19.04.2011, 15:35 Uhr | Damian Robota
Zwei junge Männer haben über Monate hinweg im sozialen Netzwerk Twitter unter falschem Namen für das ZDF Kurznachrichten verfasst und Fragen beantwortet. Niemand hatte Verdacht geschöpft, bis sich die beiden selbst beim Sender meldeten. Statt einer Abmahnung folgte ein Arbeitsvertrag.
Im Juni 2009 sicherten sich Marco Bereth (25) und sein Kumpel Michael Umlandt (24) das Twitter-Benutzerkonto ZDFonline. Beide identifizierten sich mit dem öffentlich-rechtlichen Sender und begannen, unter falscher Flagge Kurznachrichten im Microblogging-Dienst zu verfassen. Das Design des unechten Twitter-Kontos sah zum Start bereits so professionell aus, dass niemand Verdacht schöpfte. Im YouTube-Video Die Gesichter hinter dem Twitter-Account von ZDFonline erklärten die beiden vor wenigen Tagen, wie sie auf die Idee gekommen waren.
ZDFonline wurde nach seiner Anmeldung schnell zu einem beliebten Twitter-Account. Mittlerweile verfolgen auf der Seite über 40.000 Nutzer das aktuelle Geschehen. Das vermeintliche Medienunternehmen präsentierte sich dabei über Monate hinweg locker und besaß einen guten Ruf im Internet. Das lag vor allem daran, dass Bereth und Umlandt den direkten Kontakt zum Leser nie scheuten. Über ihren Fake-Account gaben die beiden Programmhinweise, reagierten auf Kritik und bedankten sich sogar für positive Resonanz.
Beim ZDF schöpfte indes niemand Verdacht. Erst Wochen nach der Registrierung erhielten die beiden jungen Männer eine Direktnachricht vom Sender. Die Sportredaktion meldete sich über den Twitter-Account ZDFsport mit der Nachricht: "Moin, wir sind etwas verwirrt, wer hier in unserem Namen twittert. Dürften wir etwas über den Autoren erfahren?" Doch die Jungs reagierten nicht und gingen sogar davon aus, dass der ZDFsport-Account ebenso falsch sei wie ihr eigener.
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Als Bereth und Umlandt kurze Zeit später erfuhren, dass das ZDF den neuen TV-Kanal ZDF neo startete, versuchten sie sofort einen passenden, zweiten Fake-Account anzulegen. Dieser war jedoch bereits vergeben. Kurzerhand schickten sie dem Besitzer des Twitter-Accounts ZDFneo die gleiche Direktnachricht, die sie bereits selbst zuvor von ZDFsport erhalten hatten. ZDFneo reagierte prompt und bot den beiden jungen Männern kurze Zeit später den Account inklusive Zugangsdaten an.
Bereth und Umlandt twitterten fortan mit zwei gefälschten ZDF-Accounts. Doch mit steigenden Nutzerzahlen wurde ihnen die Geschichte zu heiß. Per E-Mail meldeten sich beide schließlich beim ZDF in Mainz. Wochen später bekamen sie eine Antwort, mit einer persönlichen Einladung zu einem Gespräch. Zur Überraschung der beiden jungen Männer verlief das Treffen mit dem ZDF anders als erwartet: Statt einer Abmahnung oder Klage und der Herausgabe der Twitter-Accounts erhielten die beiden einen Arbeitsvertrag. Bereth und Umlandt nahmen das Angebot an und sind seit Jahresbeginn nun offiziell auf Twitter mit ZDFonline und ZDFneo für das Medienunternehmen tätig.
Damian Robota
UMI schrieb:
am 4. Juli 2011 um 15:47:42
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Moral
Leute Leute, ich bin ja froh, dass es noch Menschen mit Moralgefühl gibt. Es ist unglaublich was da draißen so alles passiert. Wenn
das so weiter geht werden Bankräuber noch als deren Scherheitsberater eingestellt und gehen straffrei aus. Auch ne Möglichkeit! Soll ich weiter machen??? Die öffentlich-Rechtlichen bekommen demnächst noch mehr Geld über die Kopfpauschale. Weg mit der GEZ jetz endlich, der GEMA (die Künstler verdienen eh viel zu viel) und der BG (die Bezahlen sowieso höchst ungerne).
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Franz schrieb:
am 27. April 2011 um 12:32:30
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Betrug?
Also von Betrug, so wie einige Kommentatoren hier schreiben, würde ich nicht sprechen. Wenn die beiden den Accountregulär angelegt
haben, waren die halt schneller als das ZDF. Und überhaupt kommt es dann erst zu einem Betrug, wenn man nach Anzeige rechtskräftig verurteilt wird. Das ZDF hat ja die beiden nicht einmal angezeigt.
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Agoist schrieb:
am 27. April 2011 um 09:13:19
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GEZ-Gebühren für Betrüger
Nun bezahle ich mit meinen GEZ-Gebühren auch noch Betrüger. Ich sollte rechtliche Schritte einleiten.
Ansonsten kann ich mich nur Edelmann's Meinung anschließen.
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