29.07.2010, 09:20 Uhr | dpa
Soziales Netzwerk Facebook. (Quelle: dpa)
Schwere Sicherheitslücke beim sozialen Netzwerk Facebook oder unkritischer Datenwust? Ein auf Netzsicherheit spezialisierter Blogger in den USA hatte 100 Millionen öffentlich zugängliche Facebook-Profile gesammelt und bietet die gigantische Liste jetzt frei im Internet zum Download an. Er habe ein "beängstigendes Datenschutz-Problem" gefunden, begründete Ron Bowes in seinem Weblog die Aktion. Facebook betonte, dass es sich um frei zugängliche Profile handle. Der Hamburgische Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar warnt vor einem möglichen Missbrauch dieser Daten. Dabei lässt sich das Facebook-Konto mit wenigen Klicks absichern.
Der Blogger Ron Bowes erklärte, er habe ein "beängstigendes Datenschutz-Problem" gefunden. Die Profile könnten mit einem einfachen "Spider" oder "Crawler" eingesammelt werden, also mit einer Software, die automatisiert das Web durchsucht und die dort gefundenen Daten analysiert. Die so erstellte Datei mit einem Umfang von 2,8 Gigabyte enthält unter anderem die Namen und Internet- Adressen der Facebook-Profile. Dort finden sich das Foto des Nutzers und seine Kontakte. Bowes kündigte an, dass es auch möglich sei, diese Freunde der Facebook-Mitglieder zu erfassen.
Bowes hatte die Facebook-Welt mit einem speziellen Programm durchkämmt und dabei Namen und den dazugehörigen Link zum Profil zusammengetragen, wo sich das Foto des Nutzers und seine Kontakte finden. Das Ganze bündelte Bowes in einer knapp drei Gigabyte großen Datei. Die kann sich nun jedermann über die Online-Tauschbörse "Pirate Bay" auf den eigenen Computer holen und nach Belieben auswerten. Innerhalb weniger Stunden haben mehrere tausend Nutzer dieses "Facebook directory" heruntergeladen. Das Blog von Bowes, SkullSecurity.com, brach unter dem großen Interesse zusammen. Auf Twitter schrieb Bowes: "Die Reaktion auf meine Facebook-Daten ist unglaublich."
"Das ist fantastisch und ein bisschen furchteinflößend", lautete der Kommentar eines Nutzers. Facebook selbst verglich die Liste mit einem Telefonbuch. "Das sind die Informationen, die abrufbar sind, damit sich die Leute untereinander finden", sagte die Sprecherin. Dies sei schließlich der Grund, weshalb die Menschen bei Facebook seien. Wenn jemand nicht gefunden werden wolle, könne er sein Profil entsprechend einstellen. Unter anderem diese Einstellungen hatten in der jüngeren Vergangenheit für Unmut gesorgt. Kritiker warfen Facebook vor, das Unternehmen mache es seinen Nutzern unnötig schwer, ihre Privatsphäre zu schützen. Bowes selbst machte sich in seinem Weblog über Facebooks Ratschlag lustig, die persönlichen Daten zu verstecken: "Ich habe sie schon alle."
Der Hamburgische Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar sagte jedoch am Donnerstag der Deutschen Presse- Agentur, eine solch massenhafte Zusammenstellung berge "erhebliche Missbrauchspotenziale für alle möglichen Zwecke". Die massenhafte Zusammenstellung solcher Daten ermögliche eine automatisierte Auswertung. Denkbar sei der Missbrauch für Werbezwecke oder durch staatliche Stellen. Die Datenschützer hätten die Netzwerkbetreiber immer wieder darauf hingewiesen, dass es erforderlich sei, eine solche Erhebung von Daten zu verhindern.
Der Facebook-Fall erinnert an die Datenpanne beim SchülerVZ im Oktober vergangenen Jahres. Damals wurden 1,6 Millionen Daten aus diesem vor allem von Minderjährigen genutzten Netzwerk zusammengestellt. Im Mai dieses Jahres wurden erneut massenhaft Daten von SchülerVZ kopiert und dem Blog netzpolitik.org zugespielt.
Quelle: dpa
Sechs Flaschen 2006er Domaine la Casenove + vier Gläser für 39,- € statt 78,30 €. von Hawesko
Zwei Qualitätshemden Ihrer Wahl für nur 50,- € : 5 Jahre Garantie und Retoure kostenlos. zum Special
Testsieger-Patronen für Marken-
drucker im TÜV-geprüften Online-
Shop kaufen. mehr
Samsonite Trolleys, Reisetaschen und Accessoires: Voll gepackt mit guten Preisen von koffer-direkt.de.
Die kuriosesten Funde aus Google Street View. Foto-Show (73 Bilder)
Uhren, Taschenrechner und mehr: die besten Gadgets. zum Video
Internet Explorer 9: Flotter Seiten- aufbau bei voller Sicherheit. mehr