21.04.2008, 09:19 Uhr | Sascha Plischke
ProSieben testete versehentlich einen Kopierschutz für sein Programm. (Archivfoto: dpa)Böse Überraschung für Kabelkunden: Wer am Wochenende über seinen analogen Kabelanschluss das Programm des Senders ProSieben aufzeichnen wollte, erhielt nur eine Fehlermeldung. Angeblich sei die Sendung kopiergeschützt: DVD- und Festplattenrekorder verweigerten den Dienst.
Mittlerweile ist das Problem behoben, der Sender gibt sich über die Ursachen ratlos. Eventuell steckt hinter der Erscheinung jedoch mehr als eine peinliche Panne.
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Beobachtet wurde der aktivierte Kopierschutz zuerst von dem Medienmagazin DWDL.de. Nach Informationen des Magazins waren zwischen Freitag und Samstagabend Aufzeichnungen des ProSieben-Programms für Kunden mit analogem Kabelanschluss im ganzen Bundesgebiet unmöglich. Zuschauer, die es dennoch versuchten, erhielten statt der erhofften Aufnahme nur eine Fehlermeldung. Der Wortlaut der Meldung unterschied sich je nach Rekorder-Hersteller, der Tenor war jedoch immer derselbe: "Dieser Inhalt ist kopiergeschützt."
Peinliche Panne oder Technik-Test?
Eine Stellungnahme des Privatsenders zu dem Vorfall steht bislang noch aus. ProSieben wolle das Thema jedoch genauer prüfen. Sicher ist bislang, dass der Kopierschutz über die so genannte Austastlücke im Fernsehsignal übertragen wurde. Hierüber übertragen die TV-Sender sonst zusätzliche Daten wie die digitale Programmzeitschrift EPG oder den Videotext. Ob nun Absicht hinter der Ausstrahlung des Kopierschutzsignals steckt oder ob es sich bei dem Vorfall um eine technische Panne handelt bleibt zunächst unklar.
Ähnliches Problem auch über DVB-T
Für Schwierigkeiten mit der Technik spricht ein ähnlicher Vorfall aus dem August 2007. Damals hatten Zuschauer mit DVB-T-Empfang ein ganz ähnliches Problem bei der Aufzeichnung von ProSieben-Sendungen. Die Ursache war seinerzeit ein Fehler in der digitalen Programmeinspeisung. Auch diesmal war das Problem schnell behoben, schon am Sonntag war die Aufzeichnung von Sendungen wieder möglich.
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Kopierschutz wäre für Sender attraktiv
Dennoch gibt der Vorfall Spekulationen über Kopierschutzpläne der frei empfangbaren Sender neue Nahrung. Tatsächlich haben vor allem die Privatsender in den vergangenen Jahren verschiedene eigene Angebote aufgebaut, über die sich verpasste Sendungen auch nach dem Ausstrahlungstermin noch ansehen lassen. Diese Angebote haben für die Sender im Gegensatz zur Privataufzeichnung deutliche Vorteile: So lässt sich hier über Gebühren oder das Schalten von Werbung Geld verdienen, während bei der Aufzeichnung auf der heimischen Festplatte die ausgestrahlte Werbung einfach übersprungen werden kann. Die Ausstrahlung des Kopierschutzes spricht jedenfalls dafür, dass die Sender bereits über die entsprechende Technologie verfügen. Bleibt die Frage, ob sie auch eingesetzt werden soll.
Sascha Plischke
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