19.01.2010, 14:59 Uhr | Andreas Lerg
Mit dubiosen Facebook-Gruppen wird nach Spendern geködert. (Quelle: t-online.de)Von der weltweiten enormen Spendenbereitschaft zu Gunsten der Erdbeben-Opfer in Haiti wollen auch Online-Kriminelle profitieren. Die Abzocker-Methoden sind vielfältig. Falsche Spendenaufrufe per E-Mail, gefälschten Spenden-Seiten im Internet, als Spenden-Mailings getarnte Phishing-Mails, oder die beliebten sozialen Netze wie Facebook kommen dabei zum Einsatz.
Das verheerende Erdbeben in Haiti hat eine Welle der Hilfsbereitschaft ausgelöst, auf der auch skrupellose Online-Kriminelle mitreiten wollen. Bereits kurz nach dem Beben tauchten erste gefälschte Spendenmails auf. Die Betrüger erweckten den Eindruck, als stammten die E-Mails vom britischen Roten Kreuz oder anderen bekannten Hilfsorganisationen. In den Mails wurden die Empfänger aufgefordert, ihre Spenden über Zahlungsdienstleister wie Western Union zu zahlen. Doch keine Hilfsorganisation bedient sich dieser Geldtransferdienste. Sie geben vielmehr direkt offizielle Bankkonten an. Mit weiteren dieser gefälschten Mails ist zu rechnen.
In zahlreichen der unaufgefordert eingehenden Spam-Mails sind Internet-Seiten verlinkt, die auf gutgläubige Spender lauern. Die Seiten geben vor, Geld für die Haiti-Hilfe zu sammeln, doch das Geld landet wieder nur bei den Gangstern. Doch teilweise sind in den Spenden-Mails auch mit Viren und Schadcode verseuchte Seiten verlinkt, die den Computer des Opfers kapern und unter die Kontrolle der Hacker bringen sollen.
Wie das ZDF berichtet, dominieren die Begriffe Haiti und Erdbeben derzeit die Suchmaschinen. Daher sind auch die Online-Kriminellen, die mit falscher Antiviren-Software ködern, auf den Zug aufgesprungen. Sie bauen ihre Internet-Auftritte derzeit auf das Thema Haiti um, damit Sie bei Google hoch in den Trefferlisten auftauchen. Wer auf der Suche nach dem Stichwort Haiti eine solche Seite öffnet, tappt in die Scareware-Falle. Dabei wird dem Besucher der Seite eine Vireninfektion seines Rechners vorgegaukelt, um ihn zum Kauf eines dubiosen Virenscanners zu nötigen.
Auf den Seiten der viele sozialen Netzwerke, wie beispielsweise wie Facebook, sind die Kriminellen ebenfalls aktiv. So werden auf Facebook vor allem dubiose Gruppen gegründet, die um Spenden bitten. Diese fließen dann aber nicht den Hilfsorganisationen zu, sondern landen in der Tasche der Internet-Betrüger. Die Gangster nutzen hier die Tatsache aus, dass sich Mitglieder gegenseitig solche Gruppen empfehlen. Eine andere Masche betreiben Facebook-Nutzer, die einfach nur möglichst viele Gruppenmitglieder sammeln wollen und dazu mit dubiosen Versprechen Nutzer zum Beitritt ködern. Viele dieser Gruppen loben aus, dass für jedes neue Mitglied ein gewisser Betrag für Haiti gespendet wird. Eine Gruppe auf Facebook heimste so über 1,5 Millionen neue Mitglieder ein, bevor Facebook dem ganzen ein Ende setzte und die Gruppe schloss.
Ob es Katastrophen wie die in Haiti sind, oder der Tod von Prominenten, wie Michael Jackson. Sobald etwas geschieht, was zigtausende Menschen weltweit bewegt, ruft das Online-Kriminelle auf den Plan. Sie versuchen aus dem Thema Profit zu schlagen. Auch außerhalb des Internet werden miese Geschäftemacher aktiv. Aktuell lautet der Tipp, nur an seriöse und bekannte Hilfsorganisationen zu spenden.
Hier können Sie spenden:
(Achtung: Wegen Überlastung kann es sein, dass die angegeben Internet-Seiten zeitweise nicht aufrufbar sind)
Andreas Lerg
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