01.12.2010, 16:34 Uhr | Andreas Lerg mit Material der dpa
Deutsche Teenie-Hacker erpressen Popstars. (Foto: imago)Zwei junge Hacker aus Deutschland klauten tausende Songs von Lady Gaga, Kesha, Justin Timberlake, Kelly Clarkson und Co., spionierten durch deren private Daten und mopsten sogar ein pikantes Sex-Foto. Nun ermittelt die Staatanwaltschaft gegen die vermeintlichen Täter - einen einen 17-jährigen Duisburger Discjockey und einen 23-Jährigen aus Wesel. Gelungen ist ihnen das mit relativ simplen Spionageprogrammen. Geschnappt wurden sie mit der Hilfe von Fans.
Beschuldigt werden ein 17-Jähriger aus Duisburg, der sich als Discjockey bezeichnet habe, und ein 23-jähriger Mann aus Wesel. Diese sollen übers Internet brandneue Musiktitel internationaler Popgrößen geklaut und als Raubkopien verkauft haben. Zu den Opfern der Attacke gehören Justin Timberlake, Lady Gaga, Kesha und Kelly Clarkson. Der Duisburger Oberstaatsanwalt Rolf Haferkamp bestätigte am Mittwoch einen Bericht der "Neuen Ruhr/Neuen Rhein Zeitung". Musiker hätten unter dem Druck, der durch die Raubkopien entstanden sei, eilig ihre neuen Alben auf den Markt gebracht und seien früher auf Tournee gegangen, sagte er. In einem Fall hätten die Männer ein Opfer mit einem Sexfoto erpresst. Die Hacker hätten weitgehend gestanden.
Mit Trojanern, also getarnten, schädlichen Spionage-Programmen, hätten sie Rechner "im weiteren Umfeld" der Künstler infiziert - etwa von Managern - und die Daten ausgespäht. "Ob jetzt der persönliche Laptop auf dem Nachtischchen von Lady Gaga dabei war, kann ich nicht sagen, halte ich auch für unwahrscheinlich", sagte Haferkamp. "Die Masche als solche ist nichts besonderes. Es erfordert nur ein gewisses Know-how und Beharrlichkeit, um zum kriminellen Erfolg zu kommen. Im Wesentlichen geht es um illegale Raubkopie-Veröffentlichungen und Ausspionieren von Daten über Trojaner", sagte der Behördensprecher.
Die beschuldigten jungen Männer wohnen nach Angaben der Staatsanwaltschaft noch bei ihren Eltern. Bis auf das Sexfoto hätten sie ausschließlich Musik heruntergeladen. Das Foto sei wohl eher ein Zufallsfund gewesen, den der 17-Jährige für seine Zwecke genutzt habe. Er habe damit ein prominentes Opfer zu einem "shoutout" genötigt, ein Art Empfehlung aus berufenem Promi-Mund, wie Haferkamp sagte. Der junge Mann habe diesen geforderten Spruch auch bekommen. Ob ein anzügliches Foto von Kesha auf der Internet-Seite eines DJs mit dem selben Künstlernamen wie der Beschuldigte etwas mit der Sache zu tun hat, wisse man noch nicht. Die Ermittlungen seien noch nicht abgeschlossen, die Hacker auf freiem Fuß.
Die von Fans heiß erwarteten Songs boten die Hacker nach Erkenntnissen der Ermittler auf einer Plattform zum Verkauf an. "Selbst wenn sie im fünfstelligen Bereich verdient haben, ist das vom Schaden her eine echte Nummer", sagte der Oberstaatsanwalt. Beim Absatz unter der Ladentheke werde eben nicht so viel erzielt, wie beim offiziellen Verkauf. Deshalb liege der Schaden, der den Musikern entstand, weit über dem Gewinn der Hacker. Aber offensichtlich wollten einige Fans die brandneuen Songs nicht aus dunklen Quellen. Darüber stolperten die beiden Hacker schließlich, als sie sich mit ihrer Beute an einen Fan-Club von Kelly Clarkson wandten. Dort wurde man misstrauisch, wandte sich an die Künstleragentur, und die ging zur Polizei. Daneben gab es eine weitere Anzeige von einer "Rechte-Inhaberin".
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Andreas Lerg mit Material der dpa
walther von der Vogelweide schrieb:
am 3. Dezember 2010 um 11:10:29
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Urheberrecht
Ihr hört wohl erst auf diese Sch.... zu konsumieren wenn endlich auch für das letzte Kinderlied gez.ahlt werden muß???
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Seebär schrieb:
am 2. Dezember 2010 um 10:40:54
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Hacker
Wer ist eigentlich so schwachsinnig und kauft so einen Sch... ??
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Ein Berliner schrieb:
am 2. Dezember 2010 um 10:06:23
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@ Tester ...
>
Ich würde eher sagen: "Wäre der Geschmack der Kids nicht so anspruchslos, würden sie sich das Gejaule erst gar nicht
anhören."
Aber über Geschmack lässt sich eben streiten. Wundern kann man sich aber schon, wie die sog. Stars damit so viel Geld verdienen. Wie sagte doch gestern in einer TV-Sendung eine Schülerin, die in der Schule nur schlechte Leistungen erbringt: "Ich will Sängerin werden."
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