26.10.2011, 12:45 Uhr | Andreas Lerg
Berliner Polizei hebt Phishing-Bande aus. (Quelle: imago)
Die Staatsanwaltschaft Berlin hat eine Phishing-Bande ausgehoben und sechs Verdächtige verhaftet. Die Online-Kriminellen sollen in den letzten zwei Jahren Internet-Banking-Zugänge von mehr als 1000 Menschen gestohlen und damit über 1,3 Millionen Euro von den Konten der Opfer erbeutet haben.
Mit 115 Polizeibeamten vollstreckte das Landeskriminalamt Berlin am Dienstag sechs Haftbefehle und elf Durchsuchungsbefehle. Damit setzte die Behörde dem Treiben einer Phishing-Bande ein Ende. Den insgesamt 13 Beschuldigten unterschiedlicher Staatsangehörigkeit wird der "gewerbs- und bandenmäßigen Computerbetrug durch Phishing“ vorgeworfen, wie der Polizeipräsident Berlin in einer Pressemeldung mitteilt. Am Dienstag verhafteten die Beamten sechs Beschuldigte russischer, litauischer, israelischer und deutscher Staatsangehörigkeit im Alter von 32 bis 47 Jahren.
Ende 2009 hatten sich die sich 13 Beschuldigten zu einer Bande zusammengeschlossen und mit dem Phishing begonnen. Hintermann soll eine bislang unbekannte Person aus dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion sein. Die Bande schleuste via Phishing-Mails einen Trojaner auf dem Computer der Opfer ein, der die Zugangsdaten zum Online-Banking ausspähte. So konnte die Bande in über 1000 Fällen die Konten der Opfer leer räumen und im Laufe der Zeit über 1,3 Millionen Euro erbeuten.
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Die Bande warb "Finanzagenten" an, die dann insgesamt 40 eigene Konten für den Transfer der gestohlenen Gelder einrichteten. Bei ihren Beutezügen überwiesen die Täter das Geld von den Konten ihrer Opfer auf diese Transfer-Konten. Die Finanzagenten hatten die Aufgabe, unter Aufsicht der mutmaßlichen Bandenmitglieder das Geld abzuheben und den Hauptbeschuldigten zu übergeben. Bei den Durchsuchungen in Berlin konnte umfangreiches Beweismaterial sichergestellt werden. Die Ermittlungen gegen weitere Verdächtige dauern an.
Die Kriminalpolizei Berlin empfiehlt zur Abwehr von Phishing-Angriffen auf Online-Banking-Zugänge mehrere einfache Strategien. So sollten Bankkunden sichere Verfahren wie SMS-TAN oder Chip-TAN einsetzen und nicht mehr veraltete Verfahren mit den gedruckten TAN-Listen nutzen. Sobald Mails oder Nachrichten von der Bank kommen, die merkwürdig oder verdächtig sind, hilft ein Anruf bei der Filiale, eine Phishing-Mail schnell zu entlarven. Ein Computer sollte stets mit einer Antivirensoftware auf aktuellstem Stand und einer Firewall geschützt sein. Auch sollte der Nutzer regelmäßig Software-Updates installieren, um beispielsweise Sicherheitslücken im Betriebssystem zu schließen. Umfangreiche Infos und Tipps bietet das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) unter www.bsi-fuer-buerger.de an.
Besonders guten Schutz vor Phishing-Attacken bieten die Internet Explorer 8 und 9. Die kostenlosen Browser verfügen über einen SmartScreen Filter, der vor gefälschten und manipulierten Internetseiten warnt. Darüber hinaus sind die beiden Browser gegen weitere Internet-Bedrohungen wie zum Beispiel Cross-Site Scripting gerüstet. Zum Download von Internet Explorer 8 und 9.
Passwortdiebe und Kontoräuber: So schützen Sie sich vor Online-Kriminellen. zum Video
Andreas Lerg
M schrieb:
am 26. Oktober 2011 um 12:56:20
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(0)
Phishing-Bande
Sozusagen multikulturelle Fachkräfte für Geldabheben! In Deutschland fehlen ja noch viel mehr Fachkräfte - Danke CDU/CSU,
SPD, GRÜNE, FDP und Linke!
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