09.06.2011, 16:19 Uhr | dpa
Microsoft verpixelt auf Wunsch das eigene Haus (Foto: dapd) (Quelle: dapd)
Microsoft gibt dem Druck deutscher Datenschützer nach und richtet für seinen Kartendienst Streetside eine Vorab-Widerspruchmöglichkeit ein. Wer sein Haus nicht beim Kartendienst abgebildet sehen möchte, kann ab August Einspruch einlegen. Ursprünglich wollte Microsoft Häuser erst nachträglich unkenntlich machen und berief sich dazu auf die so genannte Panoramafreiheit.
Der Software-Konzern Microsoft einigte sich über diese Streitfrage mit dem Landesamt für Datenschutzaufsicht, wie die Behörde am Donnerstag mitteilte. Eigentümer oder Nutzer von Gebäuden können sich nun im August und September gegen eine Veröffentlichung der Immobilie im Panorama-Kartendienst Bing Streetside von Microsoft aussprechen.
"Dadurch ist sichergestellt, dass jeder, der es möchte, verhindern kann, dass seine Haus- oder Wohnungsansicht bei Streetside veröffentlicht wird", sagte Landesamtschef Thomas Kranig. Welche Daten für einen Widerspruch notwendig sind, und wie die Modalitäten aussehen, wollen Microsoft und die Behörde in den kommenden Wochen besprechen. Es müsse sich eine bürgerfreundliche und praktikable Lösung finden lassen, forderte Innenminister Joachim Herrmann (CSU). Die Einigung zwischen dem Landesamt und Microsoft stärke den Datenschutz, betonte Herrmann nach Angaben seines Ministeriums. Das Landesamt Bayern ist bundesweit federführend bei den Gesprächen mit Microsoft, da der Konzern seinen Deutschlandsitz in Unterschleißheim (Landkreis München) hat.
Ende Mai hatte Microsoft erste Kamera-Autos in Deutschland losgeschickt, um Aufnahmen für den neuen Panoramadienst zu machen. Der Dienst steht in unmittelbarer Konkurrenz zu Googles ebenfalls lange umstrittenem Dienst Street View. Nach heftigen Debatten mit Politik und Datenschützern hatte das Internet-Unternehmen vor der Veröffentlichung der Bilder den Nutzern eine Widerspruchsfrist eingeräumt. Microsoft hatte bislang argumentiert, dass für einen Vorabwiderspruch erhebliche Datenmengen erhoben werden müssten.
Während Deutschland über Google Streetview streitet, baut Microsoft fast unbemerkt seinen eigenen Straßendienst auf. zum Video
"Wir sind bereit, auf die Datenschützer zuzugehen", sagte Ralph Haupter, Geschäftsführer von Microsoft Deutschland, der Deutschen Presse-Agentur dpa. Eine generelle politische Regelung sei jedoch dringend notwendig. In Microsofts Streetside können Nutzer auch unmittelbar nach der Einstellung der Panoramaaufnahmen jederzeit gegen die Veröffentlichung widersprechen.
Microsoft hat einen Streetside-Fahrplan ins Internet gestellt der ständig aktualisiert wird. Außerdem werden auf einer weiteren Internetseite Fragen zu Bing Streetside beantwortet.
Quelle: dapd , dpa
Best of Handwerker schrieb:
am 15. Juni 2011 um 09:51:10
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Wer will noch mal - wer hat noch nicht !
Doppelt und Dreifach ist besser ? - Google hatte doch erst alles Fotografiert ! - Warum Teilt man
sich nicht die Kosten für die ersten Aufnahmen die Google machte, will nicht in meinen Kopf ! - Soviel Dummheit auf dem Planeten, das sich selbst Kinder das Leben nehmen ! - MFG BoH
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Kannitverstan schrieb:
am 10. Juni 2011 um 08:29:53
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Beweislastumkehr
Mit welcher Rechtsgrundlage wird uns die Gegenwehr aufs Auge gedrückt? Warum müssen nicht die ungebetenen Publizisten bei
jedem die Genehmigung einholen, dessen Eigentum sie öffentlich abbilden wollen und damit Information über private Dinge jederzeit jedem unkontrolliert zur beliebigen Verwendung weltweit zur Verfügung stellen. Wenn tausend Leute demnächst filmen, muss ich dann tausendmal Widerspruch einlegen, wenn mich dies stört? Wer bezahlt mir den Aufwand hierfür?
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Miss Breezy schrieb:
am 9. Juni 2011 um 17:56:54
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Widerspruch
Wo gibt es die Widerspruchsvorlagen?
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