28.04.2011, 13:59 Uhr | Sascha Plischke
Navigationsgerät von TomTom (Foto: TomTom).
Navigationsgeräte-Hersteller TomTom steht unter Druck: Der Konzern hat in den Niederlanden Nutzerdaten an die Polizei verkauft – die macht damit Jagd auf Raser. Das berichtet die niederländische Zeitung Algemeen Dagblad. Die anonymisierten Daten helfen der Polizei dabei, Strecken mit hoher Durchschnittsgeschwindigkeit zu identifizieren und ihre Radarfallen entsprechend aufzustellen. Die Käufer der Navigationsgeräte sind verärgert, Konzernchef Harold Goddijn entschuldigte sich umgehend.
Eigentlich soll der Verkauf der Daten an die niederländische Regierung bloß die Bilanz des gebeutelten Herstellers aufbessern. Vor wenigen Tagen hatte TomTom abermals schlechte Quartalszahlen präsentieren müssen. Nun sieht sich der strauchelnde Konzern jedoch harscher Kritik ausgesetzt, weil die Daten unter anderem von der niederländischen Polizei für die Aufstellung von Radar-Fallen verwendet werden. TomTom-Boss Goddijn entschuldigte sich umgehend bei den Kunden. TomTom habe die Daten Regierungen und Behörden zur Verfügung gestellt, um diese bei der Verkehrsplanung zu unterstützen, heißt es in dem Statement. Dass die Polizei diese Daten ebenfalls verwende, sei dem Konzern erst jetzt bekannt geworden. "Wir wissen, dass viele unserer Kunden dieser Gedanke überhaupt nicht gefällt, und wir werden uns ansehen, ob wir diese Art der Nutzung in Zukunft weiter erlauben werden", so Goddijn weiter.
Dass die Polizei die Daten überhaupt für die Jagd auf Raser verwenden kann, liegt nach Informationen des Konzerns an den Lizenzvereinbarung für den Kauf. Die schließt eine Weitergabe der Informationen an andere Behörden nicht aus, auch die Art der Nutzung legt sie wohl nicht bis ins Detail fest. Die Daten seien jedoch vollkommen anonymisiert. Die Polizei könne keinen Datensatz zu einem Gerät und damit zu seinem Besitzer zurückverfolgen. Wer sich davon jedoch nicht beruhigen lässt, kann die Weiterleitung der Daten an TomTom ganz einfach untersagen. Die Navigationsgeräte übermitteln die Daten, sobald sie an einen PC angeschlossen werden. Hier taucht dann ein Pop-Up auf, dass nach der Erlaubnis des Nutzers fragt. Hier muss er einfach die Erlaubnis verweigern. Bei der Nutzung der so genannten LIVE-Funktionen, die Verkehrsinformationen in Echtzeit bereitstellen, sendet das Navigationsgerät jedoch weiterhin Verkehrsdaten an die Server von TomTom.
Auch in Deutschland bietet TomTom diese anonymisierten Daten Regierungsstellen zur Verwendung an. Bisher hat nach Konzerninformationen jedoch noch keine deutsche Kommune die Daten lizensiert und verwendet. Eine Nutzung der Verkehrsdaten durch die Polizei wie in den Niederlanden habe deshalb wahrscheinlich nicht stattgefunden. In Zukunft wolle TomTom diese Art der Verwendung zudem untersagen. Zwar wolle der Konzern auch in Deutschland weiter intensiv mit Behörden zusammenarbeiten. Die Lizenzbedingungen für die Datennutzung soll jedoch angepasst werden.
Sascha Plischke
Bel schrieb:
am 15. Dezember 2011 um 12:18:51
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Hierzu
Nokia hat erstens die Förderung erhalten vom Bund, dann sein Werk ausgelagert. Hat aber nun den Kartenhersteller Navteq gekauft, das
im Garmin und in Navigon enthalten ist. Zweites Standbein, weil Handys nicht gut laufen.
TomTom Vertrag mit der Regierung war eben nichtganz wasserdicht.
Jedoch unterstützen wir mit TomTom keinen, der Förderung vom Bund kassiert und dann ins Ausland mit dem Geld abhaut.
Teleatlaskarten sind für den europ. Raum und kein US- Amerikaner. Kartenhersteller!!!
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Rene schrieb:
am 13. Juni 2011 um 17:28:13
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Verrat an die Polizei
Ist doch ganz einfach, kein TomTom mehr kaufen und das ganze aushungern. Es geben doch genügend andere ehrliche Firmen die keinen Verrat verüben.
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dieter schrieb:
am 3. Mai 2011 um 08:47:35
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datenverkauf
nokia hat sein werk ausgelagert, und wird gemieden. wollen hoffen, dass es tom tom ähnlich ergeht. ich würde tom tom nicht
kaufen. zum glück habe ich kein tom tom, und werde auch keines haben.
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