
23.09.2010, 09:35 Uhr | Spiegel Online Matthias Kremp und Konrad Lischka
Iranische Atom-Anlage in Buschehr: Eigentliches Ziel der Wurm-Attacke? (Bild: dpa) (Quelle: dpa)
Und dennoch: Eindeutige Belege für den Angriff auf Irans Atomprogramm gibt es eben nicht. Siemens-Sprecher Wieland Simon will Langners Einschätzung deshalb auch nicht bestätigen. Siemens-Analysen des Trojaners "erlauben keine konkreten Rückschlüsse über Ziel und Urheber des Virus", sagt er SPIEGEL ONLINE. An Spekulationen darüber, welche Ziele die Macher von Stuxnet verfolgen, wer sie sind und ob Stuxnet womöglich schon zugeschlagen hat, will sich Siemens nicht beteiligen.
Ähnlich äußert sich auch Thorsten Holz: "Aus der Analyse der ausführbaren Dateien der Schadsoftware lässt sich nicht ableiten, wer sie mit welchem Ziel entworfen und in Umlauf gebracht hat. Alle Theorien dazu sind reine Spekulation. Der hohe Aufwand für ein sehr spezielles Ziel spricht natürlich dagegen, dass es sich hierbei um normale Computerkriminelle handelt."
Dagegen spricht allein die Wirtschaftlichkeit. Wie sollen Computerkriminelle bei dem erheblichen Aufwand für die Entwicklung von Stuxnet Geld machen? Der Informatiker Felix Freiling, Professor für IT-Sicherheitsinfrastrukturen an der Universität Erlangen-Nürnberg urteilt: "Der Aufwand, der bei Stuxnet betrieben wurde, deutet in der Tat auf staatliche Dienste hin. Direkt ist auch kein Geschäftsmodell erkennbar. Deshalb ist die Organisierte Kriminalität als Verursacher aus meiner Sicht unwahrscheinlich."
All das führt einige Beobachter zu der Annahme, dass es wohl eine von einem Staat initiierte und finanzierte Aktion gewesen sein muss, Stuxnet zu entwickeln.
Quelle: Spiegel Online
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