10.04.2008, 09:24 Uhr | Sascha Plischke
Gefährte Roboter: Maschinenwesen dringen immer weiter in unser Leben vor. (Foto: dpa)Roboter sollen insgesamt dreieinhalb Millionen Arbeitsplätze in Japan übernehmen. Das prognostiziert die Denkfabrik Machine Industry Memorial Foundation in einer aktuellen Studie. Die mechanischen Helfer sollen dann Straßen und Wohnungen reinigen und bei der Kinderbetreuung helfen. Was wie ein Horrorszenario klingt, ist für die Wissenschaftler der Ausweg aus einer Misere – die japanische Gesellschaft altert immer schneller und Arbeitskräfte sind jetzt schon knapp.
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Japan hat ein Altersproblem: Knapp ein Sechstel der Arbeitskräfte wird bis 2030 das aktive Arbeitsleben verlassen ohne durch junge Menschen ersetzt zu werden. Grund dafür sind sinkende Geburtenzahlen, Japans Gesellschaft überaltert. "Senioren gehen immer später in Rente, die Kindesbetreuung wird verbessert so dass mehr Frauen tagsüber arbeiten können und es gibt Überlegungen, die Quote für Gastarbeiter zu erhöhen," sagte Takao Kobayashi, einer der Autoren der Studie gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. "Aber nichts davon kann die schrumpfende Zahl der Arbeitskräfte kompensieren."
Roboter als Kinderbetreuer und Krankenpfleger
Deshalb sollen Roboter in die Bresche springen und Millionen von Jobs mit hauptsächlich einfachen Anforderungen übernehmen. Die Autoren der Studie planen dabei nicht, Personen durch Maschinenmenschen zu ersetzen. Roboter sollen stattdessen die tägliche Arbeit unterstützen, etwa von Kranken- oder Altenpflegern. So hätten diese mehr Zeit und könnten sich um mehr Patienten kümmern. Auch in der Kinderbetreuung könnten die mechanischen Helfer zum Einsatz kommen: Die Studie rechnet vor, dass Erzieher bis zu einer Stunde am Tag einsparen könnten, wenn Roboter bei der Überwachung der Schutzbefohlenen helfen würden. Auch als Haushaltshilfen könnten die Roboter eingesetzt werden.
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Menschen und Roboter müssen einander akzeptieren
Bis Roboter fester Bestandteil der Gesellschaft werden, ist es jedoch auch im elektronikbegeisterten Japan noch ein weiter Weg. So müsste die Entwicklung der Roboter deutliche Fortschritte machen. Vor allem den richtigen Umgang mit Kindern oder kranken Menschen müssen die Elektronenhirne erst noch lernen. Aber auch die Menschen selbst müssten erst lernen, Roboter in ihrem Umfeld zu akzeptieren. Für Kobayashi ist das neben dem Aufbringen der Entwicklungskosten für die neue Roboter-Generation der wichtigste Schritt: "Die Menschen müssen die Roboter auch benutzen wollen."
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Sascha Plischke
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