28.09.2009, 09:16 Uhr | Andreas Lerg
Nervtötende Spam-Mails lohnen sich leider: Die unerwünschten E-Mails für Viagra oder auch Cialis bringen den Versendern über 4000 Dollar pro Tag ein. Eine Untersuchung der Sicherheitsspezialisten von Sophos zeigt, dass Spam für Medikamente die besten Gewinne bietet. Partnerka, das größte Spam-Netzwerk im Internet, befindet sich in Russland.
Spam-Mails sind eine stetig wachsende Plage, denn sie werden tagtäglich millionenfach verschickt und verstopfen zunehmend das Internet. Eine Analyse des Sicherheitsdienstleisters Sophos zeigt, dass sich die Werbeflut für die Verursacher durchaus lohnt. Demnach bringt "Pharma-Spam" mindestens 4000 Dollar Umsatz pro Tag. Und das, obwohl die Zahl derer, die auf die Angebote in Spam-Mails eingehen und tatsächlich kaufen, sehr gering ist. So tragen verhältnismäßig wenige Internet-Nutzer dazu bei, dass Millionen E-Mail-Postfächer jeden Tag aufs neue mit Werbemüll geflutet werden.
Wie die Untersuchung zeigt, hat das aktivste und am schnellsten wachsende Spam-Netzwerk seinen Sitz in Russland. Das als Partnerka bekannte Netz von Spammern versendet die unerwünschte E-Mail-Werbung unter anderem für den Pharmaverbund GlavMed, dem viele Online-Pharmahändler angehören. GlavMed behauptet von sich, strikt gegen Spam zu sein, doch Sophos hat bei GlavMed eine existierende Infrastruktur zum Versand von Spam und zur Abwicklung daraus resultierender Umsätze identifiziert.
Nach Angaben von Sophos habe man auch die Verkaufsdokumentationen von GlavMed unter die Lupe nehmen können. Dabei habe man nachweisen können, dass rund 20 Verkaufsabschlüsse pro Tag direkt auf erfolgreiche einzelne Spam-Wellen zurück zu führen sind. GlavMed soll dabei jeweils 40 Prozent Provision vom Verkäufer einstreichen. Bei einem durchschnittliche Einkaufswert von 200 Dollar bringt Spam damit 4000 Dollar Umsatz pro Tag, wovon GlavMed dementsprechend 1600 Dollar kassiert.
Eine andere Studie der Anti-Abuse Working Group (MAAWG) zeigt, dass rund 52 Prozent aller Empfänger eine Spam-Mail öffnen. Und davon sind zwölf Prozent tatsächlich an dem feil gebotenen Produkt interessiert und kaufen dann teilweise auch. Daher ist der Versand von Spam nach wie vor ein absolut lohnendes und deshalb auch boomendes Geschäft. Die Experten rechnen damit, dass das Spam-Aufkommen eher zu- als abnehmen wird.
Sich wirkungsvoll vor Spam zu schützen ist nicht leicht, da die kriminellen Täter immer neue Wege finden, an E-Adressen zu kommen. Auch wer sorgsam darauf achtet, seine Adresse nur wirklich vertrauenswürdigen Stellen zu geben, ist nicht völlig sicher davor, auf die Versenderlisten landen. Statt dessen ist es wichtig, einen wirkungsvollen Spam-Filter zu haben, wie ihn zum Beispiel t-online.de anbietet. Gute Filter halten bereits einen Großteil der unerwünschten Nachrichten ab und können darüber hinaus oft noch trainiert werden.
Andreas Lerg
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