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Spammer soll knappe Milliarde Dollar zahlen

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Spammer soll knappe Milliarde Dollar zahlen

25.11.2008, 08:54 Uhr | Sascha Plischke

Millionenstrafe für Facebook-Spammer. (Montage: t-online.de) Millionenstrafe für Facebook-Spammer. (Montage: t-online.de)Ein profilierter Spammer muss an die Online-Gemeinde Facebook knapp eine Milliarde US-Dollar zahlen. Das hat nun ein kalifornisches Gericht entschieden. Der Mann hatte das Nachrichtensystem des Freunde-Netzwerks missbraucht, um Werbung für legale Rauschmittel und Potenzpillen zu verschicken. Die Strafe ist die höchste, die jemals verhängt wurde – und soll offenbar ein Exempel statuieren.

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Adam Guerbuez kann sich demnächst über eine ungewöhnlich hohe Rechnung freuen: Genau 873.277.200,00 US-Dollar soll er an das Freunde-Netzwerk Facebook überweisen. Darin enthalten sind verschiedene Entschädigungszahlungen und Anwaltskosten, immerhin ein Komplett-Paket. Guerbuez erhält damit die Quittung für mehrere Millionen Spam-Nachrichten, die er über des interne Nachrichtensystem von Facebook versandt hatte – ohne Erlaubnis des Portals oder der von ihm angeschriebenen Mitglieder. Verkaufen wollte er eine legale Alternative für das Rauschmittel Marihuana, Potenzpillen und weiteres "Material mit sexuellem Inhalt". All das ist normalerweise ein Millionengeschäft. Für Guerbuez ging der Schuss nun jedoch nach hinten los.

Spammer hatte Sicherheitsriegel geknackt

Als Facebook auf die Aktivitäten das Spammers und seiner Firma Atlantis Blue Capital aufmerksam wurde, reichte die Geschäftsleitung sofort Klage ein. Guerbuez schädige mit seinen Nachrichten das Ansehen der Online-Gemeinde, treue Nutzer würden das Vertrauen in die Sicherheit des Portals verlieren. Tatsächlich hatte Guerbuez gleich mehrere Sicherheitschranken knacken müssen, um überhaupt so viele Nachrichten verschicken zu können. Unter anderem hatte er sich mit Phishing-Methoden Zugriff auf die Nutzerkonten ganz normaler Mitglieder verschafft und die für den Spam-Versand missbraucht.

Richter verhängen neues Rekord-Urteil

Unter den scharfen Anti-Spam-Gesetzen des so genannte CAN-SPAM-Act kann das jedoch teuer werden. Das unerlaubte Versenden elektronischer Werbung so wie die unerlaubte Überwindung von Spam-Barrieren ist höchst illegal und soll hart bestraft werden. Im aktuellen Fall griff der Richter dann auch entsprechend durch. Die 873 Millionen Dollar Strafe ist die höchste in der Geschichte der neuen Anti-Spam-Gesetze. Bisheriger Rekordhalter war ein Urteil aus dem Mai dieses Jahres. Damals hatten die Richter in einem ähnlichen Fall der Online-Gemeinde MySpace 234 Millionen US-Dollar zugesprochen.

Summe wird wohl nicht einzutreiben sein

Facebook glaubt indes nicht daran, jemals einen größeren Teil der Entschädigungssumme zu erhalten. In einem Statement gab das Unternehmen zu, dass bei Guerbuez nicht viel zu holen sei. "Es ist unwahrscheinlich, dass Guerbuez und Atlantis Blue Capital jemals die Summe werden aufbringen können (obwohl wir selbstverständlich alles tun werden, um so viel davon einzutreiben, wie wir können)", sagte ein Unternehmenssprecher. "Aber wir glauben, dass dieses Urteil eine großes Abschreckungspotential für jeden haben dürfte, der Facebook für seine Zwecke missbrauchen möchte."

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Sascha Plischke  

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