16.06.2009, 09:20 Uhr | t-online.de
150.000 Dollar seien eine angemessene Entschädigung für einen gestohlenen Song. Das hat jetzt ein Vertreter von Sony Entertainment im Prozess gegen die mutmaßliche Musikpiratin Jammie Thomas-Rasset vor einem US-Gericht zu Protokoll gegeben. Dabei handle es sich jedoch nur um eine gesetzliche Obergrenze, die tatsächliche Höhe des Schadenersatzes müsse die Jury bestimmen.
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Diese Zahl stammt von Gary Wade Leak, dem Leiter der Rechtsabteilung von Sony Entertainment und Zeuge im Verfahren gegen Thomas-Rasset. Im Kreuzverhör hatte der Anwalt der Verteidigung Kiwi Camara eine Bezifferung der Schadenersatzforderungen verlangt. Daraufhin hatte Leak eine Summe zwischen 750 und 150.000 Dollar genannt, den Grenzen der gesetzlichen Bestimmungen bei Urheberrechtsverstößen in den USA. Auf Nachfrage bestätigte Leak, dass er auch die Obergrenze von 150.000 Dollar pro Song-Download für angemessen hielte, sollte die Jury diesen Betrag festsetzen.
Die gerichtliche Auseinandersetzung zwischen dem Musikverband Recording Industry Association of America (RIAA) und Jammie Thomas-Rasset beschäftigt seit Monaten die amerikanische Öffentlichkeit. Thomas-Rasset soll mehrere tausend Songs im Internet heruntergeladen und weiter verbreitet haben, elf Songs konnten die privaten Ermittler der Musikindustrie von Thomas-Rassets mutmaßlichem Alter Ego in der Tauschbörse Kazaa herunterladen. Thomas-Rasset bestreitet die Vorwürfe jedoch, ihr Anwalt geht davon aus, dass die Anschuldigungen nicht zu beweisen sind. Nachdem eine außergerichtliche Einigung gescheitert war, ging der Fall nun vor das Bezirksgericht in Minnesota.
Der Fall wird von den Vertretern der Musikindustrie und den Anhängern einer liberalen Urheberrechtsauslegung gleichermaßen zur Grundsatzentscheidung hochgespielt. Während die eine Seite endlich eine Grenze ziehen und an Thomas-Rasset ein Exempel statuieren möchte, plädiert die Andere für Nachsicht. Das Herunterladen einiger weniger Musikstücke sei kein schweres Verbrechen und sollte wenn überhaupt nur milde bestraft werden. Auch deshalb wird die Entscheidung in dem Fall mit Spannung erwartet.
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