21.03.2011, 16:32 Uhr | afp, t-online.de
Street View: Kamera auf einem Google-Fahrzeug. (Quelle: imago)
Der US-Internetkonzern Google muss in Frankreich wegen einer schweren Datenpanne eine Rekordstrafe von 100.000 Euro zahlen. Fällig wird die Strafe, weil der Internetriese bei den Aufnahmen für seinen Straßenbilder-Dienst Street View auch persönliche Daten von Computernutzern abgriff, wie die französische Datenschutzbehörde CNIL am Montag erklärte. Es ist demnach die höchste Strafe, seit Geldstrafen für derartige Fälle 2004 eingeführt wurden.
Die Google-Kameraautos zeichneten bei ihren Aufnahmen für Street View auch die verfügbaren drahtlosen Netzwerke auf. Dabei schnitten sie die gesendeten Daten unverschlüsselter WLAN-Netze mit – darunter Passwörter und Inhalte von E-Mails der betroffenen Nutzer. Der Internetriese fing der Datenschutzbehörde zufolge damit private Daten ein, die normalerweise durch ärztliche Schweigepflicht, das Bankengeheimnis oder das Pressegeheimnis geschützt sind. Google erklärte nun erneut, es tue dem Unternehmen "sehr leid, dass wir versehentlich Daten gesammelt haben". Auch in Deutschland hatte der Konzern bei den Fotoaufnahmen für Street View Daten von WLAN-Netzen gespeichert.
Dass Google neben den Fotos für Street View während der Kamerafahrten auch Daten aus drahtlosen Netzwerken abgegriffen hatte, wurde im Frühjahr 2010 erstmals bekannt. Die Daten sollten für eine alternative Positionsbestimmung dienen, um vor allem in Großstädten zusammen mit Mobilfunkmasten und Satelliten die Position von Smartphones wie dem iPhone besser zu bestimmen – selbst wenn die Handys keinen GPS-Empfänger haben. Das kann für Nutzer elektronischer Landkarten hilfreich sein, wo der Empfang von GPS-Satelliten wegen Gebäuden nicht so gut wie auf dem Land ist. Wie der Konzern später zugeben musste sammelte Google bei der Erfassung der drahtlosen Netzwerke jedoch nicht nur deren eindeutige Namen, sondern auch Ausschnitte aus dem Datenverkehr.
Google Street View startete im November 2010 in Deutschland. Aktuell lassen sich zwanzig deutsche Städte wie Berlin, München und Köln in dem Straßenfoto-Dienst betrachten, weitere sollen folgen. Einwohner dieser Städte konnten vorab gegen die Abbildung ihrer Häuser widersprechen. Knapp 244.000 Bundesbürger legten vorab Widerspruch ein und ließen ihre abgebildeten Häuser überblenden. Zudem gab es teilweise heftige Kontroversen um den Dienst. Viele Bundesbürger befürchteten, dass Einbrecher ihre Häuser ausspionieren könnten oder ihre Privatsphäre durch die Bilder gefährdet sei.
Quelle: t-online.de , AFP
otto schrieb:
am 22. März 2011 um 14:19:10
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google
wen interessiert der Schwachsinn überhaupt noch?
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k-v-dd schrieb:
am 22. März 2011 um 10:54:45
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@ b@ker
Solange wir statt eines Verbraucher- ein Verbrecherschutzministerium haben, wird sich nichts ändern. Vielleicht steckt die
Staatsmafia auch selber mit dahinter und spioniert heimlich mit? Solange sich am Gesellschaftssystem nicht grundsätzlich ändert, wird das alles so bleiben, wie es ist. Wetten...?!
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Arzt schrieb:
am 21. März 2011 um 20:08:50
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Unverschlüsseltes WLAN
Datenkrake hin oder her — was Passwörter, E-Mails oder Daten, die durch die ärztliche Schweigepflicht, das
Bankgeheimnis oder das Pressegeheimnis geschützt sind, in einem UNVERSCHLÜSSELTEM (!!!) WLAN zu suchen haben, verschließt sich mienem Verständnis. Da gehört eher der Arzt bzw. die Bank bestraft, der Daten seiner Patienten bzw. ihrer Kunden fröhlich in die Umgebung funkt.
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