16.01.2009, 10:21 Uhr | Sascha Plischke
Vierzig Milliarden Songs: So viele Musikstücke sollen Piraten im vergangenen Jahr insgesamt untereinander getauscht haben. Das schätzt die internationale Vertretung der Musikindustrie IFPI in einem aktuellen Bericht. Dem stehen gerade einmal anderthalb Milliarden legale Kauf-Downloads gegenüber. Es scheint, als gewinnen die Piraten den Kampf um Musik-Downloads. Sicher ist aber eins: Die Industrie wird sich in den kommenden Jahren grundlegend wandeln müssen.
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Die Schwierigkeiten der Musikindustrie nehmen zu: Um bis zu sieben Prozent haben die Einnahmen der Plattenlabels abgenommen. Die IFPI nennt das eine der größten Herausforderungen der Industrie, angesichts sinkender Einkünfte von Künstlern und Unternehmen. Hauptgrund für die sinkenden Umsätze seien die konstant fallenden Verkaufszahlen bei CDs, während die Zahlen der legalen Downloads diesen Verlust nicht kompensieren könnten.
Die Zahlen zeigen aber auch, dass sich die Hinwendung der Industrie zu legalen Download-Angeboten gelohnt hat. Die digitalen Verkäufe sind im vergangenen Jahr um 20 Prozent gestiegen und machen nun fast ein Fünftel der Gesamtverkäufe der Plattenlabels aus. Insgesamt 3,7 Milliarden Dollar Umsatz konnte die Musikindustrie so mit legalen Musik-Downloads erzielen. Es scheint also so, als ob die Zukunft des Plattengeschäfts im Internet liegt.
John Kennedy, Leiter der IFPI, sagte, dass die Industrie ihre Auffassung von Geschäftstrategien geändert habe. "Es ist eine umwälzende Debatte im Gange über die Bedingungen, von denen unser Geschäft und alle Menschen, die daran mitarbeiten, abhängen." Eins stellte Kennedy jedoch klar: Gegen illegale Downloads wolle man weiter mit der vollen Härte vorgehen. "Die Regierungen beginnen zu akzeptieren, dass in der Debatte über freie Inhalte und ob Internet Provider für den Schutz von Urheberrechten eingespannt werden sollten, nichts zu tun keine Option ist, falls es auch in Zukunft für ein Geschäft mit digitalen Inhalten geben soll."
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Sascha Plischke
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