18.03.2011, 09:15 Uhr | Andreas Lerg
Hacker blamiert die Traditionszeitung New York Times.
Microsoft ist ein weiterer schwerer Schlag gegen Botnetze gelungen: Rustock, eines der größten Botnetze im Internet, ist offline. Über Rustock sollen täglich Milliarden von Spam-Mails verschickt worden sein. Laut Microsofts Sicherheitsblog hatten die Betreiber von Rustock etwa eine Million Computer unter ihrer Kontrolle. Vor einem Jahr gelang Microsoft bereits ein ähnlicher Schlag gegen das Botnetz Waledac.
Microsoft hat mit der "Operation b107" das Botnetz Rustock abgeschaltet. Darüber informiert das Unternehmen aktuell in seinem Sicherheitsblog. Die Aktion wurde zunächst juristisch vorbereitet, indem der Konzern beim Bezirksgericht Washington die Beschlagnahme der Kontroll-Server des Botnetzes beantragte und Klagen gegen deren Betreiber einreichte. So konnten die Kontroll-Server, die das Botnetz steuern, nicht nur abgeschaltet sondern auch gleich durch die US-Bundespolizeibehörde U.S. Marshals Service konfisziert werden. Die Server waren bei fünf Internet-Providern in Kansas City, Scranton, Denver, Dallas, Chicago, Seattle und Columbus in Betrieb. Unterstützt wurde Microsoft außerdem von verschiedene Firmen, der Universität von Washington und auch der niederländischen Polizei.
Mit dieser Aktion gelang es, die Infrastruktur des Botnetzes lahm zu legen. Danach blockierten kooperierende Internet-Provider die auch die IP-Adressen der Verbindungen, über das Botnetz gesteuert wurde. Microsoft will jetzt den Besitzern infizierter Computern dabei helfen, die Rustock-Schadsoftware von ihren Systemen zu entfernen. Unklar ist, wie diese Opfer gefunden werden sollen. Oft genug wissen die Besitzer nichts von der Infektion ihrer Computer, denn die Schadsoftware arbeitet getarnt, um nicht entdeckt und gelöscht zu werden. Ein Microsoft-Sprecher sagte: "Wir werden auch in Zukunft mit solchen Operationen Botnetze vernichten, um das Internet für jedermann sicherer zu machen.”
Paul Wood vom Sicherheitsdienstleister Symantec erklärte: “Seit rund einem Jahr war Rustock weltweit die größte Quelle für Spam-Mails." So sollen bis Ende 2010 immerhin 47,5 Prozent aller weltweit kursierenden Spam-Mails über Rustock verschickt worden sein. Durch die Abschaltung von Rustock sei das Spam-Aufkommen spürbar zurück gegangen. Paul Wood warnt jedoch: "Es ist wohl noch zu früh, um sagen zu können, ob das einen spürbaren Effekt auf die weltweite Spam-Rate haben wird." Es muss damit gerechnet werden, dass Online-Kriminelle auf andere Botnetze ausweichen, um weiter für Viagra, Penisverlängerungen und andere Dinge illegale Werbemails zu versenden. Außerdem ist noch nicht absehbar, ob Rustock dauerhaft abgeschaltet werden konnte oder ob die Betreiber mittelfristig eine neue Infrastruktur schaffen können.
Passwortdiebe und Kontoräuber: So schützen Sie sich vor Online-Kriminellen. zum Video
Zum Schutz gegen solche Trojaner und Botnetze ist es wichtig, stets aktuelle Antiviren-Software auf dem Computer einzusetzen. Sie wehrt effektiv Viren, Trojaner und die meisten anderen Bedrohungen ab und bieten damit bereits einen guten Schutz. Raffinierte Schädlinge machen immer mehr Privat-PCs zu willenlosen Robotern, kurz: Bots. Das vom Verband der deutschen Internetwirtschaft eco e.V. initiierte Anti-Botnet-Beratungszentrum stellt mit dem DE-Cleaner nun einen kostenlos nutzbaren Bot-Scanner zum Download bereit. Dazu gibt es auf dem Portal www.botfrei.de wertvolle Tipps und Hintergrundinformationen zur erfolgreichen Bot-Erkennung und Bot-Bekämpfung.
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