04.01.2011, 08:45 Uhr | Paul Elias, dapd
Ein Kalifornier verdient Geld mit dem Kampf gegen Spam. (Symbolfoto: imago)
Daniel Balsam hasst Spam. Der Kalifornier ist zwar nicht der einzige, der das tut. Doch wie kaum ein anderer hat er Konsequenzen aus seiner Abneigung gezogen. Einfach nur auf "löschen" zu klicken, war ihm irgendwann nicht mehr genug. Stattdessen macht er die Urheber der unerwünschten E-Mail-Botschaften ausfindig - und verklagt sie. Was als Hobby begann, wurde bald zum Geschäft. Der Kreuzzug gegen den digitalen Müll verschafft Balsam inzwischen ein stattliches Einkommen.
Bis vor acht Jahren arbeitete Balsam im Marketing. Der Beruf machte ihm Spaß, doch ein Blick in sein E-Mail-Postfach brachte ihn regelmäßig zur Verzweiflung. Die wichtigen Nachrichten gingen förmlich unter in einer Flut dubioser Angebote. Per Massenmail wurden da Gewinnspiele und zweifelhafte Investitionsideen angepriesen, vor allem aber die ultimative Brust- oder Penisvergrößerung. Eines Tages war es genau eine Spam-Nachricht zu viel.
Balsam kündigte seinen Job und gründete die Internetplattform "danhatesspam.com". Nebenbei drückte er noch einmal die Schulbank, um sich besser in der Welt der Gesetze zurechtzufinden. Noch während er in San Francisco für seinen Abschuss in Jura paukte, setzte er sein neues Wissen in die Tat um. Systematisch durchkämmte er nun seine eingehenden E-Mails. Wann immer es darin um billige Drogen, kostenlosen Sex oder sagenhafte Urlaubsangebote ging, zog er vor Gericht.
Geradezu im Akkord verfasste der junge Mann Klageschriften gegen Unternehmen, die nach seiner Ansicht gegen in Kalifornien oder anderswo bestehende Anit-Spam-Gesetze verstießen. Der Erfolg stellte sich schon bald ein. Und nicht nur das: "Ich habe das Gefühl, dass ich hier etwas Gutes tue, wenn ich im Internet ein bisschen aufräumen helfe", sagt Balsam.
Einer US-Studie zufolge kursieren im Internet täglich rund 200 Milliarden Spam-Nachrichten. Bis zu 90 Prozent des gesamten weltweiten E-Mail-Verkehrs sind damit digitaler Schrott, wie Marktforscher der Firma Cisco Systems ermittelten. Angesichts dieser Dimensionen sind Balsams Erfolge nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Doch für ihn persönlich zahlt es sich alle Male aus. Deutlich über eine Million US-Dollar (750.000 Euro) hat er eigenen Angaben zufolge vor Gericht schon "erwirtschaftet".
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Mit seiner Klage-Lust macht sich Balsam nicht nur Freunde. Kritiker werfen ihm vor, gerade gegen kleinere oder auch gegen ausländische Unternehmen vorzugehen, die lieber eine Ausgleichszahlung in Kauf nehmen, als einen aufwendigen Prozess zu riskieren. "Es geht ihm vor allem uns Geld", sagt der Anwalt Bennet Kelly, der schon mehrfach als Verteidiger von Prozessgegnern Balsams aufgetreten ist.
Nach kalifornischem Gesetz ist es unter anderem verboten, E-Mails mit "irreleitenden" Betreff-Zeilen zu verschicken. Den Empfänger fälschlicherweise glauben zu lassen, es handele sich um eine persönliche Nachricht, ist demnach nicht zulässig. Ebenso ist es verboten, mit dem Wort "kostenlos" zu locken, wenn etwas nicht tatsächlich auch kostenlos ist. Zudem muss eine Möglichkeit bestehen, weitere E-Mails von einem unerwünschten Absender mit einer einfachen Filterfunktion zu blockieren.
Im November wurden Balsam in einem Urteil 4.000 Dollar (3.000 Euro) Schadenersatz von dem Betreiber einer Internetseite zur "Vermittlung von Sex-Partnern" zugesprochen. Dem Richter zufolge hatte der Geschädigte über vier verschiedene E-Mail-Adressen die identische "persönliche" Nachricht erhalten - "Hallo, mein Name ist Rebecca, ich liebe dich", hatte es darin jeweils geheißen. In einem anderen Fall erhielt Balsam 7.000 Dollar (5.200 Euro) von einer Werbefirma, deren E-Mails sich nicht filtern ließen. Insgesamt mehr als 40 solcher Prozesse habe er schon gewonnen, sagt der Kalifornier, außerdem auch schon einige größere.
Da Balsam seinen Kampf gegen Spam professionell betreibt, ist er keineswegs ein "Durchschnitts-Empfänger". Aus "taktischen" Gründen hat er mehr als 100 verschiedene E-Mail-Adressen. Auch das machen ihm seine Kritiker zum Vorwurf. Doch der Kalifornier steht zu seiner Mission: "Ich fühle mich wohl mit dem, was ich mache. Und ich werde nicht damit aufhören."
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Paul Elias, dapd
H2O- schrieb:
am 5. Januar 2011 um 21:22:29
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Spam
Die Kritiker sind doch nur neidisch weil: 1) ... er Gewonnen hat. 2) ... er bei den Spam-Futzis eine Lücke entdeckthat. 3) ... er damit
ihr erschlichenes Geld kassiert. 4) ... ich langsam, ääh ... neidisch werde und es GUT finde.
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Nachdenker schrieb:
am 5. Januar 2011 um 17:38:31
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Thema: "Spam: Kalifornier macht Bekämpfung von Werbemails zum Beruf"
Californien hat halt anderere Gesetze als Deutschland. Nur, wie
verhält es sich mit geklauten E-Mail-Adressen, die mißbräuchlich als Absender für Spam benutzt werden?
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Songstress schrieb:
am 5. Januar 2011 um 13:56:12
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Spam-Kampf
Also solche Leute werden von Kritikern kritisiert und an den Pranger gestellt ? Meiner Meinung nach ist es die Schuld des Gerichts
und der Gesetzgebung wenn solche Firmen NUR zu Geldstrafen gezwungen werden. Er verdient sein Geld wie "fast" jeder andere Mensch auf der Welt auch. Geld regiert nunmal unsere Welt und SOLCH eine Aktion von Balsam ist ja wohl alles andere als verwerflich ^^. Weiter so Balsam :)
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