15.04.2009, 09:26 Uhr | Sascha Plischke
Weltplage Spam: Der Versand des Werbemülls nimmt weiter zu. (Foto: Microsoft)Spam-Mails belasten die Umwelt in einem bisher kaum geglaubten Ausmaß: Wie eine Studie renommierter Klimaforscher belegt, verbrauchten Versand und Empfang von unerwünschten Werbemails im vergangenen Jahr soviel Strom wie eine Millionenstadt. Das berichtet die Tageszeitung Welt in ihrer Online-Ausgabe. Das Ausfiltern von Spam könne das Problem zwar mildern, stelle aber keine Lösung dar. In den kommenden Jahren soll das Spam-Aufkommen weiter rasant steigen.
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Insgesamt 62 Billionen Spam-Mails landeten 2008 unerwünscht in Postfächern rund um den Globus. Das entspricht knapp zwei Millionen Spam-Nachrichten in der Sekunde. Und jede davon verbraucht Strom – auf dem Server über den sie verschickt wird, auf dem Computer, der sie empfängt und dem Monitor, der sie anzeigt. Das sind pro Mail zwar nur kleine Mengen, in der Masse wird das Ganze aber zum veritablen Stromfresser: 33 Milliarden Kilowattstunden verbrauchte der Werbemüll so 2008 – das entspricht dem Stromhunger von 2,4 Millionen Haushalten.
Die aktuelle Studie der Klimaforscher des Beratungsinstituts ICF zeigt, dass Spam langsam aber sicher zum echten Klimakiller avanciert. Denn der berechnete Stromverbrauch entspricht in einer Welt, die ihre Energie immer noch hauptsächlich aus fossilen Brennstoffen gewinnt, einem CO2-Ausstoß von 0,3 Gramm pro Werbemail. Spam belastet das Klima daher im Jahr so sehr wie 3,1 Millionen Autos, das entspricht dem Verbrauch von 7,5 Milliarden Litern Benzin.
Für die Untersuchung im Auftrag des Sicherheitsdienstleisters McAfee haben sich die Forscher des ICF auf die Länder Australien, Brasilien, China, Deutschland, Großbritannien, Indien, Japan, Kanada, Mexiko, Spanien und die USA konzentriert. Im Durchschnitt entstehen dabei fast 80 Prozent des Stromverbrauchs beim Sichten und Löschen der unerwünschten Spam-Nachrichten. Deshalb verhindern automatische Spam-Filter, die im Hintergrund das Gros der unerwünschten Nachrichten aussortieren, bisher Schlimmeres. Weil die von diesen Filtern gelöschten E-Mails nicht von Hand gesichtet werden müssen, werden 135 Milliarden Kilowattstunden eingespart. Das entspricht dem CO2-Ausstoß von 13 Millionen Autos.
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Sascha Plischke
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