15.11.2010, 15:30 Uhr | Christian Fenselau
Opfer des Stuxnet-Wurms: Die Atomanlage in Bushehr im Iran (Foto: dpa) (Quelle: dpa)
Der Sicherheitsdienstleister Symantec hat das Gefahrenpotenzial des Computerschädlings Stuxnet analysiert. Das Ergebnis ist alarmierend: Wie befürchtet, hat der Computerwurm es auf die Atomanlagen des Iran abgesehen. Symantec erklärt in einem Video die Funktionsweise von Stuxnet. Der Schädling ist nicht vergleichbar mit anderen Viren oder Trojanern, die weltweit im Umlauf sind, sondern ein ganz anderes Kaliber.
Der Stuxnet-Wurm hatte im Sommer die iranische Atomanlage in Bushehr infiziert und ist im Unterschied zu den meisten anderen Schadprogrammen hoch spezialisiert – sein Ziel ist eine spezielle Steuerungssoftware von Industrieanlagen. Was Symantec bei der Analyse herausfand, bestätigt die schlimmsten Befürchtungen. Stuxnet kann Großindustrie-Anlagen sabotieren und massive Schäden anrichten. Mittels des Stuxnet-Schadcodes kann ein Angreifer auch digitale Dokumente entwenden, etwa zum Betrieb der Anlage.
Symantec dokumentiert im Videoclip und in einem PDF-Dokument die Ausnahmestellung von Stuxnet: Die Art und Weise, wie der Schädling funktioniert, geht weit über das hinaus, was ein Einzelpersonen in dunklen Hinterzimmern aushecken könnten. Zunächst infiziert Stuxnet Windows-Computer und ist in der Lage, sich Administratorrechte zu verschaffen. Über Freigaben im lokalen Netzwerk verbreitet sich der Wurm unbemerkt weiter. Ziel des Schädlings ist es, in eine spezielle Steuerungssoftware einzudringen, mit der hoch spezialisierte Industrieanlagen programmiert werden.
Im Fall der Atomanlage in Bushehr war das die Urananreicherungs-Zentrifuge, dessen Steuerungsrechner war eine Siemens-Spezialanfertigung. Stuxnet war in der Lage, die programmierte Drehzahl der Zentrifuge unbemerkt von dem Programmierer nach den Vorgaben seiner Erschaffer zu ändern. Die Folgen derartiger Manipulationen reichen von erhöhtem Verschleiß bis hin zu Anlagen, die außer Kontrolle geraten und sich nicht mehr abschalten lassen. Für diese Art von Manipulation ist immenses Detailwissen vonnöten, von den Steuerungsrechnern ebenso wie von den Industrieanlagen. Experten schätzen Stuxnet aufgrund des hohen Entwicklungsaufwands und des Schadenspotenzials für weltweit einmalig.
Als erstes Einfallstor in ein Computernetzwerk befällt der Stuxnet-Wurm einen Windows-PC über einen eingesteckten USB-Stick. Eine Sicherheitslücke in der Autostart-Funktion, die ein angeschlossener Stick auslöst, ist einer der Schwachpunkte, die Stuxnet ausnutzt. Um den Schädling letztendlich auf die Industrieanlagen zu bringen, ist ein extrem hoher Aufwand nötig: Die Anlagen sind aus Sicherheitsgründen meistens nicht an das interne Computernetz oder das Internet angeschlossen. Sie werden über ein speziell konfiguriertes Notebook gesteuert. Symantec berichtet, dass Stuxnet weltweit über 100.000 System befallen hat, davon befinden sich über 60 Prozent im Iran, gefolgt von Indonesien und Indien. Auch in den USA, Großbritannien und einigen ehemaligen Sowjet-Republiken konnte sich der Schädling einnisten.
Christian Fenselau
kay schrieb:
am 16. November 2010 um 19:54:11
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stuxnet
tja.. sowas kommt von sowas... die können ja mal versuchen stuxnet in meine "anlage" einzuschleusen. die maschine ist baujahr 1947.
hmmm... welches betriebssystem hat die eigentlich *grübel*
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Dirty Hacker schrieb:
am 16. November 2010 um 19:52:49
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Schade
wo ich mich doch so angestrengt habe, dass sie es nie herausbekommen.....
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Matze schrieb:
am 16. November 2010 um 19:24:18
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Gut gemacht Jungs!!
Wenn damit Irans Atomreaktoren sabotiert werden können, kann ich nur sagen: "Gut gemacht Jungs" Jedenfalls wäre dies
sehr viel besser als wenn man diesen Irren von Teheran erst selbst mit A-Waffen stoppen müsste. Siemens aber sollte man in die Allerwertesten treten, dass die aus reiner Geldgier brisantes Material an solche Verbrecher liefern. Insofern würde ich "klammheimliche Freude" empfinden, würde auch Siemens vom Wurm geschädigt.
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