30.05.2011, 09:00 Uhr | Andreas Lerg
sofortübweisung.de steht in der Kritik von Datenschützern. (Foto: imago) (Quelle: imgao/imago)
Der populäre Online-Zahlungsdienstleister sofortüberweisung.de ist in die Kritik geraten. Bei Online-Überweisungen werden mehr Daten und Details über die Bankkonten der Kunden abgerufen, als notwendig seien, haben Recherchen des NDR ergeben. Datenschützer und Verbraucherschützer werfen dem Betreiber vor, Kunden darüber im Unklaren zu lassen.
Der Radiosender NDR Info hat den Zahlungsdienstleister sofortüberweisung.de genauer unter die Lupe genommen und festgestellt, dass dieser weitaus mehr Daten abruft, als dies für eine Online-Überweisung nötig ist. Zur Bezahlung eines Online-Einkaufs müssen Kunden die Zugangsdaten ihres Bankkontos nebst PIN und einer TAN angeben. Dann erfolgt eine "Kontodeckungsabfrage", der sich die eigentliche Überweisung anschließt. Auslöser der Recherche von NDR Info war ein Fall, in dem sofortüberweisung.de eine Überweisung von einem anderen als dem vom Kunden angegebenen Konto ausgeführt hatte.
Sobald sofortüberweisung.de die Zugangsdaten und die PIN hat, ruft das System Informationen über das Bankkonto des Nutzers ab, die für die Durchführung einer Überweisung gar nicht relevant sind. Dazu gehören nicht nur der aktuelle Kontostand, sondern die Umsätze der letzten 30 Tage und auch der Kreditrahmen für den Dispokredit. Außerdem wird auch das Vorhandensein anderer Konten geprüft und deren Bestände erfasst. Sogar terminlich vorgemerkte Auslandsüberweisungen fragt sofortüberweisung.de ab.
Betreiber von sofortueberweisung.de ist die Firma Payment Network. Das Unternehmen rechtfertigte gegenüber dem NDR die Datenabfrage mit der Betrugsprävention. Eine reine Kontostandabfrage liefere nicht immer den tatsächlichen aktuellen Kontostand, etwa, wenn aktuelle Überweisungen auf dem Konto noch nicht verbucht worden seien. Daher müsse das Unternehmen mehr Daten abfragen, damit die Software die entsprechende Auswertung vornehmen könne. Die Daten würden weder gespeichert noch von Mitarbeitern zur Kenntnis genommen.
Wie sicher sind iTAN, mTan und chipTAN? zum Video
Bayerns Landesdatenschutzbeauftragter Thomas Kranig rügte die mangelnde Transparenz. So erkläre der Begriff "Kontodeckungsabfrage" nicht umfassend genug, welche Daten tatsächlich abgefragt würden. Kranig fordert, dass umfangreich über die Datenabfrage informiert werden müsse, wenn mehr Daten als nur den Kontostand abgefragt wird. Auch Christian Pauli vom Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbz) kritisierte laut NDR Info die unklaren Formulierungen des Zahlungsdienstes: "Es ist nicht verbraucherfreundlich formuliert, um nachvollziehen zu können, was für Möglichkeiten hier eigentlich eingeräumt werden. Eigentlich heißt das ja auf Deutsch nichts anderes als: Ihr gewährt mir den Zugang, komplett in euer Konto reinzugucken." Der Betreiber kündigte an, die Datenschutzhinweise juristisch prüfen zu lassen.
Andreas Lerg
Jenenser schrieb:
am 31. Mai 2011 um 14:12:34
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PIN/TAN
Mal ne Frage. Seit kurzem stellen die Banken doch auf diesen Generator um der die TAN vom Bildschirm liest. Dann geht das doch
sowieso net mehr. Oder?
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Bruno schrieb:
am 30. Mai 2011 um 21:24:53
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Hinni schrieb Bank
Du legst es ja schon in den Mund dass die hoffnung als letztes stirbt. Ich denke auser der neuen St..i Regierung haben die
Banken Rang 2 bei der bespitzelung der Bürger. Bei unserer Bank vor Ort wird man bei einer Überweisung die an ein Konto das mann bei einer anderen Bank hat oder an eine Versicherung die das Genossenschaftsunternehmen nicht vertritt sofort wenn die Angestellten den Zahlungsverkehr üperprüft haben gefragt was man mit den Geld bei der anderen Bank macht oder ob man nicht be
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Franzpeter schrieb:
am 30. Mai 2011 um 19:17:05
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Zahlungsdienstleister
Nichts anderes tut giropay doch wohl auch. Es wird immer abgefragt, ob Kontodeckung vorhanden ist. Wenn ich mit giropay
von Bank A (Hausbank) an Bank B (die Bank des Shop) überweise, erhält Bank B doch mit giropay wohl auch automatisch die entsprechenden Daten. Die Meldung ist wohl 'sponsored by giropay'.
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