27.12.2007, 09:19 Uhr | Sascha Plischke
USB-Stick offenbart sich als Mogelspeicher (Montage: T-Online)In vielen USB-Sticks steckt nicht der Speicher, der unter Windows angezeigt wird. Zu diesem Ergebnis kommen die Tester der Computerzeitschrift c't. Die manipulierten Speicherzwerge täuschen das Betriebssystem gezielt, um dem Nutzer einen falschen Speicherplatz vorzugaukeln. Das ist nicht nur ärgerlich für den Käufer, sondern kann sogar wichtige Daten bedrohen: Weil das System nicht bemerkt, wenn der physische Speicher voll ist, verschwinden alle danach geschriebenen Informationen unwiederbringlich im Daten-Nirwana.
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Nach Angaben der c't-Redakteure tauchten erste so manipulierte USB-Sticks vor einigen Wochen beim Schweizer Ableger des Discounters Aldi auf. Die dort unter dem Markennamen "Platinum" verkauften Speicher versprechen ein Gigabyte Platz, bieten aber tatsächlich weniger als die Hälfte davon. Weitere Testkäufe zeigten, dass auch andere Billigmarken von dieser Betrugsmasche betroffen sind. Der jüngste Fall betrifft die Supermarktkette Real: Die dort verkauften "bluemedia" USB-Sticks gaukeln dem Nutzer ebenfalls eine falsche Größe vor. Sowohl Real als auch Aldi haben bereits angekündigt, betroffene Speicher-Sticks sofort umzutauschen. Mit dem Heise-Verlag wurde auch das Mutterhaus der c't Opfer des Speicher-Betruges: Im Herbst 2007 als Willkommensgeschenk an neue Abonnenten versandte USB-Sticks boten statt dem versprochenen Gigabyte nur knapp 400 Megabyte Speicherplatz. Auch Heise will die Mogel-Speicher sofort austauschen.
Gezielter Betrug mit falschen Speichergrößen
Dabei sind jedoch stets nur Teilmengen der verkauften Speicher betroffen, offenbar liegt die Schuld bei einem der Zulieferer der Billig-Anbieter. Bei dem Problem handelt es sich allerdings nicht um einen Fabrikationsfehler: Nach Recherchen der c't-Redaktion erfordert es einigen Aufwand, bis ein USB-Stick dem Betriebssystem falsche Speichergrößen vorgaukelt. Offenbar handelt es sich also um einen gezielten Betrug.
Mogelspeicher bedroht wichtige Daten
Für Anwender ist das Problem besonders ärgerlich, kann er doch zum Verlust wichtiger Daten führen. Durch die Manipulation kann das System nicht erkennen, wann der physisch vorhandene Speicher voll ist – alle danach geschriebenen Daten verschwinden unbemerkt ins Nichts. Behält der Nutzer keine Kopie der Informationen auf der Festplatte, sind die Daten unwiederbringlich verloren.
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Manipulation nicht ohne Weiteres feststellbar
Die Manipulation ist indes nicht ohne eingehende Prüfung zu erkennen. Erst wenn der Speicher bis zur im System angegebenen Grenze beschrieben und dann wieder ausgelesen werden soll, stellt der Nutzer das Fehlen seiner Daten fest. Mit einem einfachen Prüfprogramm lässt sich jedoch auch vor dem eventuellen Datenverlust feststellen, ob der USB-Stick hält, was er verspricht. Der Heise-Verlag bietet das Tool H2Testw auf seinen Seiten zum Download an.
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Sascha Plischke
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