten wird. Außerdem plant die Wikimedia-Stiftung eine Schnittstelle, über die jeder Nutzer sich eine Auswahl von Wikipedia-Artikeln zusammenstellen und als PDF-Dokument herunterladen kann. Das ab Frühjahr 2008 geplante Feature soll "Wiki to Print" heißen und es wird gebührenpflichtig sein. Jedes zusammengestellte Dokument steht erst nach Zahlung einer kleinen Summe zum Download zur Verfügung. "Ich produziere mein eigenes kleines Buch, das ich kaufen und mir schicken lassen kann", fasst Florence Devouard die neue Funktion zusammen. "Das ist Wiki to Print."
Sascha Plischke
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