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Polizei fordert Notruf-Knopf für das Internet

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Kripo will den Notruf-Knopf gegen Online-Verbrechen

07.04.2010, 08:51 Uhr | Andreas Lerg mit Material der dpa

Kripo fordert den Notrufknopf für Online-Verbrechen. (Symbolbild: stock.xchng)

Kripo fordert den Notrufknopf für Online-Verbrechen. (Symbolbild: stock.xchng)

Einen digitalen Notruf-Knopf für das Internet fordern deutsche Kripobeamte. Damit soll jeder Bürger sofort ein Online-Verbrechen melden können, wenn er beim Surfen im Internet auf verdächtige oder gefährliche Seiten stößt. Außerdem sollen speziell ausgebildete Cyber-Cops auf Webpatrouille gehen und auf die digitalen Notrufe reagieren.

Klaus Jansen, Vorsitzender des Bundesverbandes Deutscher Kriminalbeamter (BDK), fordert in einem Interview mit der Rheinischen Post ein Notrufsystem für das Internet. "Um die Internet-Kriminalität in den Griff zu bekommen und die Sicherheit für die Nutzer zu erhöhen, schlagen wir ein Notrufsystem im Internet, eine 110 im Netz, vor", sagte Jansen. Dazu sei bereits in Kooperation mit dem Deutschen Forum für Kriminalprävention ein Projekt namens Webpatrol erarbeitet worden. Auch fordert Jansen speziell ausgebildete Cyber-Cops, also für die Aufklärung von Online-Straftaten speziell geschulte Polizeibeamte, die in jeder Ermittlungsstelle etabliert werden sollten.

Die Webpatrouille als schnelle Eingreiftruppe

Die Webpatrouille soll über einen elektronischen Notruf-Knopf erreichbar sein, der als Zusatzsoftware für den Browser installiert wird. Gerät ein Internet-Nutzer beim Surfen auf eine Seite, die ihm verdächtig oder gefährlich erscheint, klickt er nur diesen Notruf-Knopf an. Darauf hin erstellt das System einen Screenshot der zu meldenden Internetseite und sendet diesen samt der Daten an eine spezielle Leitstelle. Diese soll als eine Art Prüfungsstelle die gemeldete Seite bewerten und ist daher nicht nur mit Polizeibeamten, sondern auch Technikern und Vertretern aus Politik und Gesellschaft besetzt. Dazu sagte BDK-Vorsitzender Jansen: "So könnten beispielsweise Aufrufe zu einem Amoklauf oder kinderpornografische Inhalte frühzeitig gemeldet werden." Auf der CeBIT Anfang März gab es bereits ähnliche Forderungen. Dort wurde ein "White IT-Button" gefordert, ein Knopf, mit dem Kinderpornografie gemeldet werden kann.

Meldeknopf nicht unproblematisch

Dieser Notruf-Knopf gegen Online-Verbrechen kann aber auch Probleme für den meldenden Nutzer mit sich bringen. Das gilt vor allem beim Betrachten von kinderpornografischem Material. Auch wer nur zufällig auf solche Bilder stößt, kann bereits in Konflikt mit dem Gesetz geraten. Bereits das Anschauen kinderpornografischer Bilder und Videos im Internet ist strafbar, auch wenn die Dateien nicht willentlich auf dem Computer gespeichert werden. Dies entschied das Hamburger Oberlandesgericht in einem Verfahren gegen einen Mann, der 16 kinderpornografische Dateien angesehen hatte (AZ: 2-27/09 REV). Die Richter entschieden, dass durch das Betrachten der Bilder im Internet bereits Daten auf den Computer übertragen würden. Das bewerteten die Richter schon als Besitz kinderpornografischer Schriften. Daher könnte das Drücken des Meldeknopfes in diesem Falle wie eine Selbstanzeige wirken.

Unklar ob Meldung anonymisiert wird

Bisher ist unklar, ob die Meldung einer verdächtigen Seite anonymisiert wird oder nicht. Dazu erklärte Jansen gegenüber der Rheinischen Post: "Zu der Frage, ob die Versendung anonym stattfindet, über die IP-Adresse oder über freiwillige Angaben des Nutzers recherchierbar sein wird, sind die Überlegungen noch nicht abgeschlossen." Eine wirksame Anonymisierung würde bedeuten, dass weder Nutzerdaten noch die IP-Adresse, mit der der meldende Nutzer im Internet angemeldet ist, mit übertragen werden. Damit wäre nicht nachvollziehbar, wer meldet.

Was passiert beim Missbrauch

Aber was passiert, wenn ein Nutzer eine harmlose und ungefährliche Internetseite nicht versehentlich, sondern absichtlich als gefährlich meldet? Diese Frage nach dem Umgang mit dem Missbrauch des Systems ist derzeit ebenfalls ungeklärt. Wird eine Seite über den Notruf-Knopf vollständig anonymisiert gemeldet, dann könnte der Nutzer, der das System missbraucht, nicht ermittelt werden. Damit könnte die anonymisierte Meldung auch zum Missbrauch des Systems einladen, beispielsweise um harmlose Seiten durch Falschmeldungen in Misskredit zu bringen.


Andreas Lerg mit Material der dpa  

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Kommentare (4)

zum Forum

Thema: "Polizei fordert Notruf-Knopf für das Internet"

Andi K schrieb: am 8. April 2010 um 10:59:23
(0) (0) Notrufbutton
Anhand der IP???Also bitte,jeder weiß heute,das man Anonymisierungssoftware nutzen kann,damit wäre eine Identifikation
ausgeschlossen.Desweiteren kann man nicht VERSEHENTLICH auf Ominösen Seiten landen!Ich jedenfalls komme NIE auf eine Seite,wo ich nicht SELBST hin möchte.An sich ist der Button nicht nur für Pornografische Seiten,auch Internetbetrüger könne ma so melden.lg
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M schrieb: am 8. April 2010 um 09:21:12
(0) (0) naja
An sich ne schöne Idee, als kleiner Button irgendwoe im Browsermenü, Andererseits, wieviele werden den Butto wegen irgendwelchen
Mülls (Weil Mutti mal auf die Nackte Mädels Seite hres Sohnes Stößt) drücken, da muss dann sowieso wieder total gefiltert werden was definitiv nicht manuell geschehehn wird. ISt also eh alles Blödsinnig, wiel nicht durchdacht, und rechtlich sowieso alles nicht sinvoll gesichert/unterstützt. Alles unausgegorener Mist blinden Aktionismuses
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Micha schrieb: am 7. April 2010 um 13:37:16
(0) (0) Wozu?
Verbrechen oder Vergehen melden? Woher weiß der Bürger den Unterschied zwischen Verbrechen und Vergehen. Alle Taten deren
Strafandrohung mindestens 1 Jahr Freiheitsstrafe zur Folge haben sind Verbrechen. Bekommt auch jeder ein StGB nach Hause geliefert. Also die Forderung nach einem Notfallbutton, bei allem Respekt, ist eine der schwachsinnigsten Ideen die ich bisher gelesen habe. 110 tut es doch auch! Eine spezielle Einrichtung einer Telefonnummer tut es doch auch. z.B. 111
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