25.01.2011, 12:26 Uhr | dpa, t-online.de
Musik-Manager Dieter Gorny. (Quelle: dpa)
Dieter Gorny, Vorsitzender des Bundesverbands Musikindustrie, befürwortet Internetsperren für Filesharer. "Ich würde das machen, so wie die Franzosen - aber das ist derzeit in Deutschland politisch nicht durchsetzbar", sagte er in einem dpa-Gespräch am Rande der Musikmesse Midem in Cannes, die an diesem Mittwoch endet. Wer wiederholt illegal Musik aus dem Internet herunterlade, dem sollte der Zugang zum Netz gekappt werden - "nicht für immer, nur für ein paar Wochen, das würden die schon merken".
In Frankreich werden Internetnutzer, die gegen das Urheberrecht verstoßen, zweimal verwarnt; beim dritten Mal gibt es Strafen von Internetsperren bis zu Bußgeldern. Kritiker sehen darin eine Beschneidung der Freiheit des Websurfers - das sehe er anders, sagte Gorny. "Ich sage immer: Leute, wenn ihr bei Rot über die Ampel fahrt oder betrunken seid, dann seid ihr doch auch Euren Führerschein los." Natürlich könne ein Betroffener bei einer Websperre ins Internetcafé gehen oder bei Freunden surfen, "aber das wäre trotzdem ein starkes Signal".
Derzeit sei aber das abgestufte System von Warnungen und Bußgeldern eher akzeptiert. Mit dem sogenannten zivilrechtlichen Auskunftsanspruch, der seit Ende 2008 gilt, kann die Musikindustrie von einem Internetanbieter verlangen, die Daten bestimmter Nutzer herauszugeben, die der Piraterie verdächtigt werden. "Bevor es das gab, mussten wir immer gleich klagen, heute können wir mahnen", sagte Gorny, der die Musikmesse Popkomm und den Musiksender Viva gründete und Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes Musikindustrie ist.
Rund 5,2 Millionen illegale Kopien von Büchern, Filmen und Computer-Software wurden als Teil einer Kampagne zerstört. zum Video
Dennoch sehe er die Klagen gegen massenhafte Raubkopierer oder Filesharer, die der Musikbranche in den vergangenen Jahren viel Kritik einbrachten, immer noch als richtig an: "Wenn man in der Ecke steht, muss man sich auch wehren können. Man muss zeigen, was Unrecht ist", sagte er mit Blick auf die Krise in der Plattenbranche, die im vergangenen Jahrzehnt durch Internetpiraterie und CD-Brennerei fast die Hälfte ihrer Umsätze verloren hat. Das Ganze sei auch erfolgreich gewesen: Die Anzahl der illegalen Downloads von Musiktiteln aus dem Internet habe sich binnen fünf Jahren von rund 600 Millionen auf unter 300 Millionen halbiert. Im Moment kämen in Deutschland auf einen legalen Download etwa fünf bis sechs illegale; weltweit ist das Verhältnis eins zu zwanzig. Aber Abmahnungen und Klagen seien letztlich nur Hilfsmittel: "Wir brauchen einen gesellschaftlichen Konsens darüber, was in der digitalen Welt erlaubt ist und was nicht."
Frankreich hat indessen bisher gemischte Erfahrungen mit seinem Anti-Filesharing-Gesetz gemacht. Seit Inkrafttreten der Regelung im Oktober 2010 haben die zuständigen Behörden etwa 2000 schriftliche Verwarnungen pro Tag verschickt. Die Musik-Industrie hat im gleichen Zeitraum zwischen 25.000 und 50.000 Beschwerden eingereicht und beklagt die langsame Weiterleitung an die mutmaßlichen Filesharer. Die Regierung will jedoch zunächst nur sorgsam ausgewählte Beschwerden bearbeiten. Kritiker beharren auf ihrer Meinung, dass das System fehleranfällig sei und Unschuldige schnell Opfer der Internetsperren werden könnten.
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Quelle: t-online.de , dpa
akkufix schrieb:
am 28. Januar 2011 um 11:00:16
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@Michael
Ich gebe dir völlig recht. Die Preise sind, gerade hier in D viel zu hoch. Die Amerikaner müssen längst nicht so tief in die
Tasche greifen.
Außerdem kommt dermaßen viel Schrott an Musik auf den Markt, welche das Geld nicht wert ist, was ein Rohling kostet.
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Michael schrieb:
am 27. Januar 2011 um 23:24:54
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Musikindustrie
Solange die Musikindustrie den Nutzern für eine CD bis zu €20,- abnehmen wird es Filesharing geben. Passt die
unverschämten Preise endlich dem wirklichen Wert an.Dann kann sich wieder jeder eine CD Kaufen und ist nicht auf illegale Wege angewiesen,
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jung&wild schrieb:
am 27. Januar 2011 um 20:38:54
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internet
für den führerschein zahle ich einmal in leben. und für mein internet zahle ich monatlich wen die mein internet sperren wollen
weil ich music lade dann sollen die auch mein internet die monatlichen kosten bezahlen für den monat den sie dann sperren es ist ein schei... was die da machen wollen oder durchsetzen wollen internet ist eine welt die man nicht sperren kann so leicht
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