27.01.2010, 09:17 Uhr | Andreas Lerg
Forscher entwickeln Super-Spamfilter mit 100 Prozent Trefferquote. (Foto: Microsoft)Einen Spam-Filter, der garantiert jede nervige Spam-Mail erkennt, entwickeln derzeit die Forscher des International Computer Science Institute von Berkeley und der University of California in San Diego. Dabei setzen die Forscher die Waffen der Spam-Versender für den Gegenschlag ein. Die Forscher analysieren alle Spam-Mails und ermitteln daraus eine Art Vorlage, mit der die Trefferquote des Filters dann 100 Prozent betragen soll.
Das Forscherteam hat laut einem Bericht des New Scientist ein ehrgeiziges Ziel: Keine einzige Spam-Mail soll mehr in den Postfächern der Internet-Nutzer landen. Mit ihrem neuen Super-Filter erkennen sie jede Spam-Mail und lediglich seriöse und erwünschte Mails kommen durch. Um dieses Ziel zu erreichen, analysieren die Wissenschaftler alle Spam-Mails eines Absenders und ermitteln so das Schema hinter dem Spam-Versand. Ist das Schema einmal erkannt, kann eine maßgeschneiderte Vorlage für den Filter erstellt werden, der dann alle Werbemails blockt - unabhängig vom Inhalt oder der Betreffzeile der Mail.
Doch damit nicht genug, denn auch die so genannten False Positives, also die als Spam fehl gedeuteten regulären E-Mails, gehören damit der Vergangenheit an. Bisherige Spam-Filter bewerten eine Mail nach verschiedenen Kriterien wie beispielsweise dem Vorkommen bestimmter Begriffe. Dabei kann es vorkommen, dass auch erwünschte Mails im Filter hängen bleiben während manche Spam-Mails doch durchschlüpfen. Der neue Vorlagen-basierte Filter soll fehlerlos arbeiten und damit die besagte Trefferquote von 100 Prozent liefern.
Spam-Mails werden heute über so genannte Botnetze verschickt. Das ist ein Verbund aus tausenden gekaperten Computern, die dann die Mails versenden. Im Labor der Forscher funktioniert der neue Super-Filter bereits mit einem analysierten Botnet. Doch bis dieses System marktreif ist, gilt es mehrere Probleme zu bewältigen. Die Analyse muss deutlich schneller erfolgen, denn bisher braucht das System etwa zehn Minuten, um bei einer neuen Spam-Welle die Filter-Vorlage zu erstellen. Außerdem gibt es ja nicht nur ein Botnet, das Spam-Mails verschickt. Daher müsste dieses System alle Botnetze kennen und analysieren können. Daher bleibt dieser Spam-Schutz vorerst Theorie.
Sich wirkungsvoll vor Spam zu schützen, ist nicht leicht, da die kriminellen Täter immer neue Wege finden, an E-Mail-Adressen zu kommen. Auch wer sorgsam darauf achtet, seine Adresse nur wirklich vertrauenswürdigen Stellen zu geben, ist nicht völlig sicher davor, auf den Versenderlisten zu landen. Stattdessen ist es wichtig, einen wirkungsvollen Spam-Filter zu haben, wie ihn zum Beispiel t-online.de anbietet. Gute Filter halten bereits einen Großteil der unerwünschten Nachrichten ab und können darüber hinaus oft noch trainiert werden.
Andreas Lerg
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