24.07.2008, 09:25 Uhr | Christoph Schmidt
Der Autor steht bei Knol im Mittelpunkt. (Quelle: t-online.de)Google greift Wikipedia mit einem eigenen Wissens-Projekt an und startet seine eigene Wissensseite Knol. Die Plattform ermöglicht es Interessierten, zu einem Thema ihrer Wahl persönlich signierte Artikel zu verfassen. Der Autor tritt in den Vordergrund, der durch eigene Artikel sogar an Googles Einnahmen mitverdienen kann. Die Funktionen ähneln denen von Wikipedia – mit einigen wichtigen Ausnahmen.
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Autor steht im Mittelpunkt
Knol soll Menschen zum Schreiben ermutigen, wenn sie zu einem bestimmten Thema fundierte Kenntnisse haben. "Millionen Menschen wissen viele nützliche Dinge und Milliarden können von diesem profitieren", so die Google-Manager Cedric DuPont und Michael McNally. Der Name leitet sich von dem englischen Begriff Knowledge ab, der Wissen bedeutet. Größter Unterschied zu Wikipedia: Nutzer können Artikel nicht verändern, da diese fest mit einem Autoren verbunden sind. Google legt damit den Fokus auf den Verfasser selbst, der mit einem Bild in seinem Artikel vertreten ist. Aber auch die Gemeinschaft kommt bei Knol nicht zu kurz.
Gemeinschaft bleibt wichtiger Faktor
Googles Online-Lexikon bietet umfangreiche Kommentar- und Bewertungsfunktionen. So können Autoren etwa entscheiden, ob sie Kommentare anderer Nutzer in ihre Artikel einarbeiten oder verwerfen. Zudem können konkurrierende Artikel eingestellt werden, was bei Wikipedia nicht möglich ist. Optisch orientiert sich die Plattform an Wikipedia, wobei sie einen moderneren Eindruck macht. Neben verwandten Themen und anderen Artikeln des Autors findet sich auch Kritik von anderen Knol-Nutzern unterhalb eines Artikels.
Umsatzbeteiligung der Autoren
Autoren profitieren nicht nur von der prominenten Stellung, die sie bei Knol einnehmen. Google ermöglicht die Einblendung von Werbung in den Texten, an deren Umsätzen die Autoren wesentlich beteiligt werden. Im Gegensatz zur Wikipedia können damit die Schreiber erstmals Geld mit ihren Beiträgen verdienen. Zudem wird Google dafür sorgen, dass Knols bei Suchanfragen angemessen berücksichtig werden – prominente Platzierungen in den Suchergebnissen inklusive. Lesenswerte Texte könnten so für ihre Urheber angesichts der hohen Werbeumsätze des Suchmaschinenriesen besonders lukrativ werden.
Google hält sich heraus
Google will mit Knol eine benutzerfreundliche Seite zur Verfügung stellen, mit der Autoren schnell und einfach Artikel online stellen können. Die Bereitstellung im Internet wird kostenlos sein. Google wird dabei Artikel nicht editieren oder einzelne Artikel bevorzugen. Die redaktionelle Verantwortung und Kontrolle liegt bei den Autoren. Zur Zeit befindet sich das Projekt noch in der Betaphase. Wer mitschreiben möchte, benötigt einen Google-Account - dann steht der bezahlten Autorenkarriere im Internet nichts mehr im Wege.
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Christoph Schmidt
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