18.02.2010, 11:54 Uhr | Jens Müller mit Material von AFP
Hacker, der mit einem Pornovideo den Verkehr in Moskau bremste, muss sechs Jahre ins Gefängnis. (Archivfoto: dpa)
Es sollte nur ein Spaß werden: Ein Hacker knackte Videotafeln in Moskau und spielte darauf einen Pornofilm ab. Auf einer der größten Straßen der russischen Metropole soll dadurch der Verkehr stark behindert worden sein. Nun klickten die Handschellen: Die russische Polizei schnappte den Hacker hinter der Aktion.
Die russische Polizei hat den Hacker festgenommen, der Mitte Januar einen Pornofilm auf Video-Werbetafeln in Moskau abspielte. Der russischen Tageszeitung Prawda zufolge steckte ein 40-jähriger Arbeitsloser aus der Hafenstadt Noworossijsk hinter der aufsehenerregenden Aktion. Der Verhaftete hatte zuvor bereits mehrere Privat-PC gehackt, um sein Können zu verbessern, ließ die Polizei verlauten.
Ein Sprecher des Betreibers der Video-Werbetafeln, Panno.ru, erklärte: "Der Verhaftete verschaffte sich mit Schadsoftware Zugang zu dem Server, der die Leinwand in Moskau steuert." Dort tauschte der Hacker eines der Werbevideos aus der Abspielliste gegen einen zweiminütigen Pornofilm aus. Dieser wurde auf zwei riesigen Reklamebildschirmen am Rande des viel befahrenen Moskauer Gartenrings ausgestrahlt. Die ungewöhnliche Video-Berieselung sorgte für Staus vor den Bildschirmen, viele Autofahrer rieben sich vor Verwunderung die Augen.
Der nun geschnappte Porno-Hacker bekannte sich für schuldig, war aber von seinem Erfolg wohl selbst überrascht. Er wollte den Clip ursprünglich auf einem kleinen Schirm in einem Moskauer Einkaufszentrum senden und rechnete nicht damit, dass ihn tausende Menschen in der Innenstadt sehen würden. "Ich liebe Scherze. Ich wollte die Leute erfreuen", sagte der 40-Jährige der Zeitung Twoi Djen.
Mittlerweile verlangte die Moskauer Stadtverwaltung, dass solche Reklamebildschirme gegen den Missbrauch durch Hacker abgesichert werden. Wenn es keine "100-prozentige, 200-prozentige, ja 300-prozentige" Sicherheitsgarantien gebe, würden solche Reklametafeln künftig nicht mehr angeschaltet, sagte der Beauftragte der Stadtverwaltung, Alexander Mentschuk, am Mittwoch. Alle nur erdenklichen Vorkehrungen seien getroffen worden, damit "so etwas nicht noch einmal geschieht".
Jens Müller mit Material von AFP
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