15.05.2008, 10:03 Uhr | Christoph Schmidt & Sascha Plischke
Die Macher des Firefox wollen die Surfgewohnheiten ihrer Nutzer beobachten.Die Mozilla Foundation plant ein Projekt, das das Verhalten der -Nutzer im Internet beobachten soll. Unter dem vorläufigen Codenamen "Data" soll so eine Datenbank entstehen, in der die Surfgewohnheiten der millionenstarken Nutzergemeinde des Browsers gespeichert werden sollen. So ließen sich die beliebtesten Seiten des Web ausmachen. Das wäre eine wertvolle Entscheidungshilfe für die Anwender – und eine wahre Goldgrube für Werbeprofis.
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Dem Mozilla-Chef John Lilly zufolge sei das Projekt jedoch noch "in einem sehr frühen Stadium". Die geplante Datenbank solle es allen ermöglichen, "die Anwenderdaten zu nutzen, sie zu analysieren, daraus neue Erkenntnisse zu gewinnen und diese hoffentlich mit allen zu teilen." Zur Zeit gebe es schlicht zu wenig Daten über das Nutzerverhalten im Netz, obwohl jeder von solchen Informationen profitieren könnte. Nutzer könnten verlässlich erfahren, welche Webseiten besonders beliebt sind. Werbetreibende könnten viel genauer als bisher feststellen, wo sich eine Anzeige wirklich lohnt.
Nutzer soll volle Kontrolle über Daten behalten
Diese "schöne neue Informationswelt" weckt jedoch auch Ängste. Welche Daten wie gespeichert werden ist noch nicht endgültig geklärt. Zwar soll der Nutzer die volle Kontrolle über seine Daten behalten und alle Informationen anonymisiert werden. Wo die Daten aber am Ende landen, bleibt bei einer offen zugänglichen Datenbank ungewiss. Auch wenn das Nutzerverhalten anonym gespeichert wird, lässt sich nicht jeder Surfer gerne auf die Finger schauen.
Mozilla will Privatsphäre respektieren
Deshalb denkt Mozilla zur Zeit über Wege nach, wie eine solche Datenbank geschaffen werden könnte, ohne die Privatsphäre des Einzelnen anzutasten. Jeder Nutzer solle entscheiden können, welche Daten von ihm gespeichert werden. Außerdem denken die Firefox-Macher über eine Option nach, mit der sich Nutzer des Browsers auch komplett der Sammlung ihrer Daten verweigern könnten. Zur Zeit sammle Firefox nur wenige Daten - etwa über die Update-Funktion (AUS), um die Verbreitung des Browsers zu bestimmen.
Offene Diskussion mit den Nutzern
Lilly steckt dem Projekt ein klares Ziel: Es soll die Anwender unterstützen und nicht ausspionieren. Auf dem langen Weg zum finalen Produkt planen die Firefox-Macher deshalb eine offene Diskussion, in der alle Bedenken angesprochen werden können. So sollen die Anwender das Vertrauen in die Unabhängigkeit von Firefox nicht verlieren. Denn die legen Wert auf Privatsphäre: Viele von ihnen hatten sich vom Internet Explorer getrennt – aus Furcht vor der Datensammelwut von Microsoft.
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Christoph Schmidt & Sascha Plischke
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