15.05.2008, 13:08 Uhr | Sascha Plischke
Die "crazy rasberry ant" (verrückte Rasberry-Ameise) labt sich an PCs. (Foto: Antweb.org / California Academy of Sciences)Es klingt wie ein schlechter Horrorfilm: Eine eingeschleppte Ameisen-Art überfällt Texas und nistet sich in Massen in Computern und anderen elektronischen Geräten ein. Die Geschichte ist jedoch wahr – und entwickelt sich zu einer ernst zu nehmenden Plage. Rund um die texanische Stadt Houston verbreitet sich die Art der "Verrückten Rasberry-Ameise" wie eine Plage und bedroht dort wichtige Computer-Systeme. Klassische Bekämpfungsmittel verpuffen wirkungslos – die zähen Insekten sind nicht totzukriegen.
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zuhause.deAmeisen bekämpfen – Tipps gegen Ameisen im Haus
Die haarigen, rot-braunen Ameisen gelangten offenbar an Bord eines Container-Schiffes in den Südwesten der USA. Dort fanden die Tiere einen hervorragenden Lebensraum: Das heiße, feuchte Klima von Texas bekommt der Brut der Spezies ausgezeichnet. Die Zahl der Ameisen geht mittlerweile in die Milliarden – und die rote Flut sorgt für eine Menge Ärger. Vor allem um Houston konzentriert sich die Population der kleinen Biester. Dort nisten sie sich mit Vorliebe in der Nähe von elektrischen Geräten ein, besonders Computer-Gehäuse haben es ihnen offenbar angetan. Die schiere Masse der Ameisenleiber sorgt dann für Kurzschlüsse und Ausfälle – oft auch in sensiblen Computer-Systemen.
Ameisen überfallen NASA-Raumhafen
So wurden die Ameisen bereits im Johnson Space Center der Weltraumbehörde NASA entdeckt, wo sie es sich in verschiedenen Schaltkreisen gemütlich gemacht hatten. Auch für den Ausfall mehrerer wichtiger Abwasserpumpen rund um Houston sollen die Tiere verantwortlich sein. Aber auch in ganz normalen Häusern können die Tiere gefährlich werden: Neben den teuren und ärgerlichen Schäden an den heimischen Rechnern können die Tiere auch für Kurzschlüsse in Steckdosen oder Stromausfälle sorgen.
Bekämpfung erweist sich als schwierig
Die Bekämpfung der zähen Art erweist sich jedoch als schwierig. So werden die Ameisen von den üblichen Giftfallen nicht angezogen, und auch ein direktes Ausbringen von Kontaktgiften verpufft wirkungslos: Sind erst einmal genug Tiere gestorben nutzen die Überlebenden ihre toten Kameraden für den Bau einer Brücke über die vergifteten Bereiche. Und auch ansonsten erweisen sich die Ameisen als äußerst widerstandsfähig: Die rote Feuerameise, die bisherige, hochaggressive Plage der texanischen Sommer, dient der Rasberry-Ameise gerade einmal als Snack für Zwischendurch.
Sascha Plischke
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