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Navigationsgeräte über 250 Euro im Test

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Navigationsgeräte über 250 Euro

01.10.2009, 13:04 Uhr

Zusatzdienste in Echtzeit: Tomtom Go 740 Live (Foto: pcwelt)

Ein Navigationsgerät, das mehr als 250 Euro kostet, muss auch etwas ganz Besonderes bieten: So funktioniert beim Garmin Nüvi 865TFM die Spracheingabe über die Fernbedienung. Das Navi Falk F10 wird mit der Zeit immer schlauer. Den Merian Scout P_Navigator wiederum können Sie als Reiseführer mit Bild und Ton einsetzen. Und das Navigon 8410 fällt wegen des eleganten Designs ins Auge.

Fußgänger-Navigation und 3D

Navis dieser Preiskategorie bringen umfassendes Kartenmaterial für Europa mit, das Modell TomTom Go 930 sogar für USA und Kanada. Mehr noch: Sie erfüllen neuerdings auch Sonderwünsche wie eine echte Fußgängernavigation. Das Navi lotst über Fußwege, durch Parks und Fußgängerzonen ans Ziel, wie etwa das Garmin Nüvi 1490Tpro. Allerdings liegen entsprechende Karten momentan nur für einzelne Städte wie München, Berlin oder Frankfurt am Main vor und kosten extra. Bei Garmin schlagen sie mit rund neun Euro pro Stadt zu Buche.

Keine Mehrkosten müssen Sie dagegen bei der 3D-Darstellung befürchten. Diesen Trend verfolgen Hersteller wie Falk und Navigon, um die Orientierung am Schirm zu erleichtern. Der Effekt beschränkt sich auf einzelne Gebäude, soll beim Navigon 8410 auch schon ganze Straßenzüge umfassen. Aber auch da stehen die Hersteller noch am Anfang. So konnte die 3D-Darstellung in unseren Tests nicht uneingeschränkt überzeugen.

Schlaues Navi und Echtzeitdienste

Ein Navi, das nur eine einzige Route berechnet, ist out. Vermehrt geben die Geräte mehrere Routen vor. Das Navigon 8410 berechnet beispielsweise drei Wegstrecken, aus denen der Anwender dann auswählt. Die Routen unterscheiden sich und berücksichtigen als My Routes auch Präferenzen des Fahrers.

Oder die Navis zeichnen gefahrene Strecken auf, um mit diesen Erfahrungswerte die Routenberechnung zu verbessern. Wie die Modelle Falk F10 und F8 2nd Edition. Bis zu 1000 Kilometer speichern die Geräte. Allerdings sind die Streckendaten nicht sofort für die Routenführung nutzbar, sondern müssen erst an Falk übermittelt werden. Der Hersteller unterzieht das überspielte Wissen einem Check, bevor es allen Nutzern wieder zum Überspielen überlassen wird.

Gleichzeitig bleibt das Navi mit Echtzeitdiensten stets aktuell. Das Gerät verbindet sich ins Mobilfunknetz und ruft zusätzliche Infos zur Verkehrslage, Radarsituation oder zu Parkmöglichkeiten ab. Allerdings sind die Dienste kostenpflichtig: Nach einer festgelegten Frist (meist drei Monate) kommen entweder monatliche Gebühren wie etwa bei TomTom mit 9,95 Euro oder Jahresabos wie bei Navigon mit rund 80 Euro auf Sie zu. Diese Zusatzkosten lohnen sich nur für Anwender, die tatsächlich ungemein viel unterwegs sind.

Design-Tipp: Navigon 8410

Design ist Trumpf beim Navigon 8410. Das Navi bietet einen kapazitiven Touchscreen, fünf Zoll Bilddiagonale und einen feinen Metallrahmen. Das sticht ins Auge. Auch der Saughalter passt zum Gesamtentwurf. Doch das Navi überzeugt nicht nur äußerlich, sondern es hat auch mit aktuellen Karten, ausgereifter Sprachsteuerung und umfassenden Routing-Funktionen viel zu bieten. Überhaupt soll es das kostspielige Navi allen Anwendern Recht machen. So lässt sich das Navigon 8410 mit einem DVB-T-Modul zum kleinen Fernseher für unterwegs ausbauen. Zusätzlicher Kostenpunkt für den TV-Empfänger: rund 60 Euro.

Innovation-Tipp: Garmin Nüvi 1490Tpro

Lange warten wir schon auf die echte Fußgänger-Navigation. Das Navi Garmin Nüvi 1490Tpro macht nun den ersten Versuch optionalen Karten. Dank schriftlicher Anweisungen führt das Gerät durch Fußgängerzonen, Parks und zur nächsten U-Bahn-Haltestelle. Das ist uns eine Auszeichnung wert, auch wenn der 5-Zoll-Bildschirm eher gegen den Transport zu Fuß spricht.

Fazit: Auch Navi-Funktionswunder können nicht alles

Navis über 250 Euro sind durchweg üppig mit Funktionen vollgestopft. Doch selbst von den hochpreisigen Geräten lässt sich nicht alles in einem Modell erwarten. So bringen zwar alle Navis der Top 10 den Staumeldedienst TMC (Traffic Message Channel) mit. Allerdings ist die feinere Variante TMC Pro schon seltener. Wie die Tabelle unten zeigt, bieten nur die Navi-Modelle Falk F10, Garmin Nüvi 1490Tpro, Navigon 8410 und Tomtom Go 930 Traffic die Funktion.

Wer das Navi im Auto als Freisprecher nutzen möchte, benötigt ein Gerät mit Bluetooth-Schnittstelle. Die Mehrheit bringt den Port zwar mit, trotzdem finden sich mit Navigon 2110 max und Merian Scout P_Navigator Ausnahmen – siehe Übersicht.

Im Falle von Text-to-Speech (TTS), dem Ansagen von Straßennamen), sollten Sie genau hinsehen. Denn auch diese Funktion ist nicht selbstverständlich. Von den Navis aus der Top 10 ist sie bei den Modellen Navigon 2110 max und Falk N220L nicht zu finden.

Navi über 250 Euro

TMC

TMC Pro

Bluetooth

TTS

Falk N220L

ja

nein

ja

nein

Garmin Nüvi 770TFM

ja

nein

ja

ja

Tomtom Go 930 Traffic

ja

ja

ja

ja

Falk F10

ja

ja

ja

ja

Navigon 2110 max

ja

nein

nein

nein

Falk F8 2nd Edition

ja

nein

ja

ja

Merian Scout P_Navigator

ja

nein

nein

ja

Garmin Nüvi 865TFM

ja

nein

ja

ja

Garmin Nüvi 1490Tpro

ja

ja

ja

ja

Navigon 8410

ja

ja

ja

ja

Die besten Navis über 250 Euro

Platz 1: Garmin Nüvi 865TFM
Das Garmin Nüvi 865TFM ist in auf Routing-Funktionen konzentriertes Navi, das dafür jede Menge Ausstattung mitbringt und diese Aufgaben auch überzeugend meistert. Bei der Sprachsteuerung könnte Garmin beim Nüvi 865TFM noch ein wenig nachbessern. Angesichts des hohen Preises hätte man Extras wie Echtzeit-Dienste erwarten können.

Platz 2: Falk F10
Das Falk F10 ist ein umfassend ausgestattetes Navi, das trotzdem den Schwerpunkt aufs Navigieren legt. Auf diesem Gebiet stellt es sich überaus schlau an. Das allein ist schon den Anschaffungspreis wert.

Platz 3: Navigon 8410
Das Navigon 8410 überzeugt anhand aktueller Karten, ausgereifter Sprachsteuerung und sinnvollen Routing-Extras. Seine Schwachpunkte sind der allzu glänzende Touchscreen und die 3D-Funktionen, die noch zu rudimentär ausfallen. Außerdem ist das Navigon 8410 selbst für Designfreunde ein teurer Spaß.

Platz 4: Falk F8 2nd Edition
Das Falk F8 2nd Edition ist ein zuverlässiges Navi, das sich trotz so mancher Spielerei auf Routing-Aufgaben konzentriert. Das Überarbeiten der Navi-Software hat dem Handling gut getan.

Platz 5: Garmin Nüvi 1490Tpro
Mit dem Nüvi 1490Tpro gelingt Garmin ein solides Navigationsgerät. Trotz des recht großen Bildschirms lässt sich das Navigationsgerät nicht nur im Auto, sondern auch zu Fuß gut nutzen. Der echten Fußgänger-Navigation sei dank. Die Kosten für das zusätzliche Fußgänger-Kartenmaterial sind vertretbar.

Platz 6: Merian Scout P_Navigator
Merian tut gut daran, den Scout P_Navigator als Personal Travel Assistant (PTA) zu bezeichnen, denn das Gerät ist eher ein Reisebegleiter denn ein Navi. Es wird Anwendern gefallen, die mit viel Ruhe unterwegs sind. Ihnen bietet das Navi viel Wissenswertes zu Land und Leuten. Reinen Navigationsnutzern reicht das Merian-Modell nicht.

Platz 7: TomTom Go 930 Traffic
Ein gutes und wiederum um ein Stückchen weiterentwickeltes Navigationsgerät. Beigaben wie IQ-Routes und Spurassistent sind nützliche Funktionen, wenn auch noch verbesserungswürdig.

Platz 8: Falk N220L
Der Falk N220L wird seinen Allroundansprüchen gerecht. Neben ordentlichen Navi-Leistungen lässt sich der PNA zusätzlich als Musikspieler und Reisebegleiter einsetzen. Dafür muss der Anwender allerdings auch tiefer in die Tasche greifen.

Platz 9: Navigon 2110 max
Ein Navi, dessen Routing-Funktionen nicht nur ausgereift sind, sondern auch mit cleveren Feinheiten abgerundet wurden. Für Anwender, die Wert auf solides Navigieren ohne Spielereien legen.

Platz 10: Garmin Nüvi 770TFM
Ein umfassend ausgestattetes Navi, das sich trotzdem intuitiv bedienen lässt. Es ist nicht der schnellste Weggefährte, dafür jedoch verlässlich und flexibel auf der Strecke. Manko: Der Preis ist gesalzen.


Quelle: PC-Welt

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