24.11.2011, 13:38 Uhr | Andreas Lerg
Steuerungssoftware für Wasserwerke war für Hacker ein leichtes Spiel. (Quelle: imago)
Rätselraten um den Hackerangriff auf ein Wasserwerk im US-Bundesstaat Illinois. Ermittlungen des FBI und des Department of Homeland Security (DHS) kommen zum Schluss, dass der Ausfall einer Pumpe nicht durch Einwirkung von außen verursacht wurde. Einen zweiten Hacker, der Beweise für einen anderen, gleichartigen Angriff liefert, ignorieren die Behörden jedoch.
Ein Hackerangriff soll zum Ausfall einer Pumpe in einem Wasserwerk im US-Bundesstaat Illinois geführt haben. Angeblich hätten die Hacker über einen Fernwartungszugang eine Pumpe immer wieder an und aus geschaltet und damit gezielt überlastet. Aktuelle Ermittlungen von FBI und DHS widerlegen diese Meldungen jetzt, wie US-Medien berichten. Ein Sprecher des DHS erklärte "Es gibt keinerlei Beweise für die Behauptungen, dass Zugangsdaten gestohlen oder das der Zugang des Lieferunternehmens für Manipulationen genutzt wurde, die zum Ausfall der Pumpe führten." Die Untersuchungen des Vorfalls würden dennoch fortgesetzt.
Nachdem das US-Technologiemagazin Wired den Vorfall in Illinois gemeldet hatte, spielten die Behörden den Vorfall zunächst herunter. Daraufhin meldete sich ein zweiter Hacker zu Wort, um ebenfalls auf angebliche Sicherheitslücken in solchen Anlagen aufmerksam zu machen. Dazu veröffentlichte er vier Screenshots der Steueranlage eines anderen Wasserwerks, auf die er angeblich Zugang habe. Die Behörden gingen jedoch in ihren Stellungnahmen auf diesen Vorfall nicht ein.
Der Angriff auf das Wasserwerk in Illinois soll über das Netzwerk einer Firma erfolgt sein, die Steuerungssysteme für Industrieanlagen verkauft. Diese Steuer- und Kontrollanlagen haben einen Fernwartungszugang, der auch über das Internet zugänglich ist. Darüber kann der Dienstleister beispielsweise Software-Updates einspielen und dem Betreiber der Anlage bei der Fehlersuche helfen. Laut dem Bericht von Wired verschafften sich die Hacker die Zugangsdaten des Fernwartungszugangs für die Steuerung der Anlage. Laut der Meldung wurde vermutet, dass der Hacker-Zugriff auf das Wasserwerk bereits zwei oder drei Monate vor dem Ausfall der Pumpe erfolgte. Die Mitarbeiter hätten die auffälligen Vorgänge als technische Macken fehlinterpretiert.
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Selbst wenn FBI und DHS recht behalten und der Hacker-Angriff auf das Wasserwerk nie stattgefunden hat und sich als Falschmeldung entpuppte, so sind diese Angriffsszenarien absolut vorstellbar. Wie der Fall des Stuxnet-Virus zeigte, werden durchaus digitale Waffen entwickelt, um etwa die Infrastruktur eines Landes anzugreifen. Hacker greifen staatliche Institutionen beispielsweise der EU an oder stehlen geheime militärische Daten. Zudem richten immer mehr Nationen Cyber-Abwehrinstitutionen ein, um feindliche Hackerangriffe abzuwehren. Hinter solchen digitalen Angriffen stecken oft keine übereifrigen Hobby-Hacker oder gewöhnliche Online-Kriminelle, sondern möglicherweise von staatlichen Stellen.
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Andreas Lerg
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