24.08.2011, 13:01 Uhr | Jens Müller
Die Anzahl an falschen Virenscannern steigt dramatisch. Wie der Sicherheitsdienstleister Kaspersky berichtet, verdreifachte sich das Aufkommen an so genannter Scareware in den letzten fünf Monaten. Scareware ist Schadsoftware, die vorgibt, Antiviren-Software zu sein. Sie ist eines der größten Übel des Internets und von richtigen Virenscannern nur schwer zu entfernen. Betroffene erleiden mehrfachen Schaden: Scareware wiegt Anwender in falscher Sicherheit, zieht ihnen das Geld aus der Tasche und klaut private Informationen. Auch Besitzer von Apple-Computern stehen unter Beschuss. Viele Webseiten versprechen Abhilfe – doch auch nicht jedem dieser Hilfsangebote ist zu trauen.
"Ihr Computer ist infiziert!" Diese Schreckensmeldung möchte kein Computer-Nutzer auf dem Schirm sehen. Und genau mit dieser Angst spielen die Hintermänner von Scareware. Die als Virenscanner oder Spyware-Jäger beworbene Software gaukelt dem Anwender vor, Spionageprogramme und Trojaner hätten sich auf seinem PC eingenistet. Allerdings benötigt der Nutzer die kostenpflichtige Vollversion für einen erneut virenfreien Computer. Wer für die Vollversion zahlt, übermittelt Geld wie auch persönliche Informationen und Kreditkartendaten an die Hintermänner. Wichtig: Wenn Sie bereits Opfer von Scareware geworden sind und Ihre Kreditkartendaten übermittelt haben, lassen Sie Ihre Karte sperren. Das bewahrt Sie vor weiterem Schaden durch Online-Kriminelle. Diese Betrüger scheffeln mit Scareware hunderte Millionen Euro weltweit. Dem Sicherheits-Dienstleister McAfee zufolge ist mittlerweile fast ein Viertel aller Schadprogramme Scareware.
Der Betrug mit Scareware ist tückisch. Oft orientieren sich die Macher an bekannten Antiviren-Herstellern und kopieren das Aussehen und den Namen der Produkte. Besonders hinterlistig: Online-Abzocker spielen ein doppeltes Spiele. Viele vermeintliche Hilfestellungen im Internet führen zu einer weiteren Installation von Scareware statt zur Lösung des Problems. Denn Online-Kriminelle haben ihre Angebote für Suchmaschinen optimiert. Wer beispielsweise nach "AV Defender 2011 entfernen" oder allgemein nach "Scareware entfernen" sucht, findet zahlreiche manipulierte Internetseiten. Auf denen wird häufig ein Nachbau von PC-Tools Spyware Doctor oder das ominöse SpyHunter 4 angeboten, die beide ebenfalls erst nach erfolgter Bezahlung die vermeintlichen Schädlinge und gefundene Scareware entfernen. Unsere Foto-Show demonstriert einen solchen Betrug mit Scareware. Bei der Suche nach zuverlässiger Hilfe gegen Scareware hilft unter anderem die Browser-Erweiterung Web of Trust (WOT) weiter, die mit kleinen Symbolen vor solch unzuverlässigen Internetseiten warnt. Als verlässliche Quellen für Tipps haben sich das Forum Anleitungen, FAQs & Links von trojaner-board.de sowie die englischsprachigen Foren von BleepingComputer und Malwarebytes erwiesen.
Diese Online-Hilfen sind nützlich, denn nur selten lässt sich die Scareware entfernen. Der fälschlicherweise installierten Software fehlt meistens eine entsprechende Uninstall-Routine. Im ersten Schritt empfehlen sich Deinstallationshelfer wie Revo Uninstaller, die eher harmlose Vertreter von Scareware entfernen. Solche Uninstaller löschen sowohl Dateien auf der Festplatte als auch aus der Windows-Registry und hinterlassen so keine Rückstände installierter Software im System. Gerade bei falschen Spyware-Killern reicht das oft schon aus.
Schlimmer wird es bei Scareware, die nicht bewusst aus dem Internet heruntergeladen und installiert wurde, sondern die heimlich über Trojaner als Drive-by-Download auf dem PC aktiviert worden ist. Im ersten Schritt sollte mit dem Jagdmodus von Revo Uninstaller der Prozess gekillt und gelöscht sowie der Autostart gestoppt werden, damit ThinkPoint und Konsorten vorerst verstummen. Dennoch: Solche Scareware entfernen Betroffene am besten mit Spezialsoftware wie Remove Fake Antivirus, die über 60 bekannte Software-Fälschungen löscht. Remove Fake Antivirus muss nicht installiert werden und kann ausschließlich Scareware entfernen. Weitere Möglichkeiten sind der umfangreiche Scanner Malwarebytes Anti-Malware und das etwas komplizierte FreeFixer, das Windows auf Veränderungen in der Registry untersucht. Mit FreeFixer sollten Sie nicht blind die Werte löschen. Falls Sie Scareware entfernen möchten, können Sie notfalls mehrere Spezialscanner nacheinander ausführen. Da es sich um keine richtigen Virenscanner handelt, können Sie durchaus einige dieser Fälschungsaufspürer parallel installieren.
Nur selten können herkömmliche Virenscanner die berüchtigte Scareware entfernen. Denn Scareware ist weder Trojaner noch Virus, teils vollkommen ungefährlich und daher für Sicherheitssoftware nicht zu erkennen. Erst wenn die falsche Antiviren-Software selbst mit Spyware-Komponenten versehen ist oder einen Trojaner auf dem PC installiert, können echte Virenjäger die Scareware entfernen. Sollte dies aber scheitern, empfiehlt sich der Versuch mit einer speziellen Notfall-CD wie Avira AntiVir Rescue System. Bei hartnäckigen Vertretern suchen Sie Hilfe im Internet, da unter Umständen bestimmte Dateien händisch von der Festplatte gelöscht und einige Einträge in der Windows-Registry verändert werden müssen. Dies variiert bei den verschiedenen Vertretern von Scareware. Im schlimmsten Fall muss Windows neu installiert oder mit der Systemwiederherstellung in einen früheren Zustand zurückgesetzt werden, wenn Sie Scareware entfernen möchten. Aber in der Regel helfen die genannten Programme durchaus weiter.
Jens Müller
Attraktive und sportive Mode für Sie und Ihn: kompromisslose Qualität, die überzeugt. zum Special
Entdecken Sie die neuen Kollektionen zu Top-Preisen: jetzt online bestellen! zu den Angeboten
Zeigen Sie Flagge - alles für die per- fekte EM-Party in Schwarz-Rot-Gold.
von GINGAR.de
Damenmode in den schönsten Sommerfarben - online bestellen und sparen. bei KLiNGEL.de
Ganz einfach: Bildschirminhalt als Grafik speichern. zum Video
Internet Explorer 9: Flotter Seiten- aufbau bei voller Sicherheit. mehr
Neues Oberklassen-Smartphone mit 4,7-Zoll-Display. zum Video