21.09.2009, 10:32 Uhr | Sascha Plischke
Microsoft-Manager hält Windows Vista für "weniger gutes Produkt". (Quelle: dpa)
In einem Anflug ungewohnter Offenheit hat ein Microsoft-Manager nun Kritik an geübt. Auf einer Investorenkonferenz bezeichnete der für Unternehmensstrategie zuständige Charles Songhurst den Nachfolger von als "weniger gutes Produkt" für Microsoft. Damit spielte der Manager auf die Kritik an dem System und den Unwillen vieler Nutzer an, XP für Vista aufzugeben. Gleichzeitig lobte Songhurst von in den höchsten Tönen – das neue Produkt werde die Anwender nun sicher überzeugen.
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"Viele unterschätzen die Bedeutung von guten oder schlechten Produkten", so Charles Songhurst in seinem Vortrag auf der Jefferson Annual Tech Conference, einer großen Konferenz für Investoren im Technologie-Bereich. "Manchmal sind deine Produkte gut, und manchmal sind die Produkte schlecht. Und ich denke, Vista war ein weniger gutes Produkt für Microsoft." Damit bestätigte erstmals ein Microsoft-Manager, was Finanzanalysten schon lange sagen: Dass sich Windows Vista für Microsoft zu einem echten Flop entwickelt hat. Im März 2009 schließlich kürte eine Gruppe von IT-Experten Vista zum größten Technik-Fiasko des Jahres.
Das Betriebssystem hatte von Anfang an mit Schwierigkeiten zu kämpfen. So waren zu Beginn zahlreiche Anwendungen nicht kompatibel mit Windows Vista. Außerdem benötigte die grafisch rundum erneuerte Benutzeroberfläche deutlich mehr Systemleistung als bei Vorgänger Windows XP. Viele Anwender scheuten deshalb den Umstieg von einem stabilen System, das auch auf älteren Computern problemlos laufen konnte, hin zu dem neuen Windows. Auch zahlreiche Geschäftskunden, deren Aufträge für Microsoft zu den wichtigsten Umsatzquellen gehören, verhielten sich abwartend und setzten weiter auf XP.
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Wohl auch deshalb lobte Songhurst in seinem Vortrag das nächste Microsoft-Betriebssystem überschwänglich. Windows 7 sei "extrem gut" und "brilliant entwickelt". Mit dem kommenden Windows will Microsoft endlich die zögernden Anwender vom Wechsel überzeugen. Besonders von Bedeutung dürfte jedoch sein, endlich auch Unternehmen zu einem Umstieg zu bewegen. Solche Millioneninvestitionen von großen Konzernen sind für Microsoft überlebenswichtig. Nicht umsonst sagte Songhurst abschließend: "Nur wenn es Windows gut geht, geht es Microsoft gut." Im Januar hatte Konzern-Chef Steve Ballmer selbst schon den Unternehmen den direkten Umstieg von Windows XP auf Windows 7 empfohlen – Vista war da als Umsatzbringer schon längst abgeschrieben.
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Sascha Plischke
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