18.02.2010, 09:22 Uhr | Sascha Plischke
Miese Masche: Mit einem angeblichen Schock-Video verbreiten Online-Kriminelle einen Trojaner. (Quelle: t-online.de)
Mit einem angeblichen Mitschnitt des tragischen Unfalls des georgischen Rodlers Nodar Kumaritaschwili wollen Online-Kriminelle neugierigen Surfern einen Trojaner unterschieben. Der 21-jährige Athlet war bei einem Trainingslauf bei den Olympischen Winterspielen in Vancouver von der Bahn abgekommen und tödlich verunglückt. Die geschmacklose Strategie zeigt, wie schnell Online-Gangster auf aktuelle Ereignisse reagieren und sie für ihren Vorteil zu nutzen versuchen.
Die Warnung vor dem potentiell gefährlichen Video stammt von den Experten des Sicherheitsdienstleisters AVG. Die Kriminellen setzen bei ihrer Strategie auf die Neugier vieler Internet-Nutzer und optimieren speziell präparierte Internet-Seiten so, dass sie in den Suchergebnissen etwa von Google möglichst weit oben auftauchen. Dazu nutzen sie völlig legale Optimierungsmethoden, die legitime Internet-Seiten auch einsetzen, um bekannter zu werden. Wer dann nach einem bestimmten Ereignis wie dem Unglück bei Olympia sucht, landet auch bei den Seiten der Kriminellen.
Dort finden die Besucher auch tatsächlich ein Video. Wer es jedoch abspielen will, wird zur Installation eines Codecs aufgefordert. Nur mit ihm seien die makabren Bilder zu sehen. Tatsächlich lädt sich der Nutzer jedoch keine Software zur Anzeige von Videos auf den Computer, sondern einen gefährlichen Schädling. Der macht sich wie bei solchen Angriffen üblich nach der Installation umgehend daran, weitere Schadsoftware nachzuladen und geheime Informationen des Anwenders auszuspionieren. So bezahlen die Anwender ihre morbide Neugier am Ende mit dem Verlust von barem Geld, wenn Zugangsdaten für Online-Banking oder Kreditkartendaten in die Hände der Kriminellen gelangen.
Wie flexibel und schnell Online-Kriminelle auf aktuelle Ereignisse reagieren zeigen die Beobachtungen von Roger Thompson, der für AVG die Methoden der Kriminellen verfolgt. Kurz vor dem Unfall hatten die verschiedenen Banden im Internet sich auf verschiedene Nachrichten-Themen konzentriert und Seiten dafür präpariert. So entstanden optimierte Virenseiten für Suchen nach den Rückrufaktionen von Toyota und allgemeine Nachrichten rund um Olympia. Innerhalb weniger Stunden nach dem Unfall hatten die Gangster ihre Strategie jedoch voll auf den Rodel-Unfall umgestellt und so tausende Anwender auf ihre Seiten gelockt.
Dieses Verhalten beobachten Sicherheitsexperten mittlerweile bei jedem größeren Nachrichtenthema. "Die Leute sind es dann ja gewohnt, Bilder oder Videos als erstes im Netz zu finden und suchen danach", sagte Lutz Neugebauer, Sicherheitsexperte des IT-Branchenverbands BITKOM dem Online-Magazin RP Online. Sollte es gerade keine tatsächliche Tragödie geben, verschicken die Gangster Spam-Nachrichten mit gefälschten Todesnachrichten von Berühmtheiten. Um sich zu schützen sollten Anwender deshalb nie solchen E-Mails folgen. Sollten Sie auf der Suche nach einem Video auf eine wenig bekannte Seite stoßen, sollten Sie niemals Aufforderungen zum Download von Software nachkommen. Legitime Video-Seiten funktionieren mittlerweile entweder ganz ohne Plug-Ins oder mit Flash – und das können sie sich direkt bei vertrauenswürdigen Quellen wie etwa Softwareload herunterladen.
Sascha Plischke
Kurt schrieb:
am 19. Februar 2010 um 16:19:20
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Virus
Die wohl billigste abfälligkeit um über Leichen
zu gehen.
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muhns schrieb:
am 19. Februar 2010 um 14:22:56
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virus
Es Ist Intresannt Wie Schnell Alle Eine Poetische Meinung Parat Haben Ohne Sich Die Hände An Der Eigenen Nase Schmutzig Zu Machen !!!
Wärt Ihr Alle Nicht Neugierig Hättet Ihr Diesen Artikel Doch Garnicht Angeklickt Oder ??? Also Tut Nicht So Schlau Und Seriös Bitte.
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Pat schrieb:
am 19. Februar 2010 um 10:46:08
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Sind wir die besser?
Da beisst sich die Kuh doch in den Schwanz: Für die Medien ist es normal geworden solche Bilder zu präsentieren. Jeder
Krieg wird vom Sofa aus mitangeschaut. Die Gesellschaft verroht. WIR sind die Konsumenten und WIR könnten uns dagegen entscheiden. Aber wie auch immer: Der Tod interessiert uns, denn es wird letztendlich auch jeden von uns auf die eine oder andere Weise treffen. Diejenigen, die aus den elendigen Schicksalen Kapital schlagen sitzen schon wieder auf der Lauer.
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