19.07.2010, 11:15 Uhr | Andreas Lerg
Angriffe auf DLL-Sicherheitsleck in allen Windows-Versionen. (Montage: t-online.de) (Quelle: t-online.de)
Gerade erst hat Microsoft das Problem bestätigt, schon wird der neue Fehler in Windows ausgenutzt. Diesmal allerdings in einer Weise, die an Professionalität und Zielgerichtetheit ihres gleichen sucht. Via USB-Stick können Hacker Trojaner an allen Schutzmechanismen des PC vorbei installieren - nutzt ein Geheimdienst die Sicherheitslücke in Windows XP zur Industriespionage?
Das Ungewöhnliche an dem Angriff ist, dass der Trojaner programmiert wurde, um gezielt ein sogenanntes Prozessleitsystem der Firma Siemens auszuspionieren, wie Sicherheitsfachmann Frank Boldewin ermittelt hat und auf seiner Internetseite reconstructer.org mitteilt. Damit dient der Schädling zumindest aktuell der Industriespionage und nicht dem Angriff von privaten Computern. Diese gezielte Attacke auf ganz bestimmte Systeme eines Herstellers könnte laut heise online ein Indiz sein, dass ein Geheimdienst hinter dieser Spionage steckt. Wie Kasperksky Lab feststellte, verbreitet sich der Schädling derzeit auch nur sehr langsam und regional. Betroffen sind wenige Tausend Computer im Iran, in Indien und Indonesien.
Warum der Trojaner nur auf die Industriesysteme von Siemens spezialisiert ist und derzeit regional so gezielt verbreitet wird, ist noch nicht bekannt. Frank Boldewin erklärt auf seiner Webseite, dass diese Prozessleitsysteme zur Steuerung von Industrieanlagen und Infrastrukturtechnologie eingesetzt werden. Sollte der Trojaner diese Systeme nicht nur ausspionieren, sondern auch manipulieren können, könnte Sabotage ein mögliches Ziel der Angreifer sein.
Fatal ist, dass der Trojaner sich mit einer echten digitalen Signatur als reguläre Software tarnen kann. Das dafür nötige Zertifikat gilt für einen Treiber für Hardware von Realtek. Wie die Entwickler des Schädlings an eine echte Signatur heran gekommen sind, ist derzeit ebenfalls unklar. heise online meldet Spekulationen, dass ein externer Softwarehersteller von Realtek die Signatur irrtümlich oder durch Bestechung vergeben haben könnte.
Sobald ein Nutzer einen mit dem Trojaner verseuchten USB-Stick an den Computer anschließt und im Dateiexplorer öffnet, wird der Computer infiziert. Windows XP liest bestimmte Dateien aus, um den USB-Speicher in das Dateisystem einzubinden. Dabei installiert sich der Schädling und infiziert so den Computer. Zur Tarnung installiert der Schädling ein Rootkit, damit seine Aktivitäten möglichst lange unentdeckt bleiben. Die Infektion gelingt, da das Betriebssystem einige Details beim Einbinden des USB-Sticks nicht richtig prüft.
Microsoft hat die Existenz der Sicherheitslücke mittlerweile bestätigt, kann derzeit aber kein Update zum Stopfen des Lecks anbieten. Derzeit kann folgender manuelle Workaround helfen: Auf den Startbutton klicken und dann Ausführen anklicken. Services.msc eintippen und OK anklicken. Dann Rechtsklick auf den WebClien-Service und im sich öffnenden Menü auf Eigenschaften klicken. Den Starttyp auf Deaktiviert klicken. Sollte der Dienst aktiv sein, auf Stop klicken. Das Fenster mit OK schließen. Damit wird dieser Dienst deaktiviert und die Angriffe damit blockiert.
Andreas Lerg
mansch schrieb:
am 1. August 2010 um 11:29:24
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Trojaner
Geheimdienste attackieren keine Normalnutzer. Die anderen Hacker können nur in Schach gehalten werden, wenn ihr Treiben nicht als
Kavalliersdelikt behandelt wird, weil alternde Richter in höheren Instanzen die Tragweite der Aktionen nicht beurteilen können. Das I-Net ist zwischenzeitlich lebenswichtig. Auch die Möchtegern-Hacker, die mittels Virenbaukasten hacken sind kriminell udn keine kleinen Genies, die auch noch bewundert werden. Das Recht muss der technischen Entwicklung angepaßt werden.
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ITProfi schrieb:
am 24. Juli 2010 um 10:53:37
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Erschreckend ist ...
... dass mittlerweile in vielen PCs Komponenten von Realtech verbaut sind. Somit könnten durch ein Treiberupdate
unzählige Computer infiziert werden. Wenn man also nicht mal mehr sen Hardwareherstellern vertrauen kann, bleibt nur noch: Computer auslassen. Aber es zeigt auch, dass man durch die Zertifizierung von Treibern den Verursacher schnell entlarven kann.Hoffen wir mal, das dies keine Nachahmer findet.
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insider schrieb:
am 20. Juli 2010 um 09:15:11
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leck
hab mal bei chip gelesen, man sollte auch noch einen wert aus einer zeichenfolge in der registry löschen, damit die icons der
verknüpfungen nicht geladen werden, plus den genannten dienst deaktivieren..
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