26.05.2008, 09:12 Uhr | AFP
Google Street View zeigt intime Einblicke - nicht immer sind die Betroffenen damit einverstanden. (Quelle: t-online.de)
Googles umstrittener Dienst Street View kommt nach Deutschland. Der Internetgigant will hierzulande flächendeckend Straßenzüge fotografieren und die Bilder ins Internet stellen. Die Aufnahmen sollen in den Dienst Google Maps eingefügt werden, wie der Datenschutzbeauftragte des Konzerns gegenüber Focus bestätigte.
Das Projekt sei in Europa angelaufen und solle demnächst auch in Deutschland beginnen. Street View zeigt 360-Grad-Panorama-Ansichten ganzer Straßenzüge aus der Fußgänger-Perspektive, auf denen auch Passanten zu erkennen sind. In der US-Version von Google Maps und der neuen Version von sind bereits Aufnahmen aus 40 US-Städten zu sehen.
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Street View wird seit dem Start in den USA im Sommer 2007von Datenschützern kritisiert und führte bereits zu zahlreichen Klagen von Privatleuten. Die Bilder werden von Spezialfahrzeugen aus gemacht, deren Kameras mit ihren elf Linsen bis zu 30 Bilder pro Sekunde schießen. Unfreiwillig gelangen so auch Menschen auf die Bilder, die sich unbeobachtet fühlen, fotografiert teils aus wenigen Metern Entfernung. Seitdem kursieren Aufnahmen von Nasebohrern, In-die-Büsche-Pinklern und Sex-Kino-Besuchern im Internet. Google weist die Kritik zurück mit dem Hinweis, alle Fotos seinen von öffentlichen Plätzen aus gemacht worden, und auf Wunsch der Betroffenen würden Bilder entfernt. Doch anders als in der US-Version sollen nun im deutschen Street-View-Dienst zur Wahrung der Privatsphäre alle Gesichter und Kfz-Kennzeichen unkenntlich gemacht werden, kündigte der deutsche Google-Datenschutzbeauftragte gegenüber Focus an. Wie zuverlässig das funktioniert, bleibt allerdings abzuwarten.
Auch die Deutsche Post plant laut Focus ein ähnliches Projekt. Das Unternehmen bestätigte dem Magazin zwar lediglich, eine Bilddatenbank von deutschen Städten aufzubauen. Eine Sprecherin des Datenschutzbeauftragten von Nordrhein-Westfalen sagte allerdings, ihre Behörde prüfe das Projekt bereits. "Die Post möchte die Bilder unter anderem für ihre Adressdatenbank statistisch auswerten und einen virtuellen Stadtbesuch anbieten", zitiert das Magazin die Sprecherin.
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AFP
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