19.11.2009, 10:30 Uhr | pcwelt.de
Windows 7 soll Betriebssystemen mit 64 Bit zum Durchbruch verhelfen. (Quelle: dpa)Die Installation eines Windows mit 64 Bit bringt Vor- und Nachteile mit sich. Ein solches System profitiert laut neben der Unterstützung von mehr als vier Gigabyte Arbeitsspeicher auch von einem besseren Schutz vor Malware wie . Doch diese These von Microsoft ist umstrittenen - Experten sehen den Vorteil von mit 64 Bit als rein statistischen Effekt.
Im Weblog des Microsoft Malware Protection Center wirbt Joe Faulhaber für den Einsatz von 64-Bit-Versionen mit dem Argument, die Zahl der Malware-Infektionen sei deutlich geringer als bei den 32-Bit-Versionen von Windows. Zudem seien die 64-Bit-Fassungen des mit Patchguard ausgestattet, das den Windows-Kern vor Manipulationen durch Schädlinge schütze. Echte Viren und Trojaner für 64 Bit seien bislang kaum zu finden, die Beispiele seien rar.
Faulhaber räumt jedoch ein, dass es auch für ein 64-Bit-Windows Gefahren gibt. Er führt zudem ein weiteres Feature der 64-Bit-Versionen als Argument an - WOW64. Die Abkürzung steht für Windows On Windows 64 und meint die 32-Bit-Emulation, die den Einsatz von 32-Bit-Software auf einem 64-Bit-Windows ermöglicht.
Malware-Infektionen nach Windows-Version (Foto: pcwelt)Bei allen Vorteilen, die das für Besitzer teurer Software-Lizenzen älterer Programme bietet, unterstützt WOW64 zwangsläufig auch die Ausführung von 32-Bit-Malware. Diese könne jedoch keine 64-Bit-Prozesse angreifen, da sie in der 32-Bit-Emulation gefangen seien. Andererseits benötige man auch 64-bittige - Faulhaber verweist dazu auf Microsoft Security Essentials (MSE), das auch in 64 Bit erhältlich ist.
Alfred Huger, früher bei Symantec und heute Vizepräsident bei dem Start-up-Unternehmen Immunet, ist allerdings der Auffassung, die Vorteile der 64-Bit-Systeme würden sich bald relativieren. Huger bestreitet nicht, dass es bislang kaum 64-Bit-Malware gibt. Doch Malware-Programmierer müssten oft nur den Code neu kompilieren, um auch 64-bittig Schaden anzurichten. Sie täten dies jedoch meist nicht, weil heute noch mehrheitlich 32-Bit-Systeme vorherrschten. Sobald sich die Anteile von 32- und 64-Bit-Windows-Versionen umgekehrt hätten, würden auch die Schädlinge umgestellt.
Der von Faulhaber zitierte Microsoft Security Intelligence Report (SIR) weist zwar niedrigere Infektionsraten für 64-Bit-Windows-Systeme aus, nennt jedoch auch eine weitere mögliche Ursache dafür. Diese hat nichts mit der höheren Sicherheit bei 64-Bit zu tun. Vielmehr mutmaßen die Verfasser, dass die Anwender, die bereits mit einem 64-Bit-Windows (Vista oder XP) arbeiteten, im Durchschnitt technisch versierter seien als die breite (32-Bit-) Masse.
Sie fielen daher nicht so oft auf die Tricks der Online-Kriminellen herein. Auch dieser kosmetische Vorteil für 64 Bit dürfte sich mit der größeren Verbreitung von 64-Bit-Windows schnell relativieren. Joe Faulhaber führt an, bei würden bereits mehr 64-Bit- als 32-Bit-Systeme installiert.
Mehr zum Thema: Wer braucht Windows mit 64 Bit?
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