28.12.2009, 11:42 Uhr
Router mit dem vor kurzem ratifizierten n-Draft-WLAN sollen um ein Vielfaches schneller sein als ihre älteren Kollegen. Mit ihnen sollen auch große Datenpakete wie Filme in High Definition problemlos über das kabellose Netz geschickt werden können. Ob die WLAN-Router der 11n-Generation das Versprechen auch halten können, hat das Magazin PC Welt untersucht: Einige Modelle können sich behaupten – alle könnten besser sein.
Bis zu 300 MBit pro Sekunde soll der derzeitige Kabellos-Standard 802.11n übertragen können – im Test erreichten selbst die schnellsten Router nur ein Drittel dieses Wertes. Die beste Übertragungsleistung hatte der Linksys-Router WRT610N mit 101,3 MBit pro Sekunde. Am gemächlichsten arbeitete der Conrad WLAN Router N300 mit einer Übertragungsrate von 55,7 MBit/s auf die kurze Distanz.
Über die lange Distanz von 40 Metern schwächelten deutlich mehr Kandidaten: Transferraten unter 10 MBit pro Sekunde sind für diese Entfernung zu wenig. Für ein mehrstöckiges Haus sind solche Kandidaten völlig ungeeignet – Sie werden zwar keine 40 Meter weit übertragen müssen, doch dicke Wände und Decken stören das Funksignal empfindlich. Der Testverlierer auf diese Distanz war der Buffalo WZR-AGL300N H, der enttäuschende 3,3 MBit/s erreichte. Überzeugen konnte vor allem der Testsieger Netgear WNDR3700, der auf die Entfernung immer noch 47,1 MBit pro Sekunde übertrug.
WLANs stören sich gegenseitig, wenn sie auf den selben oder benachbarten Funkkanälen senden. Befinden sich in Ihrer Umgebung weitere Kabellos-Netze, kann die Leistung Ihres WLANs dadurch verringert werden. Um das zu verhindern, setzen viele aktuelle Router auf Dual- oder Parallel-Band-Betrieb: Sie funken auf der Standard-Frequenz von 2,4 GHz und können gleichzeitig bei 5 GHz Daten übertragen. Da diese Frequenz weniger störanfällig ist, können Sie die Sendeleistung unter Umständen auf 130 bis 170 MBit pro Sekunde erhöhen. Dazu muss die WLAN-Karte am Notebook aber auch mit den 5-GHz-Signalen umgehen können.
Bei der Sicherheit gaben sich etliche WLAN-Router eine Blöße. Zwar unterstützten alle Testgeräte WPS-Verschlüsselung, die war aber nur beim Sitecom WL-328 ab Werk aktiviert. Bei der Einrichtung des WLAN bestehen die wenigsten Router auf eine Verbindungs-Verschlüsselung – selbst ein Passwortschutz für den Zugriff auf den Router wird nicht verlangt. Hier sollten die Hersteller zum Schutz der Verbraucher nachbessern.
Das Fazit der Tester: Für einen guten Router mit Parallel-Band-Nutzung müssen Sie deutlich über 100 Euro ausgeben. Die ausführlichen Testergebnisse zu den 11n-WLAN-Routern finden Sie im Artikel von PC Welt bei Computer Insider.
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