14.02.2008, 12:54 Uhr | dpa
US-Wissenschaftler haben ein nanotechnisches Verfahren entwickelt, das Kleidung elektrisiert. Wie die Forscher in dem britischen Fachjournal Nature berichten, reichten ein Herzschlag des Trägers, Schritte oder ein leichter Wind aus, um mit Hilfe von Nanodrähtchen Strom zu erzeugen. Von der Anwendung ist das Material allerdings noch weit entfernt.
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Superfaser aus Nanodrähten
Zhong Lin Wang und sein Team vom Georgia Institute of Technology in Atlanta hatten Zinkoxid-Nanodrähte sternförmig an Textilfasern wachsen lassen und verarbeiteten diese Fasern dann zu einer Art Garn. "Indem zwei Fasern sich verhaken und die Nanodrähte bewegen, wird mechanische Energie mittels eines piezo-elektrischen Halbleiter-Prozesses in Elektrizität umgewandelt", erläutern die Forscher. Der bereits Ende des 19. Jahrhunderts entdeckte Piezoeffekt beschreibt die Eigenschaft mancher Kristalle, bei Verformungen eine elektrische Spannung zu erzeugen. Das wird heute schon in Tintenstrahldruckern oder elektrischen Feuerzeuge ausgenutzt.
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Genug Strom für ein Handy
Die Forscher kombinierten die elektrischen Spezialfasern paarweise, so dass sie sich wie überlange Bürsten gegenüberstehen. Schon bei winzigen Bewegungen verformen sie sich gegenseitig und erzeugen Elektrizität. Ein Quadratmeter dieses Stoffs könnte ausreichen, um bis zu 80 Milliwatt (tausendstel Watt) Elektrizität zu erzeugen - genügend für elektronische Kleingeräte wie Handys.
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Erfindung nicht waschbar
Die Technik sei so robust, dass die damit ausgerüsteten Stoffe hochbeweglich, faltbar und als Power-Shirt tragbar seien. Aber auch bei Zeltleinwänden könne die Technik zum Einsatz kommen. Bislang hat die Entwicklung allerdings noch einen zentralen Haken: Zinkoxid ist wasserempfindlich, die Spezialtextilien ließen sich in der derzeitigen Version nicht waschen.
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dpa
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