21.06.2010, 11:14 Uhr | Christian Fenselau
Ein vollwertiges Windows-Netbook für 99 Euro – mit diesem verlockenden Angebot werben zurzeit einige Discountermärkte. Beliebte Netbooks wie der Asus EeePC kosten locker das Doppelte bis Dreifache, so dass Schnäppchenjäger hellhörig werden. Doch wer glaubt, für knapp 100 Euro ein brauchbares Internet-Notebook zu bekommen, dürfte gewaltig enttäuscht werden.
Ein Netbook für Office, Internet und E-Mails, dafür reicht auch ein etwas langsamerer Prozessor und wenig Arbeitsspeicher aus. Wozu sollte man also mehr ausgeben als das, was uns Discounter, Warenhäuser oder Supermärkte jetzt für 99 Euro anbieten? Denn diese Superschnäppchen machen derzeit überall in Deutschland die Runde – letzten Monat bei Real, diese Woche bei Netto. Ein einfacher Blick auf die verbaute Hardware und das verwendete Betriebssystem entlarven das angebotene Windows-Netbook jedoch als weitgehend untauglichen Rechenzwerg.
Als Hauptprozessor kommt anders als in Netbooks üblich kein moderner Intel-Prozessor zum Einsatz, sondern ein Exemplar der Billigschmiede VIA. Der Chip taktet zudem je nach Modell mit gemächlichen 266, 300 oder 400 Megahertz. Das ist ein Bruchteil dessen, was in üblichen Netbooks verbaut ist. Bedenkt man, dass Netbooks die unterste Leistungsklasse der Personal Computer darstellen, lässt sich schon erahnen, in welchen Dimensionen sich die Rechenleistung der 99-Euro-Zwerge bewegt. Selbst Smartphones sind in den meisten Fällen mit deutlich schnelleren Prozessoren ausgestattet. So arbeiten die Chips im neuen Apple iPhone oder dem HTC Desire mit 1 GHz. Genauso bescheiden fällt auch der Arbeitsspeicher aus: Mit 128 MB lassen sich keine großen Sprünge machen.
Die Produktabbildung zeigt ein Netbook mit einem Desktop, der auf den ersten Blick einem Windows-XP-Bildschirm ähnelt. Tatsächlich ist in dem 99-Euro-Gerät Windows CE verbaut – eigentlich ein Betriebssystem, das für Handys oder Pocket-PCs vorgesehen war. Das reduziert die Einsatzmöglichkeiten des Discount-Schnäppchens gewaltig. Denn normale Programme, die auf Windows XP laufen, lassen sich nicht installieren. Garantiert laufen also nur die bereits vorinstallierten Programme, dank der schwächlichen Prozessorleistung allerdings mehr schlecht als recht.
Einige vorinstallierte Programme dürften den meisten Besitzern wenig bekannt vorkommen. Beispielsweise wird bei einigen Varianten Softmaker Office mitgeliefert. Andere Office-Pakete, die unter Windows XP laufen, lassen sich auf Windows CE nicht nachinstallieren. Als Browser dient eine angepasste Version des Internet Explorers. Surfvergnügen dürfte aber nicht aufkommen, da die Rechenleistung schlichtweg nicht ausreicht, um Internetseiten halbwegs zügig darzustellen. Je nach Gerät sind Betriebssystem und Programme stark veraltet und daher nicht frei von Sicherheitslücken.
Wer mit Leistung und angebotenen Programmen trotz allem zufrieden ist, wird letztlich an der mangelnden Praxistauglichkeit des "Netbooks" scheitern. Dem schwachen Akku mangelt es mit 1800 mAH an Kapazität, so dass er nach drei bis vier Stunden schlapp macht. Das Display ist mit sieben Zoll Diagonale, etwa 18 cm, arg klein geraten, auch die Auflösung ist mit 800 Pixeln Breite und 480 Zeilen Höhe nur eingeschränkt brauchbar. Durch die geringen Abmessungen des Geräts fehlt Platz für die Tasten unterhalb des Touchpads, sie sind daher seitlich angebracht - gewöhnungsbedürftig.
Als Adress- und Terminverwalter, Notizbuch oder sogar zum Versenden von E-Mails mögen die Minis ihre Existenzberechtigung haben, als "Netbook" angeboten handelt es sich aber eindeutig um Mogelpackungen. Netbooks laufen in den meisten Fällen mit einem vollwertigen Windows-Betriebssystem oder einem angepassten Linux, die gesamte Hardware-Ausstattung ist vor allem aber um ein Vielfaches leistungsfähiger. Auch wenn der Begriff Netbook nicht exakt definiert ist – ein derart schwach ausgestattetes Gerät gehört eher in die Riege der "Handheld Computer".
Wer auf keinen Fall mehr als 100 Euro ausgeben will, findet sicherlich kaum eine Alternative zu den angebotenen 99-Euro-Geräten. Zu diesem Preis sind praxistaugliche Komponenten nicht zu bekommen. Wer vor allem ein günstiges Netbook möchte, fährt mit einem Gerät mit vorinstalliertem Windows XP oder Windows 7 Starter deutlich besser. Gute Noten im Test von pc-welt.de erhielt zum Beispiel das Samsung N220. Mit rund 350 Euro ist das Samsung-Netbook zwar kein Schnäppchen, der Aufpreis lohnt aber in jedem Fall.
Christian Fenselau
spitzkicker schrieb:
am 6. Januar 2011 um 16:25:56
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das ist ein Handheld PC
Das Gerät ist ein Handheld PC, wocher kommt die verborheit alles als Netbook, Notebook etc zu deklarieren.
Der
Grosse Vorteil es ist ähnlich wie ein PDA in einer Sekunde Betriebsbereit. Wenn es einen COM Anschluss (gibt es fast nicht mehr und ein Port Replikator über USB funktioniert auch nicht immer) ist es aber ein perfektes Arbeitsgerät um Steuerungen von Maschienen SPs etc. auslesen und einspielen zu können ;-)
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ich schrieb:
am 19. Dezember 2010 um 22:01:47
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Linux
selbst Linux (debian) hat einige Probleme mit dem teil. Habe versucht, mit dem Teil ein video abzuspielen (mit mplayer) , es hat
gelaggt.
und Android funzte auch eher schlecht als recht.
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sesam007 schrieb:
am 13. November 2010 um 12:03:21
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(1)
textdateien?
Kann das Ding Textdatein oder PDF anzeigen?
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