02.07.2008, 09:47 Uhr | Christoph Schmidt
Browser-Nutzer gehen mit der Sicherheit im Internet zu fahrlässig um. Forscher der ETH Zürich schlagen Alarm: Fast jeder zweite Internetnutzer geht im Internet unnötige Sicherheitsrisiken ein. Schuld ist das fahrlässige Updateverhalten vieler Anwender, die mit wahren Softwareleichen durchs Internet wanken. Programmierer stopfen zwar regelmäßig die Lücken in Internet Explorer (IE), Firefox oder Opera, doch nur Wenige installieren die neuen Versionen. Deshalb fordern die Forscher ein Verfallsdatum für den Browser.
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Die Sicherheitsexperten der ETH Zürich werteten zwischen Januar 2007 und Juni 2008 mit Hilfe der Webserver-Statistiken von Google das Updateverhalten von Browsernutzern aus. Darüber konnten sie erstmals bestimmen, wie viele Browser nicht auf dem aktuellen Stand sind. Die Ergebnisse sind erschreckend: 637 Millionen Nutzer verwenden eine veraltete Browser-Version. Zum Freude von Hackern, die Sicherheitslücken nutzen, um Viren unters Volk zu bringen.
Anwender vernachlässigen Sicherheitspatches
Offenbar vernachlässigt noch nahezu jeder Zweite Sicherheitspatches, die Internetnutzer vor Hackerattacken schützen könnten. Nur 59,1 Prozent aller Surfer benutzen die aktuellste Version ihres Browsers. Dabei sind Nutzer des Firefox vorsichtiger und aktualisieren ihren Browser regelmäßig: 92,2 Prozent nutzten Anfang Juni 2008 die aktuelle Browserversion. Dagegen waren lediglich 52,5 Prozent der IE-Nutzer mit der aktuellsten Version im Internet unterwegs.
Firefox hat eine überlegen Updatefunktion
Die Forscher erklären die Unterschiede beim Updateverhalten durch unterschiedliche Prozesse, mit denen sich Nutzer die neueste Version auf den Rechner holen. So sei der Firefox in Sachen Updategeschwindigkeit klar im Vorteil. Zudem sei die automatische Updatefunktion des Firefox anderen Browser überlegen. Deshalb müsse man hier ansetzen, um die Browser-Sicherheit insgesamt zu erhöhen. Stefan Frei von der Communication Systems Group am Institut für technische Informatik und Kommunikationsnetze (TIK) der ETH Zürich resümiert: „Viele Benutzer sind heute einfach überfordert; sie wissen gar nicht, ob sie überhaupt die aktuellste Version ihres Browsers benutzen.“ Doch der Forscher hat bereits eine mögliche Lösung für das Problem.
Verfallsdatum für den Browser
Die Forscher schlagen eine Art Verfallsdatum für den Browser vor - vergleichbar dem bei Lebensmitteln. Dies würde jedem Nutzer die Notwendigkeit von Updates verdeutlichen und so Transparenz für den Verbraucher schaffen. Ein solches Verfallsdatum sollte dann deutlich im Browser erscheinen und den Nutzer darauf hinweisen, dass er sich und sein System unnötigen Gefahren aussetzt. Zudem solle gleich das nötige Update mit angeboten werden. So könnte gewährleistet werden, dass Nutzer stets mit der aktuellste Version im Netz surfen und das Internet würde ein Stückchen sicherer.
Zum WeiterlesenSicherheitsrisiko Softwareleiche
DownloadMozilla Firefox 3
DownloadInternet Explorer 7
Download Opera
Christoph Schmidt
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