02.08.2011, 09:46 Uhr | Damian Robota
Zombie-Cookies rekonstruieren sich bei jedem Browserstart (Bild: t-online) (Quelle: imago)
Um ihre Nutzer im Internet wiederzuerkennen, greifen selbst populäre Webseiten zu zweifelhaften Tricks, wie US-Datenschutz-Forscher herausgefunden haben. Immer mehr Seiten nutzen so genannte "Zombie-Cookies", die auf dem Computer der Nutzer verbleiben und sich hartnäckig gegen jegliche Löschversuche wehren. Die gespeicherten Flash-Cookies protokollieren ungefragt das Surfverhalten und nutzen jeden installierten Browser.
Datenschutz-Forscher an der University of California Berkeley haben herausgefunden, dass einige populäre Internetseiten in den Vereinigten Staaten besonders widerstandsfähige Zombie-Cookies einsetzen. Diese wiedersetzen sich dagegen gelöscht zu werden, umgehen Cookie-Blocker, speichern sich verteilt auf der Festplatte ab und können sich selbst wieder zum Leben erwecken. Einige dieser hartnäckigen Cookies werden von Webfirmen wie Kissmetrics.com an Unternehmen verkauft. Die bekannte amerikanische Videoseite hulu.com und der Musikdienst Spotify beendeten nach der Bekanntgabe der Untersuchung nun vorerst die Geschäftsbeziehungen zu Kissmetrics.
Zombie-Cookies tauchen nicht im Cookie-Manager von Browsern wie Firefox und Internet Explorer auf. Denn sie speichern nur Informationen von Seiten, die den Adobe Flash Player oder Microsoft Silverlight verwenden. Bei dem Versuch einen solchen Cookie im Browser zu löschen, werden nur Teilstücke entfernt. Das Zombie-Cookie rekonstruiert sich danach automatisch beim nächsten Browserstart und lebt auf dem System weiter. Besonders heikel: Flash- und Silverlight-Cookies sind browserübergreifend und können somit das Surfverhalten über mehrere installierten Browser hinweg speichern. In unserer Foto-Show zeigen wir Ihnen, wie Sie hartnäckige Flash-Cookies auf Ihrem System aufspüren, beseitigen und blockieren.
Jeder Browser arbeitet mit Cookies. Dabei werden in einer kleinen Datei Informationen zu besuchten Internetseiten auf der Festplatte gespeichert. Öffnet der Nutzer eine Internetseite, greift der Browser auf die gespeicherten Cookies zurück. So bleiben individuelle Einstellungen und Anmeldedaten für den Nutzer gespeichert. Dabei kann jedoch das Surfverhalten ausspioniert werden. Über Drittanbieter-Cookies werden Informationen zu einem Nutzer über mehrere Internetseiten hinweg gesammelt. Webseitenbetreiber können damit zum richtigen Zeitpunkt gezielt Werbung einblenden. Interessiert sich ein Nutzer beispielsweise für Computer, kann es passieren, dass ihm im nächsten Newsletter oder auf häufig besuchten Internetseiten besonders günstige PC-Hardware oder Software angeboten wird.
Internetkriminelle legen ahnungslose Surfer mit immer dreisteren Tricks aufs Kreuz. Wir zeigen, wo die fiesesten Fallen lauern. Download-Fallen
Normale Cookies lassen sich in jedem Browser innerhalb weniger Sekunden löschen. Klicken Sie dazu im Internet Explorer auf Sicherheit - Browserverlauf löschen. Achten Sie darauf, dass das entsprechende Häkchen neben Cookies gesetzt ist. Im Firefox-Browser finden Sie die Funktion unter Extras - Neueste Chronik löschen. Wählen Sie aus dem Menüzeitplan den Eintrag Alles aus und achten Sie darauf, dass unter Details das Häkchen neben Cookies gesetzt ist. In dem Ratgeber Cookies einer Webseite blockieren zeigen wir Ihnen, wie Sie dauerhaft Web-Cookies kontrollieren und auf ausgewählten Internetseiten blockieren.
Damian Robota
Horst Klug schrieb:
am 23. August 2011 um 10:16:12
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flash cookies
Prima Anleitung von t-online für W7, aber bitte auch, wie sonst, eine Foto-Show für XP, da nicht so einfach übertragbar bzw.
durchführbar.
Danke!!!
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Rausschmeißer schrieb:
am 3. August 2011 um 09:15:17
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W7
Mit W7 64 bleibe ich vor diesen kleinen Mistdingern bisher verschont, weil es keinen Flash Player für 64 bit Betrieb gibt und ich
Silverlight rausgeworfen habe, was bisher noch möglich ist. Die meisten Webseiten versuchen, mir einen alten 32bit Spionage-Flash Player unterzujubeln, was durch das Betriebssystem im 64bit Modus aber zuverlässig verhindert wird. Danke Microsoft und Adobe!!!
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Scharfrichter schrieb:
am 2. August 2011 um 10:50:33
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Aufteilen statt Aufrüsten
Im Alltag ist es fast unmöglich geworden, keine deutlichen digitalen Spuren zu hinterlassen, wenn man am modernen
elektronischen Leben teilnehmen will. Wer Sicherheit sucht, sollte in die analoge Vergangenheit zurückkehren und z.B. wieder persönlich zur Bank gehen und nur mit Bargeld zahlen. Zudem kann man statt einem fetten Rechner, auf dem die gesamte Persönlichkeit gepeichert ist, die trotz Schutz jedem Hacker zugänglich ist, mehrere nutzen, die je nur einzelne Interessensfelder abdecken.
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