26.05.2011, 11:22 Uhr | dpa
Vinton Cerf, Erfinder des Internet, will Planeten vernetzen. (Foto: dpa) (Quelle: dpa)
Vinton Cerf, einer der Erfinder des Internet, will das Weltraum-Web. Das InterPlaNet getaufte Netzwerk soll vor allem die Kommunikation mit Forschungssonden im Weltraum verbessern, doch plant Cerf bereits in die Zukunft und denkt über den Internetanschluss anderer Planeten nach. Außerdem mahnt er dem zügigen Umstieg auf IPv6 an.
Cerf wurde in Potsdam vom Hasso-Plattner-Institut mit dem HPI Fellowship Award geehrt. Dort sprach er am Mittwoch auch über das InterPlaNet als interplanetarem Netz, an dem Cerf mitarbeitet. Der Internet-Pionier stellte fest, das bei den Verbindungen zu Weltraumsonden etwa auf dem Mars das von ihm mit erfundene gewöhnliche Internet-Protokoll kaum geeignet ist: "Zum einen merkt man auf diesen Entfernungen, dass die Lichtgeschwindigkeit auch zu langsam sein kann." Zum anderen gerieten die Sonden wegen der Rotation der Planeten immer wieder in Funklöcher, sodass Daten verloren gingen. Deshalb soll InterPlaNet für eine reibungslose Kommunikation mit Technik auf andere Planeten sorgen.
Der 67-Jährige hatte ab den 60er Jahren zusammen mit Robert Kahn das Internet-Protokoll TCP/IP entwickelt und damit den Grundstein für das heutige Internet gelegt. Die Grundidee, dass Informationen in kleine Datenpakete zerlegt, über das Netz verschickt und wieder zusammengesetzt werden, ermöglichte die problemlose Übertragung größerer Datenmengen. Der Internet-Pionier arbeitet inzwischen für den Suchmaschinen-Riesen Google als Chief Internet Evangelist und soll in dieser Funktion das Netz populär machen.
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In seiner Ansprache mahnte Cerf eindringlich den schnellen Umstieg auf IPv6 an. Diese nächsten Version des Internet-Protokolls soll unter anderem mehr Sicherheit bieten. Cerf erklärte: "Damals, als wir in den 70er Jahre die heutige Version des Internet-Protokolls entwarfen, was es nur ein experimentelles Projekt. Außerdem gab es viele Technologien noch gar nicht, die heute das Netz sicherer machen können." Der neue Standard ist zwar schon vor rund 15 Jahren beschlossen worden, aber kommt erst jetzt allmählich zum Einsatz. Ein Grund für die Verzögerung ist, dass IPv6 nicht mit dem Vorgänger IPv4 kompatibel ist und Dienste parallel betrieben werden müssen. Zuletzt gewann die Umstellung aber etwas an Fahrt, da Anfang des Jahres die letzten Adressblöcke für IPv4 vergeben wurden (Vernetzung: So verbinden Sie Computer, Fernseher und Co.).
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Quelle: dpa
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