30.07.2008, 14:13 Uhr | AFP/DPA/t-online.de
NASA-Hacker McKinnon muss sich vor einem US-Gericht verantworten. (Archivfoto: AFP)Großbritannien liefert den berüchtigten NASA-Hacker Gary McKinnon an die USA aus. Die höchste Gerichtsinstanz des Landes, das britische Oberhaus, wies einen Antrag des 42-Jährigen auf Berufung zurück. Nach jahrelangem Rechtsstreit drohen dem nach US-Angaben "gefährlichsten Computer-Hacker der Welt" nun bis zu 70 Jahre Haft.
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McKinnon ging als UFO-Hacker in die Geschichte des Internets ein. Er soll zwischen 2001 und 2002 in mehr als hundert Computer des Pentagons, der NASA und der britischen Streitkräfte eingedrungen sein. Gegenüber dem US-Magazin Wired sagte er: "Ich habe nach Beweisen für UFOs gesucht." Und er soll fündig geworden sein. McKinnon behauptet, auf den Rechnern des Pentagons Beweise entdeckt zu haben. Demnach sollen außerirdische Technologien etwa bei der Entwicklung von US-Waffensystemen geholfen haben.
NASA-Hack aus reiner Neugier
McKinnon beteuerte stets, sich lediglich aus reiner Neugier und auf der Suche nach neuen Erkenntnissen zu UFOs in die Sicherheitssysteme der USA eingehackt zu haben. Dabei hat er nach US-Angaben jedoch 950 Passwörter geknackt und Dateien zum Munitionsvorrat des Marinestützpunkts Earle im US-Bundesstaat New Jersey gelöscht. Es sei ein Schaden in Höhe von 700.000 Dollar (580. 000 Euro) entstanden. "Gary McKinnon ist weder ein Terrorist noch ein Sympathisant mit Terroristen", hieß es in der Mitteilung der Anwälte. Die Verteidiger kündigten eine Berufung vor dem Europäischen Gerichtshof an, da die Konsequenzen einer Auslieferung "unproportional" seien.
Briten fassten Hacker
Der im Norden Londons lebende arbeitslose Computerfachmann war 2005 drei Jahre nach der Anklageerhebung in den USA von der britischen Polizei gefasst worden. Das Hohe Gericht der Hauptstadt genehmigte bereits im vergangenen Jahr die Auslieferung McKinnons. Dessen Anwälte legten jedoch Berufung ein, weil sie fürchteten, dass ihrem Mandanten Haft im US-Lager Guantanamo auf Kuba drohe. Nun wird McKinnon doch der Prozess in Amerika gemacht. Bei einer Verurteilung drohen ihm 70 Jahre Haft. McKinnon sagte gegenüber der britischen Zeitung The Guardian: "Ich glaube, mein Fall wird so streng verfolgt, weil sie Angst davor haben, was ich auf ihren Rechner gesehen habe." Er fühle sich wie in einem verrückten Film - der nun eine ernsthaft Wendung zu nehmen scheint.
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AFP/DPA/t-online.de
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