20.08.2008, 09:08 Uhr | dpa/t-online.de
Intel gibt bei seinem neuen Chip-Design Nehalem richtig Gas und verpasst den Prozessoren einen Turbo-Modus. (Foto: Intel)Intel setzt bei seinem neuen Chipdesign voll auf Leistung und verpasst den Prozessoren mit dem Codenamen Nehalem einen Turbo-Modus. Wie Intels Desktopchef Pat Gelsinger auf der hauseigenen Entwicklermesse IDF in San Francisco berichtete, können sich die CPUs dank intelligentem Powermanagement selbst übertakten und so bei rechenintensiven Aufgaben richtig Gas geben. Damit läutet Intel die nächste Phase der Chipentwicklung ein.
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Für Endverbraucher sind besonders die Nehalem-Chips für den Desktopbereich interessant, die unter dem Namen Core i7 Ende 2008 in den Handel kommen. Die sollen vor allem bei leistungshungrigen Anwendungen wie Videobearbeitung oder anspruchsvollen Spielen die Rechenleistung erheblich beschleunigen. So ermöglicht der Turbo-Modus, einzelne Chips zu übertakten, wenn andere abgeschaltet sind. Gelsinger erklärte das gemeinsame Ziel der neuen Funktionen der künftigen Chiparchitektur: "Schnellere Rechenleistung bei gleichzeitig optimierter Energieeffizienz."
Turbo-Modus:Einen Gang höher schalten
Mit dem neuen Turbo-Modus soll sich der Rechner bei intensiven Aufgaben einen Gang höher schalten lassen. So erkennt der Nehalem automatisch, wenn nicht alle Kerne voll ausgelastet sind. Dann schaltet er die leerlaufenden Kerne ab und übertaktet die intensiv genutzten. Damit soll sich der Prozessor besser an einzelne Programme anpassen, die nicht immer alle Kerne voll ausnutzen.
Core i7: Vier Kerne übernehmen acht Aufgaben
Die Prozessoren der Core i7-Familie verfügen über vier Kerne und unterstützen auch Intels Technologie des sogenannten Hyper Threading. Damit werden mehr Kerne simuliert, als tatsächlich zur Verfügung stehen. Bei den ersten Modellen sollen auf diese Weise über die vier Kerne zunächst insgesamt acht Aufgaben gleichzeitig bearbeitet werden können.
Intel bekämpft den Energiehunger
Dem stets großen Energiehunger der Rechner soll das Dynamic Power Management beikommen. Dabei werden über Sensoren Prozessor-Auslastung oder Temperatur gemessen, um den PC automatisch auszuschalten, sobald längere Zeit keine Aktivität gemessen wurde. Zudem hat Intel bei Konkurrent AMD abgekupfert und setzt im künftigen Chipdesign die Speichereinheit direkt auf die Prozessorplattform. Damit verbindet die QuickPath Interconnect bezeichnete Technologie Prozessor, Chipsatz und Speichereinheit miteinander und verringert so die Zugriffszeiten.
Hängt Intel AMD endgültig ab?
Mit der neuen Prozessor-Familie könnte Intel nach Meinung von Experten AMD endgültig abhängen. "Wir brauchen nicht zu den Olympischen Spielen zu fahren, um zu wissen, wer die Goldmedaille gewinnt", sagte Analyst David Wu von Global Crown Capital gegenüber der Finanznachrichtenagentur Bloomberg. So sei AMD bei der Entwicklung von neuen Prozessoren im Hintertreffen.
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