13.12.2007, 15:32 Uhr | Christoph Schmidt
Microsoft steht neuer Ärger ins Haus. (Montage: T-Online)Neue Runde im Browser-Krieg: Der Softwarehersteller Opera hat bei der EU-Kommission eine Wettbewerbsbeschwerde gegen Microsofteingereicht. Der Vorwurf: Das Unternehmen missbrauche seine Marktmacht bei Betriebssystemen, um dem Internet Explorer einen Vorteil zu verschaffen. Opera sieht sich als Sprachrohr aller Verbraucher und fordert eine Entkoppelung des Internet Explorers von Windows. Dabei ist es nicht das erste Mal, dass Microsoft wegen seines Browsers vor Gericht steht
Internet Explorer Alternativen
Opera | Firefox
Opera fordert eine Entkoppelung des Internet Explorers von Windows oder die Vorinstallation von Alternativ-Programmen. Zentraler Streitpunkt ist die feste Integration des Internet Explorer in Windows, die nach Meinung von Opera unzulässig ist. Der Konzern beruft sich bei seiner Beschwerde auf eine Entscheidung der EU-Wettbewerbsbehörde, die die Verankerung des Windows Media Players in Windows für wettbewerbswidrig erklärte. Die EU verpflichtete Microsoft in der Folge, Windows auch ohne vorinstallierten Media Player anzubieten. Die gleiche Logik müsse auch im Browser-Markt Anwendung finden, um Windows-Nutzern eine größere Wahlfreiheit zu bieten.
Sprachrohr aller Verbraucher
"Wir legen die Beschwerde im Namen aller Verbraucher ein, die es satt sind, dass ein Monopolist für sie die Auswahl trifft", sagte Opera-Chef Jon von Tetzchner. Er warf Microsoft zudem vor, sich nicht an allseits anerkannte Internet-Standards zu halten. Damit behindere Redmond die Arbeit von Entwicklern, die untereinander kompatible Programme schreiben möchten. Microsoft solle künftig solche offenen Internet-Standards unterstützen.
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Internet Explorer hat sich bewährt
Microsoft widerspricht den Vorwürfen von Opera und verweist darauf, dass der Internet Explorer zahlreiche Internet-Standards unterstütze. Die Koppelung von Browser und Betriebssystem komme dem Kunden zugute. Die geforderte Wahlfreiheit sei schon heute realisiert. Schließlich könnten Kunden und Computer-Hersteller den Browser ihrer Wahl problemlos installieren.
Tastatur-Kürzel für denInternet Explorer
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Browser-Krieg kostete Microsoft Millionen
Microsoft hat bereits Erfahrung mit Klagen wegen des Internet Explorers. Mitte der neunziger Jahre tobte eine hitzige Auseinandersetzung mit dem damaligen Marktführer Netscape. Microsoft war mit dem Internet Explorer überaus aggressiv in den Browser-Markt eingestiegen und hatte bei Netscape zu einem dramatischen Einbruch der Nutzerzahlen des hauseigenen Browser Navigator geführt. Möglich machte dies vor allem die feste Integration des Browsers in Windows, dass ein Monopolstellung bei Betriebssystemen inne hat. Netscape klagte und Microsoft zahlte in einem außergerichtlichen Vergleich umgerechnet 510 Millionen Euro.
Rekordbußgeld gegen Microsoft
Bestätigt die Kommission den Verdacht von Opera, könnte sie ein Bußgeld-Verfahren gegen Microsoft eröffnen. Luxemburger EU-Richter hatten erst im September diesen Jahres ein von der EU-Kommission verhängtes Bußgeld von 497 Millionen Euro sowie einschneidende Wettbewerbssanktionen gegen Microsoft ohne Einschränkungen bestätigt.
Christoph Schmidt
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